2020-10-24 Fünfundzwanzig Jahre archäologische Ausgrabungen in Zossen
Eine weitere Veranstaltung des Heimatvereins aus dem Programm „700 Jahre Ersterwähnung von Zossen“. Archäologe Ulrich Wiegmann gab in der einen Stunde seines Vortrages einen Überblick über die Ergebnisse von 25 Jahre archäologischer Begleitung von Baumaßnahmen in Zossen. Unter Corona-Bedingungen waren nur 25 Personen zugelassen. Schließlich folgten 23 Zuhörer und Zuhörerinnen mit Abstand und Maske seinen Ausführungen. Corona - mit Abstand und Maske Holzbohlenbestigung auf dem Marktplatz Der Burgfried vor dem Abriss 1755 Karte mit Burg von 1777 Die Vorsitzende des Heimatvereins Karola Andrae die Gäste unter anderem mit den Worten: „Zossen wahr wohl die Wiege der Menschheit“. Leicht übertrieben? Sicherlich, jedoch die ältesten Fundstücke seien aus einer Zeit 2.000 Jahre vor Ch., so Wiegmann in seinen Ausführungen. Die Stadtansicht von Daniel Petzold aus dem Jahre 1710 stand schon bei mehreren Veranstaltungen zur Geschichte von Zossen, zeigt sie doch die Skyline von Zossen mit Burg und Burgturm. Immer wieder spannend, was die Archäologen über die ehemalige Burg und das Schloss Zossen herausgefunden. Die Burg sei sehr stark gesichert gewesen, so mit einem Graben rund um die Burg und an den Zufahrten mit einem Doppelgraben. Der Weg zur Burg habe durch einen Zwinger geführt, durch den dann Angreifer wie in einem Hinterhalt bekämpft werden konnten. Dann waren da noch die Zugbrücke und das Torhaus. Sollten doch Angreifer all diese Hindernisse überwinden, blieb immer noch der Burgturm als Zufluchtsort. Die Bewohner konnten durch einen Tunnel mit Tonnengewölbe ins Burginnere und in den Turm gelangen. Für Kommandounternehmen habe jener Tunnel in Richtung Notte gedient. „Durch diesen Ausgang sind die Krieger ins Freie gelangt, haben den Belagerern eins auf die Mütze gegeben und sich so schnell wie sie gekommen waren, auch wieder zurückgezogen“, so Wiegmann. Auch die Ausgrabungen auf dem Markt haben zu vielen neuen Erkenntnisse vor allem aus der Zeit des Mittelalters geführt. So haben die Bewohner von Zossen nach einem Stadtbrand von 1761 die niedergebrannten Häuser einfach platt gemacht und einfach etwas nach hinten versetzt wieder neugebaut. Die Holzbohlenfunde mit bis zu drei Ebenen ließen darauf schließen, dass sie zur Festigung des Bodenuntergrundes gedient haben, damit auch bei mießen Wetter und zu allen Jahreszeiten Markt stattfinden konnte. Die vielen gefundenen Brunnenreste in unterschiedlichen Tiefen zeigen, das je jünger die Brunnen sind, je tiefer wurden sie angelegt. Dies sei zweifelsfrei darauf zurückzuführen, dass der Grundwasserspiegel mit der Zeit immer weiter absank. Gegen Ende seines Vortrages ging Wiegmann noch auf die fast sensationell zu nennende Funde aus der Bronzezeit bei Ausgrabungen beim Bau der Gesamtschule Dabendorf. Daher stammen auch die abgebildeten Armreife. Diese ältesten Funde haben offensichtlich Karola Andrae zu der Aussage von der Wiege der Menschheit verleitet. Text und Fotos: Dr. Reiner Reinecke
Corona - mit Abstand und Maske
Holzbohlenbestigung auf dem Marktplatz
Der Burgfried vor dem Abriss 1755
Karte mit Burg von 1777
2020-10-04
2020-10-04 Baum als Gedenken an das 700. Jahr...
Baum als Gedenken an das 700 Jahr der urkundlichen Ersterwähnung von Zossen gepflanzt. Am 2. Oktober wurde ein Rotahorn-Baum auf dem Zossener Kirchplatz gepflanzt und symbolisch auf dem Kraut- und Rübenmarkt mit dem Erntedankfest von der Bürgermeisterin der Stadt, Wiebke Schwarzweller, Superintendentin Dr. Katrin Rudolph, Karola Andrae vom Heimatverein, Kurt Liebau vom BAZ e.V. angegossen. Die Initiative dafür ging von unserer Vereinsvorsitzenden Karola Andrae aus und in gemeinsamer Aktion mit dem BAZ e.V., mit dem uns seit 2109 eine Kooperationsvereinbarung verbindet, umgesetzt. Auch Spenden von Bürgern aus unserer Stadt haben zum Gelingen dieses Vorhabens beigetragen. An der Stelle, an der jetzt der Baum gepflanzt wurde, stand schon einmal ein ausgewachsener Baum, der dann auf wundersame Weise irgendwann gefällt wurde. Da der jetzt gepflanzte Baum schon mehrfach in immer größere Gefäße umgepflanzt wurde, kann er schon als jungerwachsen gelten. Eigentlich sollte er am Tage des Kraut- und Rübenmarktes zum Erntedankfest gepflanzt werden. Da er aber nun als jungerwachsener bereits einen dicken Wurzelballen und schon eine Höhe von über 2,50m erreicht hatte, konnte er nur mit mittelschwerer Technik gepflanzt werden. Diese Technik des Zossener Bauhofes hätte auf dem Markt keinen ausreichenden Platz gefunden, weswegen der Baum also zwei Tage zuvor eingepflanzt und mit ausreichend Waser aus Wassercontainer versorgt wurde. Die vier die symbolisch den Baum am Tage des Erntedankfestes angegossen wünschten übereinstimmend dem Baum und der Stadt ein gedeihliches und gesundes Wachstum. Mehr über den Kraut- und Rübenmarkt und den Erntedank-Gottesdienst auf der entsprechenden Internetseite des BAZ e.V. Text: Dr. Rainer Reinecke Fotos Klaus Andrae, Dr. Rainer Reinecke
2020-09-26
2020-09-26 Festvortrag 700 Jahre Erstewähnung von Zossen
Die Mitglieder des Heimatvereins und des BAZ e.V. haben 2019 Kooperation miteinander vereinbart. Das erste greifbare Ergebnis war das gemeinsam aufgestellte Programm für das 700. Jahr der Ersterwähnung von Zossen. Erinnert sei hier daran, dass die ehemalige Bürgermeisterin dieses 700. Jahr lediglich auf ein drei- vier Tage um das Weinfest herum begrenzen wollte. Die beiden Vereine setzten dem ein Programm entgegen, welches Veranstaltungen über das ganze Jahr verteilt vorsah. Bis heute sind beide Vereine die einzigen, die anlässlich diese 700. Jahrestages ein Programm auf die Beine gestellt haben Das 700. Jahr der Ersterwähnung von Zossen begann noch ganz normal. Die ersten beiden Veranstaltungen „Die Bildung der Einheitsgemeinde Großberlin 1920 mit dem Historiker Karl-Heinz Bannasch im Januar und über den Märkischen Eulenspiegel Hans Clauert mit dem Historikerehepaar Evamaria und Gerhard Engel fanden noch mit Besucherinnen und Besuchern in gut gefüllten Räumen statt. Dann drohte Corona das ganze Vorhaben zu kippen. Doch dank des vorbereiteten Programms konnten unmittelbar nach Lockerung der Corona-Maßnahmen die ersten Veranstaltungen wieder stattfinden. Burgführungen mit dem Referent Dr. Heinrich Kaak aus Berlin Archäologen Ulrich Wiegmann, Ausstellungen auf dem Kraut- und Rübenmarkt zu Schriftstellern und ihren Bezügen zu Zossen sowie zur Geschichte des Markttreibens in Zossen sowie der Vortrag von Gudrun Haase zur Geschichte der Industrieschule in Zossen. Jetzt am 26. September erreichte das Programm mit dem Festvortrag von Dr. Heinrich Kaak Berlin seinen vorläufigen Höhepunkt. Zu diesem Festvortrag konnte Karola Andrae, die Vorsitzende des Heimatvereins, die Landrätin Kornelia Wehlan und die Zossener Bürgermeisterin Wiebke Schwarzweller begrüßen. Landrätin Kornelia Wehlan Bürgermeisterin Wiebke Schwarzwelle In ihren Grußworten verwies die Landrätin darauf, dass Zossen eine eindrucksvolle Entwicklung vollzogen habe. Zossen verfüge über eine ausgesprochen gute Infrastruktur in einer attraktiven Lage und sei heute mit seinen 20.000 Einwohnern die viertgrößte Gemeinde im Landkreis. Doch das Wichtigste seien die Menschen in in Zossen, die sich für ihre Stadt engagieren. Sie erinnerte daran, dass am 13. November 1846 schon einmal mit einer großen Feier, mit der 300 Jahre Stadtrechte gwürdigt werden sollte, mangels Geldes ausfallen lassen musste. Aus der Zossener Chronik von Louis Günther Sie gab aber auch mit dem Ausspruch von Konfuzius: „Wenn über das Grundsätzliche keine Einigkeit besteht, so ist es sinnlos, miteinander zu planen.“, indirekt den Hinweis, sich bei allen Zwistigkeiten, doch zumindest erst einmal über das Grundsätzliche zu verständigen. Bürgermeisterin Wiebke Schwarzweller blickte weit in die Geschichte zurück, wobei sie den konkreten Tag, den 26. September, zum Anlass nahm, um historische Ereignisse an jenem Tag nachzuzeichnen, die einen Bezug zu Zossen Mit einer Flasche Wein vom Zescher Weinberg bedankt sich Karola andrae bei Dr. Kaak haben. Bei Geschichtsbetrachtung gehe es besonders um jene Aspekte, die das Handeln der Menschen bis heute prägen. Zossen sei Jahrhunderte lang ein Spielplatz der Mächtigen gewesen. Aus der Geschichte lernen bezog Sie auch auf die Herausforderungen, vor denen die Stadt heute stehe. Sie dankte dem Heimatverein und dem BAZ e.V. für deren Engagement im 700. Jahr der Ersterwähnung von Zossen Nach diesen Grußworten unternahm Dr. Heinrich Kaak, Historiker aus Berlin das Wagnis, in anderthalb Stunden die Geschichte Zossens von den ersten steinzeitlichen Siedlungen bis in die Gegenwart. Deutlich wurden die wechselvollen Herrschaftsverhältnisse in Zossen, doch in seinem Kern sei Zossen immer erhalten geblieben. Sein Streifzug durch die Geschichte führte die Zuhörinnen und Zuhörer durch die Vorgeschichte bis zum 7. Jahrhundert, weiter zum Mittelalter, den Dreißijährigen Krieg, die frühe Neuzeit bis 1800, über das 19, 20 und 21 Jahrhundert. Selbstverständlich ging er auch auf die Urkunde ein, in der Zossen erstmalig erwähnt wurde, in der Äbtissin zu Quedlinburg Jutta von Kranichfeld Fürsten Rudolf und Herzog Wenzel von Sachsen belehnt. Unter Historikern sei umstritten, ob die Urkunde überhaupt rechtswirksam gewesen sei. Dies, so Kaak, ist für die Ersterwähnung nicht ausschlaggebend. Der Fakt, dass Zossen in einer Urkunde erwähnt wird, ließe uns zurecht dieses Jubiläumsjahr begehen. Text u. Fotos: Dr. Rainer Reinecke
Mit einer Flasche Wein vom Zescher Weinberg bedankt sich Karola andrae bei Dr. Kaak
2020-09-02
2020-09-02 Industrieschule Zossen
Zur ungewöhnlichen Stunde in Tag und Zeit referierte Frau Gudrun Haase, Leiterin des Schulmuseums, zu den Anfängen der Industrieschule in Zossen, die 200 Jahre alt wurde. Corona bedingt fand die Veranstaltung im Gemeindesaal der ev. Kirche statt. Ein Saal, der sonst mit bis zu 90 Besuchern ausgelastet werden darf, steht z.Z. nur für max. 35 Besucher bereit. Ein so breit gestreut sitzendes Publikum ist auch für eine geübte Lehrerin schon eine Herausforderung. Technisch unterstützt wurde Frau Haase durch Ehemann Dieter. Zu dieser Veranstaltung konnten 20 Gäste begrüßt werden. Nun erfuhren wir alle, dass eine Industrieschule nichts mit unserer heutigen „Industrie“ zu tun hat. Vor 200 Jahren bedeutete das mehr in Handarbeitstechniken eingeführt zu werden, um damit die Familie zu versorgen oder sich ein Taschengeld zu verdienen. Nicht so richtig bekannt war auch, dass zu dieser Zeit erst das Stricken mit 5 Stricknaden für Strümpfe und Socken aufgekommen war. Frau Haase hatte noch etliche Anschauungsstücke aus dem Schulmuseum zu diesem Thema mitgebracht. Im Anschluss wurde noch hefig gefachsimpelt, wer was wann auch so gemacht hat und vor allem wo man das gelernt hat. Da kam oft der Handarbeitsunterricht in der Schule zur Sprache. Handarbeit wurde noch bis in die 1980 Jahre in Zossen unterrichtet Ausführlich zu diesem Thema hat Frau Haase im Heimatjahrbuch Teltow-Fläming 2010 publiziert. Über die Industrieschule infotmiert auch ein Artikel auf unserer Website Text: Karola Andrae Foto Klaus Andrae
2020-07-11
2020-07-11 Burgführung und Schriftsteller aus 5 Jahrhunderten
Während des Kraut- und Rübenmarktes arbeiteten der Heimatverein und der BAZ e.V. gleich zwei Programmpunkte aus ihrem gemeinsamen Programm zum Jubiläumsjahr 700 Jahre Ersterwähnung Zossen ab. Einen Artikel zum Kraut- und Rübenmarkt an diesem Tag finden sie hier . Der Archäologe Ulrich Wiegmann führte um 9 und 11 Uhr jeweils eine Gruppe von 20 Besucherinnen und Besuchern um die Burg Zossen herum. Kurt Liebau vom BAZ e.V. präsentierte auf dem Markt die Ausstellung „500 Jahre Schriftsteller und Dichter in Zossen“. Die Burggänger trafen sich am Eingang zum Stadtparkt. Anhand von historischen Fotos und Karten führte Wiegmann hier in die Geschichte der Stadt Zossen mit ihren drei Schwerpunkten Burg, Kirche und Markt, Kietz ein. So habe sein Grabungsteam unter anderem auch eine mit Kopfsteinen gepflasterte Straße zur Burg freigelegt. Dies starke Straßenbefestigung sei vermutlich notwendig gewesen, um die Kanonen zur Burg transportieren zu können. Die Straße sei aber nicht so gerade verlaufen, wie wir sie heute vorfinden, sondern führte in einem Bogen zum Torhaus. Um nicht nur von Fotos und Grafiken etwas über die ehemalige Burg zu erfahren, wurden auch heute noch erhaltene Burgreste angelaufen, so die Burgruine im Park, die als Vorbefestigung für die Burg diente, das Torhaus, durch welches die Burg durch ein Tonnengewölbe erreichbar gewesen sei und welches Friedrich der Große für die Seidenspinnerei aufstocken ließ, bis zu einem versteckten Zugang oder Ausgang auf der Notteseite bis schließlich zu dem Punkt auf dem früher der Burgturm stand. Die Burg in ihrer vollen Ausprägung dürfte auch der Zossener Archdiakon Mjertyn Rychlar noch erlebt haben. Mit Mjertyn Rychlar beginnt die Ausstellung von Kurt Liebau. Mit seiner Zossener Taufagenda (1543), habe er Zossen einen historischen Platz in der Geschichte der niedersorbischen Literatur gesichert. Die Ausstellung gibt weiter Auskunft über: T(h)ielmannus Thiel(e), einem Lateinischen Poeten Michael Francus, der in einem Bericht 1591 Zossen als wendisches Städtchen beschreibt Freiherr Canitz, Friedrich Rudolf Ludwig * 1659 Berlin, † 1699 Berlin, der unter anderem auch Amthauptmann von Zossen und Trebbin gewesen ist und Gedichte schrieb Karl Reinhard *20. August 1769 in Helmstedt, † 24. Mai 1840 in Zossen, Dichter und Herausgeber populärwissenschaftlicher Werke, Traugott Friedrich Wilhelm Todt * 27.07. 1866 Zossen, † 11.07.1923 in Barenthin, Autor Andrej Bely *26. Oktober 1880 Moskau, † 8. Januar 1934 Moskau, beschreibt in einem Essay seinen Aufenthalt in Zossen Marina Tsvetaeva, wir werden noch erfahren welchen Bezug diese bekannte Lyrikerin und Schriftstellerin zu Zossen hat. Gertrud Lehman Waldschütz * 20. Februar 1905 in Weidmannslust, † 2001 Kaufbeuren deutsche Schriftstellerin, die wegen ihrer NS-Vergangenheit mehrere Internierungslager durchlebte. Herbert Erich Buhl, * 21. März 1905 in Zossen, †6. September 1948, „Die Fachgebiete, auf denen er tätig war, umfassten Rechtswissenschaft, Volkswirtschaft, Geschichte, Kunst, Malerei, Philosophie, Lyrik und Feuilleton. In der NS-Zeit unter anderem Referent der Reichsschriftenkammer. Arnold Bormann * 29. Oktober 1894, † 23. Juli 1970, deutscher Dramatiker, Librettist, engagierte sich für das Laienspiel in der DDR Eva Lippold geb. Rutkowski * 15. April 1909 in Magdeburg, † 12. Juni 1994 in Kallinchen, Mitglied der KPD, Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus, in mehreren Zuchthäusern eingekerkert. Seit 1950 freischaffenden Schriftstellerin in der DDR. Am Ende der Ausstellung wird Liselotte Senff, * 30.03.1918, † 18.10.2001, Autorin aus Zossen vorgestellt, die ihr bewegtes Leben in mehreren Erzählungen festgehalten hat. Sie gehörte auch der Autorengruppe Zossen an und war deren prägendes Mitglied. Die Autorengruppe Zossen ging aus einem Zirkel schreibender Werktätiger hervor und existierte faktisch bis 2013. Letzter Höhepunkt war die Würdigung von Liselotte Senff im Jahre 2013, Liselotte Senff wäre in diesem Jahr 95 Jahre alt geworden. Einen Bericht über diese Veranstaltung vom Teltow-Kanal finden Sie auf Youtube https://www.youtube.com/watch?v=idEj_nvSaUA Text: Dr. Rainer Reinecke Foto 1 Wiebke Kunkel
2020-02-22
2020-02-22 Der Schelm Hans Clauert
Wenn ein Historiker-Ehepaar wie, Professor Evamaria Engel und Professor Gerhard Engel, über das Leben von Hans Clauert, dem märkischen Eulenspiegel referiert, konnte, ja musste man, darauf gefasst sein, dass nicht nur die Schelmengeschichten des Clauert vorgetragen werden, sondern auch die historischen Hintergründe und das was über das Leben des Hans Clauert und dem Stadtschreiber von Trebbin, Bartholomäus Krüger, auch durch eigene Forschungen bekannt geworden ist. Professor Evamaria Engel Professor Gerhard Engel So kam es dann auch. Einzelne Geschichten über Hans Clauerts Schelmereien betteten Evamaria und Gerhard Engel geschickt in den Vortrag über die historischen Hintergründe und Lebensläufe ein. Für die Zossener dürfte dieser Vortrag auch deshalb interessant gewesen sein, da der Schelm auch seine Späße am Hofe des Eustachius von Schlieben, der 1536 mit derHerrschaft Zossen auf Lebenszeit belehnt wurde, trieb. An einer Stelle des Vortrages hat dann Clauert offensichtlich erneut zugeschlagen. Er wollte einfach nicht sterben. Was den sonst so akribischen Wissenschaftlern bestimmt selten passierte, war gegen Ende des Vortrages der Fall, die Seite über Clauerts Tod war nicht aufzufinden, worauf Gerhard Engel seine Frau fragte: „Auf welcher Seite stirbt er denn?“ Angeregt zu eigenen Schelmenstreichen, verließen die über sechzig Zuschauer süffisant lächelnd den Gemeindesaal. 37 Geschichten und viel über Hans Clauert und dem Autor Bartholomäus Krüger nachzulesen in: ISBN 978-3-89793-173-2 Verlag am Park, Berlin 1999/2008, zurück zu 2020-700
Professor Evamaria Engel Professor Gerhard Engel
Professor Evamaria Engel Professor Gerhard Engel
2020-01-18
2020-01-18 Ein neuer Baum für den Kirchplatz
Auf Initiative des Heimatvereins soll am Ende des Jahres der 700 Jahrfeier anstelle des auf dem Kirchplatz abgeholzten Baumes wieder ein neuer Baum gepflanzt werden. In der Auftaktveranstaltung des Heimatvereins und des BAZ e.V zu 700 Jahre Ersterwähnung von Zossen spendeten die Besucher dafür bereits 67 Euro. Vielen Dank.
2020-01-18
2020-01-18 Auftaktveranstaltung 700 Jahre Ersterwähnung von Zossen
Am 18. Januar eröffneten der Heimatverein und der BAZ e.V. ihre Veranstaltungsreihe anlässlich 700 Jahre Ersterwähnung von Zossen. Bürgermeisterin Wiebke Schwarzweller dankte beiden Vereinen für ihr Engagement. Nachdem die Vorsitzende des Heimatvereins, Karola Andrae, die Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung begrüßt hatte, übergab sie das Wort an die neue Bürgermeisterin Wiebke Schwarzweller. Diese dankte dem Heimatverein und dem BAZ für die Organisation der Veranstaltungsreihe zu 700 Jahre Ersterwähnung von Zossen gleich erst einmal mit einem Blumenstrauß. Der Gemeindesaal der evangelischen Kirchengemeinde sei ein ehrwürdiger Ort für eine derartige Veranstaltung, so die Bürgermeisterin und bedankte sich bei der Evangelischen Kirchengemeinde, aber auch bei den ehrenamtlichen Ortschronisten in dieser Stadt. Ausgehend davon, dass Zossen heute ein starkes Mittelzentrum sei, wagte sie dann einen historischen Rückblick auf die Entstehung und die Geschichte von Zossen. Referent Karl Heinz Bannasch vom Geschichtsverein Berlin Spandau, führte dann die Zuhörer in eine Zeitreise durch die Geschichte der Entstehung von Groß-Berlin. In seinem Vortrag breitete Bannasch vor den Zuhörern die Vorgeschichte der Gründung von Groß – Berlin aus. Er schilderte die wirtschaftliche und sozialen Lage in den später eingemeindeten Gemeinden, und das daraus resultierende Für und Wider für die Bildung einer Einheitsgemeinde Groß-Berlin. Der einst reichste Landkreis Teltow musste bei der Eingemeindung die meisten Federn lassen. Auch Spandau zeigte nur wenig Neigung für dieses Groß-Berlin. Von dessen ehemaligen Stadtrat sei der Ausspruch Überliefert „Es schütze uns des Kaisers Hand vor Großberlin und Zweckverband“, so Bannasch. Der Kaiser hätte ihm vielleicht geholfen, denn auch der Preußische Staat sei gegen eine Eingemeindung gewesen, den gab es aber 1920 nicht mehr und die Mehrheitsverhältnisse im Parlament hatten sich grundlegend verändert. Damit sei das Pro und Kontra aber noch nicht überwunden gewesen, was sich in dem knappen Abstimmungsergebnis widerspiegele. Schließlich fand sich eine 16-Stimmen- Mehrheit zur Annahme des Gesetzes: Das Ergebnis der Schlussabstimmung am 27. April 1920 lautete 165 : 148 Stimmen bei 5 Enthaltungen und 82 Fehlenden. Es habe auch Überlegungen gegeben einen Umkreis von 50 km um Berlin einzugemeinden, dann wäre Zossen heute Teil Berlins. Bannasch verwies auf die katastrophale Infrastruktur, die den Erfordernissen der Industrialisierung überhaupt nicht mehr entsprach. So habe es vor der Eingemeindung 16 eigenständige Straßenbahnverwaltungen, zwei verschiedene Spurbreiten gegeben. Die einzelnen Gemeinden verfolgten eigene Ziele in der Raumplanung, die mit den Nachbargemeinden nicht abgestimmt wurden. Spannend und emotional gestaltet sich dann die anschließende Fragerunde. Nachdem Bannasch auf die Frage von Silvio Fischer, ob er eine Analogie zwischen dem Für und Wider vor 1920 und dem Für und Wider bei der Volksabstimmung 1996 zur Einheit von Berlin und Brandenburg sehen würde, entfachte sich plötzlich eine Diskussion über die deutsche Einheit. An SPD, CDU/ CSU ließ Bannasch keinen guten Faden. Die einzige Partei, die konsequent an der Deutschen Einheit festhielt, sei die Partei von Dietrich Genscher gewesen. Am ende der Veranstaltung dankte Karola Andrae dem Referenten. Wer sich weiter über die Geschichte der Gründung Groß-Berlins informieren möchte, dem seien folgende Links empfohlen: https://berlingeschichte.de/bms/bmstxt00/0006prob.htm#seite4 https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9F-Berlin Text und Fotos: Dr. Rainer Reinecke