Heimatverein "Alter Krug" Zossen e.V.

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2016

2016-11-26 Wieder Advent

Adventsfeier ist doch jedes Jahr, also nichts Besonderes? Und doch erlebten die Mitglieder des Heimatvereins und ihre Angehörigen eine Adventsfeier, die sie so schnell nicht vergessen werden. Alle hatten eine schriftliche Einladung erhalten, nach der der Stollen um 15:30 Uhr angeschnitten werden sollte. Doch einige gingen dennoch von 16:00 Uhr wie in den vergangenen Jahren aus. So betrat Dagmar Rösch mit der Feststellung den Raum: „Ihr seid ja alle schon da, wie kommt denn das?“ Was ist denn da drinnen los? Allen fiel auf, dass sie Klaus Andrae noch gar nicht gesehen hatten. In ihrer Begrüßungsrede nannte dann Karola Andrae auch den Grund: Der Klaus lässt es sich gerade mit seinem Schwager in einem Fünfsternehotel in Marrakesch gut gehen. Die Stolle aus Chemnitz wurde dann doch noch fast pünktlich angeschnitten. Fleißige Helfer stellten sehr schnell Kaffeekannen auf die weihnachtlich geschmückten Tische und verteilten an jeden ein Stück Stolle. In einer Ecke des Raumes strahlten die Elektrokerzen an einem Weihnachtsbaum. Ob der denn echt sei wurde gefragt. Tatsächlich war der Baum mit seiner etwa achtzig Zentimeter Höhe so gleichförmig gewachsen, dass die Frage berechtigt war. Er war echt. Auf den Tischen flackerten echte Kerzen, der Duft von Apfelsinen mischte sich bald mit dem von frisch gebrühtem Kaffee, Schierker Feuerstein befeuerte die munteren Gespräche an den Kaffeetischen. Karola Andrae verkündete jetzt eine eigentlich nicht geplante Überraschung. Zwei Mitglieder aus der Jagdhornbläsergruppe, die jetzt regelmäßig im „Alten Krug“ probt, hatten sich angekündigt. Da Thomas Oelschläger und Eckhard Ritter jedoch im Freien spiel wollten, wurden kurzerhand die Fenster zur Hofseite geöffnet. Dann legten die beiden los. Alle bekannten Weihnachtslieder erklangen aus Trompete und Horn. Als sie sich von Klaus Voeckler überreden ließen, doch noch mit hinein zu gehen, wurde sie mit großem Applaus begrüßt. Wie es sich für eine Adventszeit gehört, wurde es dann sehr besinnlich. Karola Andrae hatte einige Vereinsmitglieder gebeten, doch einmal zu erzählen, wie sie Weihnachten in ihrer Kindheit verlebten. Sie ließ es sich nicht nehmen gleich einmal damit zu beginnen. Kassler, Sauerkraut und Kartoffeln, sei das traditionelle Weihnachtsgericht gewesen. Als ihr Mann, der aus Sachsen stammt, Würstchen einführen wollte, sei er damit gescheitert. In seiner Weihnachtsgeschichte erzählte Herr Muschert, dass seine Eltern wegen des Geschäfts kaum Zeit für ihn gehabt hätten und er von seiner sechzehn Jahre älteren Schwester erzogen worden sei. Zur Weihnachtsmahlzeit wurden Gänse gebraten, die er noch Tage zuvor als Junge gehütet hatte. Frau Klein erwähnte in ihrer Geschichte, dass sie Weihnachten mit ihrer Mutter allein verbrachte, weil der Vater Soldat war. Sie freute sich über eine neu gestrickte Mütze, einen neugestrickten Schal, auch wenn sie die Wolle wiedererkannte. Das Größte sei für sei gewesen, dass der Vater heil aus dem Krieg wiederkam. Frau Henke berichtete darüber, Frau Henke nimmt den 1. Preis entgegen wie sie Weihnachten in der Vorkriegszeit erlebt hat. Ein Weihnachtsbaum, eine Edeltanne aus der Baumschule Grunwald in Nächst Neuendorf schmückte das Wohnzimmer vom Boden bis zur Decke. Nach dem Kirchgang fanden sich im Esszimmer der Familie bis zu fünfzehn Personen ein. Die Geschenke seien reichlich ausgefallen. Ganz anders die Geschichte ihres Mannes, Herrn Henke. Dieser hatte sich zwar nicht an die Vorgabe gehalten eine Kindheitsgeschichte widerzugeben, sondern berichtet über Weihnachten im französischen Kriegsgefangenenlager. Dort haben die Kriegsgefangenen im Steinkohlebergbau gearbeitet. Liegend mussten sie in den nur sechzig Zentimeter hohen Flözen arbeiten. Oft seien sie 13 Stunden ohne Brot und Wasser gewesen. Die Kohlsuppenrationen seien nach Untertagearbeitern, Übertagearbeitern und Kranken portioniert worden. Zwei Tage vor Weihnachten seien bei einem schweren Grubenunglück mehrere seiner Kameraden ums Leben gekommen. Feierlaune kam da nicht auf. Nach dieser Geschichte hielten alle erst einmal einen Moment inne. Dann schwirrten Geschichten über eigene Weihnachtserlebnisse durch den Raum. Die Landfrauen Dagmar Rösch und Thea Stuck Nun wurde der Nachmittag noch einmal spannend. Die Auslosung der Tombola stand an. Herr Bley als jüngstes Vereinsmitglied spielte die Glücksfee. Großes Glück hatte dann Frau Henke. Sie gewann ein von Dr. Hartmut Klucke gemaltes Bild der Zossener Kirche. Schon eine ganze Weile waren Thea Stuck und Dagmar Rösch nicht mehr im Raum. Sie hatten in der Küche zu tun. Was zu Hause vorbereitet worden war, musste jetzt auf die Teller. Den Tafelspitz, der dann aufgetafelt wurde, hätten die Landfrauen nicht besser zubereiten können. Doch damit noch nicht genug. Der Nachtisch mit angeschmorten Apfelstücken, Schlagsahne und Rumrosinen stand dem Hauptgericht in nichts nach. Als die beiden Landfrauen dann den Raum betraten, wurden sie mit tosendem Beifall empfangen. Vielen Dank für diese wieder gelungene Adventsfeier an Frau Andrae, die dieses Mal ohne ihren Klaus agieren musste, an die beiden Landfrauen und die Helfer, die einfach zupackten. Text und Fotos: Dr. Rainer Reinecke zurück zu Chronik

2016-11-26 Wieder Advent
Was ist denn da drinnen los?Was ist denn da drinnen los?
Was ist denn da drinnen los?Was ist denn da drinnen los?
2016-11-26 Wieder Advent
2016-11-26 Wieder Advent
2016-11-26 Wieder Advent
2016-11-26 Wieder Advent
2016-11-26 Wieder Advent
2016-11-26 Wieder Advent
Frau Henke nimmt den 1. Preis entgegenFrau Henke nimmt den 1. Preis entgegen
Die Landfrauen Dagmar Rösch und Thea StuckDie Landfrauen Dagmar Rösch und Thea Stuck

2016-11-19 Spinnstubenzauber - Buchvorstellung

Sitzend am Tisch links Klaus Voeckler, rechts Jürgen Melzer Spinnstubenzauber - Sagen, Geschichten und Schnurren aus der Region, so hat Klaus Voeckler sein neues Buch betitelt. Bemerkenswert sind auch die Illustrationen des Zossener Malers Jürgen Melzer. Hexerei, Magie leben in den Sagen, Geschichten und Schnurren wieder auf. Glaube kann Berge versetzen, Aberglauben kann tödlich sein. Erwerben können Sie dieses Buch für 14,50 Euro hier über Kontakt. Titelseite des Buches Illustration Jürgen Melzer Unser „Spinnstubenzauber" führt den Leser, der sich einen Sinn für das Fantastische bewahrt hat, tief hinein in die übernatürliche Gedankenwelt unserer Vorfahren. Das dichterische naive Volksgemüt besaß seit eh und je eine Neigung, reale Begebenheiten, Personen und Orte mit einem illustren Schleier des Mystischen zu umgeben. Ein tief im Volke verwurzelter Aberglaube ließ die Grenzen zwischen dem Wirklichen und Irrealen verschwimmen. Vor Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, öffnet sich ein geheimnisvolles, zauberhaftes Lokalkolorit des Fantastischen aus dem Teltow und im Besonderen der Zossener Region. So verspricht es der Klappentext. Aber lesen Sie selbst! Zurück zu Chronik

Sitzend am Tisch links Klaus Voeckler, rechts Jürgen MelzerSitzend am Tisch links Klaus Voeckler, rechts Jürgen Melzer
Titelseite des Buches Illustration Jürgen MelzerTitelseite des Buches Illustration Jürgen Melzer
Titelseite des Buches Illustration Jürgen MelzerTitelseite des Buches Illustration Jürgen Melzer

2016-11-10 Maria - Kind einer Kriegsgeneration

Die „Hütte“ w ar voll, so könnte man diesen Abend beschreiben, denn der Slogan „der Krug war voll“ würde mehr an ein Trinkgelage erinnern. Aber der Reihe nach. Zu ungewohnter Zeit – Donnerstag um 18 Uhr- wollten wir das Buch „Maria“ vorstellen. Ja, welche Stuhlmenge sollten wir bereitstellen? Meine Erfahrungen besagten, viele Gäste werden kommen, also alle Stühle hinstellen. Das sahen mein Mann Klaus und der Autor Dr. Reinecke doch skeptisch und von mir etwas übertrieben. Na, dann setzen wir alle Gäste an die oberen Tische für etwa fünfzehn Leute und lassen den Rest frei. So blieben alle Stühle stehen. Dieses Bild zeigt noch den Zustand um 17.20 Uhr, Leere. Danach musste ich noch meinen Mann abholen, da Teile der Sicherungen ausgefallen waren, der Glühweinkocher nicht heizte und das Mikro noch fehlte. Nach meiner Rückkehr waren die Plätze an den Tischen schon belegt und bis zum Beginn um 18 Uhr waren alle Plätze besetzt. Es wurden noch 2,5 Liter heißen Tee und 6 Flaschen Glühwein ausgegeben und dann ging es los. Die Buchidee entstand so bei Erzählungen über den Schrebergartenzaun. Herr Dr. Reinecke hat damit sein erstes Buch geschrieben. Hatte er doch bisher in unserem Krug nur Bücher Dritter präsentiert. Für unseren Verein zeichnet er für den ganzen Internetauftritt und 99% der Texte verantwortlich. Die nun erzählte Lebensgeschichte von Maria würde sich auch als Grundlage eines Filmes eignen. Maria, als Kind, das seinen leiblichen Vater nie kennenlernen sollte, mit sechs Jahre von der Mutter verlassen wurde und schließlich in einem katholischen Kinderheim landete. Dort erlebte sie Züchtigung und Fürsorge der Schwestern, die Kriegswirren mit Fluchterlebnissen sowie Not und Angst, bis sie schließlich mit den Schwestern und anderen Kindern das Caritas-Heim in Bad Saarow beziehen konnten. Von dort von einem neuen Stiefvater abgeholt und nach Leipzig mitgenommen. Wie kommt man zurecht, wenn man vorher über Jahre in einer „Großfamilie“ gelebt hat und nun an der Ruhe und Stille verzweifelt. Den Weg zur Lehrerin, den vielen Haltepunkten, letzte der Wohnungswechsel mit neuen Aufgaben nach Zossen und zum Schluss dann Funktionärin bei der DSF (Gesellschaft für Deutsch sowjetische Freundschaft). Heute lebt Maria mit ihrem Mann und dem Pudel Maxi in ihrem Häuschen in ruhiger Lage in Zossen. Die Besucher wurden voll in den Bann des Gesagten und Vorgelesenen gezogen. Schneller als gedacht waren dann 1,5 Stunden vergangen. Einige Besucher erinnerten sich selbst an ihre Erlebnisse mit Maria oder Zeiten der Flucht und des Krieges. Maria und Dr. Reinecke ermunterten die Gäste, doch selbst mal einiges über das eigene Leben aufzuschreiben, es geht sonst so vieles verloren und wie gehört kann das Alltägliche auch spannend sein. Die volle „Hütte“ ließen dann auch nur noch diese Bilder zu, denn ein durchdringen nach vorn war nicht mehr möglich. Nun alles haben wir natürlich nicht erfahren und wurden animiert doch das Büchlein zu erwerben. Zu beziehen ist es über den Verlag Edition SOLAR-X http://shop.edition-sx.de/ ISBN: 978-3-945713-23-5 Text: Karola Andrae Fotos: Klaus Andrae zurück zu Chronik

2016-11-10 Maria - Kind einer Kriegsgeneration
2016-11-10 Maria - Kind einer Kriegsgeneration
2016-11-10 Maria - Kind einer Kriegsgeneration

2016-11-05 Archäologie - Wünsdorf Halbmondlager und Moschee

Am 05. November 2011 berichtete Archäologie Ulrich Wiegmann über Ausgrabungen in Begleitung des Baus der Versorgungsleitungen zur Erstaufnahmeeinrichtung Wünsdorf. Seinen Vortrag überschrieb er dann auch „Wünsdorf Halbmondlager und Moschee“. Er leitete den Vortrag mit einer kurzen Darstellung der historischen Hintergründe für die Existenz des Halbmondlagers und der Moschee ein. In dem Kriegsgefangenenlager waren hauptsächlich islamische Gefangene aus den ehemaligen britischen und französischen Kolonien interniert. Aber auch Inder und Gefangene aus der russischen Armee lebten hier. Das Ziel der Internierung dieser Menschen bestand darin, sie dafür zu gewinnen, gegen ihre Kolonialmächte, die ja zugleich die Feinde Deutschlands waren, zu kämpfen. Sultan-Kalif des Osmanischen Reiches rief die Muslime, die als Soldaten aus den Kolonien auf Seiten Englands und Frankreichs kämpften, zum Dschihad , zum Heiligen Krieg, gegen ihre Kolonialherren auf. Über das Halbmondlager wurde schon viel geschrieben. Auch eine Zossenerin, Heike Liebau, forscht und publiziert über das Leben der Kriegsgefangenen im Lager. Auf Deutschlandradio Kultur hat sie wesentliche Ergebnisse ihrer Forschung zusammengefasst. http://www.deutschlandradiokultur.de/tonaufnahmen-von-kriegsgefangenen-die-stimmen-der-welt.1001.de.html?dram:article_id=335039 Erst 2015 konnte durch Ausgrabungen unter Leitung von Prof. Dr. Reinhard Bernbeck, Institut für Vorderasiatische Archäologie der Freien Universität Berlin, der genaue Standort der ehemaligen Mosche bestimmt werden. Sprachwissenschaftler, Ethnologen und Musikforscher, so Wiegmann, nutzten die Gelegenheiten für ihre Forschungen. Sie brauchten jetzt nicht mehr um die Welt zu reisen, sondern hatten Vertreter der verschiedenen Ethnien konzentriert an einem Ort zusammen. So entstanden unter Leitung des Sprachwissenschaftler Wilhelm Doegen, einmalige Tonaufnahmen auf Tonplatten. Seit etwa 2000 werden die Texte der Lieder und Berichte ins Deutsche übersetzt. Für die Erstaufnahmeeinrichtung musste eine neue Versorgungsleitung gelegt werden, jetzt kommt das Team von Ulrich Wiegmann ins Spiel. Er und seine Mitarbeiter untersuchen den freigelegten Boden. Da jedoch hier bereits früher Versorgungsleitungen verlegt wurden, fanden sie nur einen schmalen, seit der Zeit des Halbmondlagers unversehrten, Streifen vor. Ob Wissenschaftler, die das Leben im Lager erforschen, ob die Übersetzer der Aufnahmen auf Platten und Walzen, ob Archäologen, die nach Gegenständen, Gebäuderesten und menschlichen Hinterlassenschaften suchen, alle verbindet ein Ziel, sie möchten der Vergangenheit ein Gesicht und eine Stimme geben. Gefunden haben Wiegmann und seine Mitarbeiter zwar nicht allzu viel, jedoch darunter doch einige Gegenstände und Mauerreste, die unsere Erkenntnisse über das Halbmondlager erweitern und vertiefen. Da waren die Gruben, in denen die Asche aus den Heizöfen vergraben wurden. Ein Metallbruchstück konnte nach Vergleichen mit Kanonenöfen aus EBAY und Fotografien aus dem Lager als Fuß eines solchen Ofens identifiziert werden. Die Oberfläche gefundener Schamottesteine lässt den Schluss zu, dass die Öfen oft überhitzt waren. Dies war angesichts der nicht isolierten Holzwände der Lagerbaracken und der strengen Kriegswinter auch kein Wunder. Ein Stück Abwasserrohr enthält die Aufschrift Firma Palko, Bitterfeld, 200mm. Diese Firma existiert heute nicht mehr, aber immerhin rüstete sie Moskau mit Versorgungsrohren aus. Zu den Fundstücken gehören auch Spanneisen von der Holzkonstruktion der Moschee, die Tasse einer Feldflasche der österreich-ungarischen Armee, ein Flaschenverschluss mit der Aufschrift „Bayerische Brauerei Cottbus. Wiegmann hatte angenommen, bei den Grabungen auch auf Fundamentreste der Baracken zu finden. Doch lange Zeit nichts. Doch dann doch noch das Fundament einer Baracke. So wurde wieder ein Stück Geschichte weitergeschrieben und die Besucher an diesem Nachmittag haben aus erstem Munde davon erfahren. Danke Ulrich Wiegmann. Oft weist die Geschichte Verläufe auf, in denen sich scheinbar Kreise schließen. Genau hundert Jahre später leben an gleicher Stelle wieder islamisch Gläubige. Mehr zur Geschichte des Halbmondlagers können Sie hier erfahren: WIKIPEDIA https://de.wikipedia.org/wiki/Halbmondlager Artikel über den Film „The Halfmoon Files“ (2007) http://www.spielfilm.de/filme/902384/the-halfmoon-files Dieser Artikel enthält auch Textpassagen aus den Tonaufzeichnungen im Lager. Spiegel-Online. In diesem Beitrag können Sie drei digitalisierte Aufnahmen aus dem Lager aufrufen. http://www.spiegel.de/einestages/halbmondlager-die-erste-deutsche-moschee-in-wuensdorf-a-1043358.html . Dazu auch eine Fotostrecke unter: http://www.spiegel.de/fotostrecke/moschee-wuensdorf-erstes-deutsches-gotteshaus-des-islam-fotostrecke-128071-6.html Auch DIE ZEIT widmet dem Lager und seinen historischen Hintergründen einen ausführlichen Artikel. http://www.zeit.de/2016/45/wuensdorf-fluechtlinge-lager-1-weltkrieg-afd https://www.youtube.com/watch?v=LmyxzZC_YZU Text und Fotos: Dr. Rainer Reinecke Für Internet aufbereitet: Oliver Andrae. zurück zu Chronik

2016-11-05 Archäologie - Wünsdorf Halbmondlager und Moschee
2016-11-05 Archäologie - Wünsdorf Halbmondlager und Moschee
2016-11-05 Archäologie - Wünsdorf Halbmondlager und Moschee

2016-10-01 Martin Luther

Die Zuhörer des Vortrages von Michael Münchow über Martin Luther (10.11.1483-18.02.1546) und die Reformation, sind jetzt bestens auf das Reformationsjahr 2017 eingestimmt. Zunächst stellte Münchow Luther in seine Zeit. Wenige Jahre zuvor war der Buchdruck erfunden. Ohne Buchdruck hätten Luthers Schriften auch keine so weite Verbreitung finden können. Christoph Columbus hatte Amerika entdeckt. Kulturhistorisch wirkte Luther in der Zeit der Renaissance. In einer Zeit also in welcher Persönlichkeiten, wie Erasmus von Rotterdam, Lucas Cranach d.Ä., Michelangelo, Leonardo da Vinci. Nicolò Machiavelli, wirkten. Im Folgenden zeichnete Münchow den Lebens- und Erkenntnisweg Luthers nach. Ganz fremd war den Besuchern Martin Luther natürlich nicht. Zum einen war Martin Luther und die Reformation ja auch Gegenstand des Schulunterrichts. Dieser lag bei den meisten Zuhörern aber schon Jahre zurück. Zum anderen begingen 1983 Ost und West das Lutherjahr. Dennoch in so kompakter Weise das Leben des Reformators nochmals vor Augen geführt zu bekommen, war bestimmt für jeden Teilnehmer ein Gewinn. Überlegenswert ist sicherlich, solch gemeinsame Veranstaltungen von Heimatverein und Volkshochschule regelmäßiger durchzuführen. Text: Dr. Rainer Reinecke Fotos: Klaus Andrae zurück zu Chronik

2016-10-01 Martin Luther
2016-10-01 Martin Luther
2016-10-01 Martin Luther
2016-10-01 Martin Luther

2016-09-11 Tag des Offenen Denkamls

Eröffnung der Ausstellung SPIELZEUG AUS DER DDR Unter dem Motto "Gemeinsam Denkmäler erhalten" öffneten in diesem Jahr bundesweit mehr als 8000 historische Bauwerke ihre Türen, unter ihnen das Zossener Heimatmuseum "Alter Krug" sowie das Schulmuseum im sanierten denkmalgeschützten Haus Kirchplatz 7. Bereits ab 11 Uhr konnten Besucher das Heimatmuseum besichtigen, sich im Garten ausruhen, einen Imbiss zu sich nehmen, Gedanken austauschen. Als um14 Uhr Frau Andrae, die Vorstandsvorsitzende des Heimatvereins, die Ausstellung eröffnete, hatten sich bei strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen zahlreiche Gäste eingefunden. Frau Andrae erwähnte, dass in dieser Schau Exponate aus einem Zeitraum von Anfang der fünfziger Jahre bis zur Wende zu sehen sind - Leihgaben aus der Region, die einmalig bereitgestellt wurden. Sie erinnerte an damalige Spielzeugläden in Zossen, z.B. Puppen-Scheel in der Baruther Straße. Auch im Geschäft der Fa. Schwendy waren Spielwaren erhältlich. Verglichen wurde mit dem gegenwärtigen Überangebot, das aber Qualitätsansprüchen nicht immer genügt. Am 5. September wurde mit dem Aufbau der Ausstellung begonnen, und nach sehr vielen Arbeitsstunden ist eine wunderbare Spielzeugwelt entstanden, die einen breit gefächerten Einblick in vergangene Jahrzehnte gewährt. Frau Andrae dankte allen Leihgebern und Unterstützern und hofft auf zahlreiche Interessierte an der noch bis zum 31. Oktober 2016 laufenden Spielzeugausstellung. Sie lud zur Besichtigung ein und wünschte allen einen vergnüglichen Nachmittag. Es ist kaum möglich, hier alles aufzuzählen, was man betrachten kann und was Kinderherzen höherschlagen ließ. Die Besucher zeigten jedenfalls größtes Interesse an den Exponaten - liebevoll arrangiert in Vitrinen, auf Tischen, auf dem Fußboden, an Fenstern oder auf Fensterbrettern. Da gab es so vieles zu bestaunen: Puppen verschiedener Art und Größe, ein möbliertes Puppenhaus, Plüschtiere, Brett- und Kartenspiele, eine Autorennbahn, Bausätze, ein Tretroller Marke Eigenbau, Herd, Geschirr und Nähmaschine für kleine Hausfrauen, Handpuppenfiguren - u.a. Herr Fuchs, Frau Elster, Pittiplatsch, Borstel, das Sandmännchen - und noch so viele Dinge mehr... Da wurden natürlich Erinnerungen wach: "Weißt du noch? Damit habe ich auch gespielt. Meine Kinder hatten das zu Weihnachten bekommen. Damit hatten wir viel Spaß. Diese Autos für die Rennbahn sprangen leicht aus der Spur. So eine Puppe hätte ich auch gern gehabt..." Selbstverständlich kam das Fachsimpeln beim technischen Spielzeug auch nicht zu kurz. Nicht zu vergessen sind die bei den kleinen und größeren Lesern beliebten Zeitungen und Zeitschriften wie z.B. Bummi, ABC-Zeitung und Frösi sowie Bücher zu unterschiedlichen Sachthemen. Während dieses Nachmittags besichtigten die Besucher nicht nur das Museum mit seiner Ausstellung, sondern saßen auch gemütlich bei selbstgebackenem Kuchen, Kaffee oder kühlenden Getränken unter dem sonnengeschützten Zeltdach beisammen. Die Schwarze Küche war ebenfalls in Betrieb und bot Würstchen an. Bei der Tombola versuchten fast alle ihr Glück, und eine Niete war erst recht Anreiz, noch einmal oder mehrmals zuzugreifen, um vielleicht doch zu den glücklichen Gewinnern zu gehören. Die Ausstellung "Spielzeug aus der DDR" erfreute sich am Tag des offenen Denkmals regen Interesses. Sie zählte bis zum Zeitpunkt der Eröffnung um 14 Uhr bereits einundfünfzig Besucher, danach erschienen weitere siebzig Gäste. Die Führungen durch das Schulmuseum nahmen zweiundvierzig Bürgerinnen und Bürger wahr. Mit der Präsentation von Spielzeug aus der DDR-Zeit - ohne Handy und PC - werden durch die Rückschau auf Vergangenes bei den Gästen nicht nur Erinnerungen lebendig, sondern sie regt zu Vergleichen mit der jetzigen Spielzeugwelt an, wie die angeregten Gespräche am Eröffnungstag zeigten. Es ist zu wünschen, dass noch viele Besucher, Erwachsene wie Kinder, die Gelegenheit zu einem Besuch dieser beeindruckenden Spielzeugschau wahrnehmen - es lohnt sich! Großer Dank gebührt jenen, die die Idee zu dieser Ausstellung in die Tat umsetzten, allen Leihgebern und den fleißigen Helfern, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben. Text und Fotos: Rosemarie Awdoschin zurück zu Chronik

2016-09-11 Tag des Offenen Denkamls
2016-09-11 Tag des Offenen Denkamls
2016-09-11 Tag des Offenen Denkamls

2016-08-27 Das wieder etwas andere Weinbergfest

Am 27. August 2016 fand auf dem Hof des Museums „Alter Krug“ des Heimatverein Zossen das 5. Weinfest statt. Das herrliche Wetter lockte zahlreiche Besucher auf den Hof des Heimatmuseums „Alter Krug“. So waren innerhalb kurzer Zeit alle Plätze besetzt und es mussten noch Tische und Stühle aus dem Museum zusätzlich aufgestellt werden. Alles war sehr liebevoll durch viele ehrenamtliche Helfer vorbereitet und ausgestaltet, und so wurde diese Arbeit belohnt. Über 100 Gäste konnten auf dem Weinbergfest 2016 begrüßt werden Die Gäste wurden durch die Initiatoren des 5. Weinbergfestes, Frau Andrea Tetzlaff und Frau Dr. Karin Günther begrüßt und umsorgt. Die vielen fleißigen Helfer am Getränkeausschank, am Grill und bei der Musik trugen dazu bei, dass die Veranstaltung als „voll Gelungen“ bezeichnet werden kann! Text und Fotos: Silvia Zahn zurück zu Chronik

2016-08-27 Das wieder etwas andere Weinbergfest
Über 100 Gäste konnten auf dem Weinbergfest 2016 begrüßt werdenÜber 100 Gäste konnten auf dem Weinbergfest 2016 begrüßt werden
Über 100 Gäste konnten auf dem Weinbergfest 2016 begrüßt werdenÜber 100 Gäste konnten auf dem Weinbergfest 2016 begrüßt werden

2016-07-23 "Nicht nur Sumpf und Sand ..."

Frau Karola Andrae eröffnet die Veranstaltung mit Klaus Voeckler Am Sonnabend, den 23. Juli referierte Klaus Voeckler zur Geschichte des Zossener Ortsteils Nächst Neuendorf und stellte im „Alten Krug“ sein Buch „Nicht nur Sumpf und Sand – Ein Beitrag zur Heimatgeschichte Nächst Neuendorfs“ vor. Die Nächst Neuendorfer feierten am 25. Und 26. Juni gemeinsam mit ihren Gästen 475 Jahre ersturkundliche Erwähnung ihres Ortes. Pünktlich zum Jahrestag veröffentlichte Klaus Voeckler sein Buch zur Heimatgeschichte Nächst Neuendorfs. Auch eine Ausstellung mit alten Ansichten und Dokumenten konnte Klaus Voeckler präsentieren. Diese Ausstellung ist ab sofort im „Alten Krug“ zu sehen. Seit nunmehr 45 Jahren beschäftigt sich Klaus Voeckler mit der Geschichte von Nächst Neuendorf aber auch mit der Geschichte des ehemaligen Amtes Zossen und seiner dazugehörigen Gemeinden. Seit einiger Zeit konzentriert er sich auf die Forschung zur Geschichte der Ortsteile, die heute zur Stadt Zossen gehören. Nächst Neuendorf hat schon lange vor seiner ersturkundlichen Erwähnung vor 475 Jahren existiert, wie lange jedoch vermag niemand zu sagen. Sehr warm war dieser Sommertag, an dem der Heimatverein, zu dieser Veranstaltung geladen hatte. Deshalb wurde Kaffee und Kuchen nicht im Krug, sondern unter dem Schleppdach serviert. Nein nicht serviert, holen mussten die Besucher Kaffee und Kuchen schon selbst, aber geschmeckt hat es allen. Fast pünktlich zu 16 Uhr begann dann der Vortrag im Krug. Klaus Vockler signiert für den Tierfilmer Gerhard Kretlow Für Heimatfreunde lesenswert Standesgemäß nahm Klaus Voeckler am über 250 Jahre alten Brenzschen Stirnwandtisch aus Nächst Neuendorf Platz. Die wichtigsten Abschnitte der Geschichte Nächst Neuendorfs gab Klaus Voeckler gespickt mit vielen interessanten Details wider. So erfuhren die Zuhörer, was der schwedische Stahlhans mit der Dokument der Ersterwähnung Geschichte Nächst Neuendorfs zu tun hat, wie die von Schliebens und von Torgos in die Geschichte Nächst Neuendorfs verstrickt waren, welch unschätzbaren Wert Erbregister für die Heimatforschung haben, wie Archäologie zur Geschichtsschreibung beiträgt. Aber auch wie einzelne Familien die Geschichte eines Ortes prägen, warum Nächst Neuendorf nicht nur Sumpf und Sand bedeutet, sondern eine sehr wechselvolle eigene Geschichte hat, eine ehemalige Slawenburg entdeckt wurde, wie die Dorfschulmeister lebten, all in einer Stunde Vortrag. Wer Klaus Voeckler so erlebt, kann nur jedes Mal staunen wie er all die Details im Kopf hat. Mit der eigenen Geschichte des Ortes, ist das so eine Sache, hing doch Nächst Neuendorf immer eng mit Zossen zusammen. Eher der Gewalt gehorchend als dem eigenen Willen folgend besteht diese Verbindung nun schon seit mehreren hundert Jahren. Dennoch haben die Nächst Neuendorfer immer ihren Stolz bewahrt. Am Ende des Vortrages bedankte sich Klaus Voeckler bei Gudrun Timm, der Ortsvorsteherin von Nächst Neuendorf für die Zusammenarbeit. Wer sich für die Geschichtsschreibung über Orte interessiert, vielleicht darüber nachdenkt, die Geschichte seines eigenen Ortes zu erforschen und aufzuschreiben, den sei dieses Buch unbedingt empfohlen. Text und Fotos: Dr. Rainer Reinecke zurück zu Chronik

Frau Karola Andrae eröffnet die Veranstaltung mit Klaus VoecklerFrau Karola Andrae eröffnet die Veranstaltung mit Klaus Voeckler
Klaus Vockler signiert für den Tierfilmer Gerhard Kretlow Für Heimatfreunde lesenswertKlaus Vockler signiert für den Tierfilmer Gerhard Kretlow Für Heimatfreunde lesenswert
Klaus Vockler signiert für den Tierfilmer Gerhard Kretlow Für Heimatfreunde lesenswertKlaus Vockler signiert für den Tierfilmer Gerhard Kretlow Für Heimatfreunde lesenswert
Dokument der ErsterwähnungDokument der Ersterwähnung

2016-05-22 Vereinsausflug Friedhof Stahsdorf u. Wannsee

08:30 Bushaltestelle Straße der Befreiung. Die meisten der Teilnehmer an diesem Vereinsausflug hatten sich bereits hier eingefunden. Die roten Leuchtziffern an der Busuhr zeigten bereits 09:39. Wäre der Bus nach dieser Zeit losgefahren, hätten ihn einige nicht mehr erreicht. Aber schnell wurde festgestellt, diese Uhr geht neun Minuten vor. Karola Andrae ging mit der Teilnehmerliste durch den Bus und tat laut kund: Frau Miersch fehlt. Jetzt rätselten alle, was denn mit ihr sein könnte. Am nächsten Halt auf dem Markt fand sie sich dann doch noch ein. Dafür fehlten jedoch drei andere, die eigentlich teilnehmen wollten. Beim letzten Halt in Dabendorf bestiegen dann noch die restlichen Teilnehmer den Bus. Für Dagmar und Rainer Rösch war die erste Sitzreihe reserviert, denn sie hatten den Ausflug organisiert und leiteten den Busfahrer mit seinen Gästen sicher zum Friedhof in Stahnsdorf. Dagmar Rösch war in Stahnsdorf aufgewachsen, und sie habe in der Gaststätte am Friedhof auch ihren Mann kennengelernt. Am Friedhof begrüßte Jürgen Böhm, Vorsitzender des Stahnsdorfer Heimatvereins, die Mitglieder und Gäste des Zossener Heimatvereins. Zunächst führte der Weg zu dem Platz vor dem Christus-Relief. „Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken“. Geschaffen von Karl Ludwig Manzel (* 3. Juni1858 in Kagendorf in Vorpommern; † 20. Juni1936 in Berlin). „Ursprünglich war das Relief für eine neu zu errichtender Kirche in Gnesen gedacht, so Böhm, „Da die Stadt jedoch 1920 an Polen abgetreten wurde, kam es nicht mehr dazu.“ Die 24 Figuren auf dem Relief zeigen an verschiedenen Gebrechen Leidende, die von Christus Hilfe erhoffen. „Gleich links neben Christus neigt eine Frau ihr Gesicht nach vorn. Sie führt eine blinde Frau. Das geneigte Gesicht ist ein Abbild der Frau Manzels. In mehreren seiner Werke findet sich das Gesicht seiner Frau wieder.“ Christusdenkmal Jetzt erfuhren alle noch etwas über die Größe des Friedhofs. Er ist mit 206 ha der zweitgrößte Friedhof in Deutschland. Von den 206 ha würden derzeit 155 ha als Friedhof genutzt. Er wurde vom Garteningenieur der Berliner Stadtsynode Louis Meyer gestaltet und 1909 eröffnet. Das explodierende Bevölkerungswachstums im Berlin um 1900 ließ die Friedhofplätze knapp werden. Deshalb erwarb die Berliner Stadtsynodalverband Flächen im Umland. Die Geschichte des Friedhofs lässt sich gut nachlesen bei Wikipedia und auf der Internetseite des Fördervereins. Auf Wikipedia findet sich auch eine Liste aller bekannten Persönlichkeiten, die dort ihre letzte Ruhe gefunden haben. Auf der Interseite des Fördervereins finden sich unter anderem auch ein Plan der Grabstätten, Informationen zur Friedhofskapelle und eine Bildergalerie. Wie sollten aber die Berliner nun zu den Begräbnisstätten ihre Lieben kommen? Die Berliner Stadtsynode wandte sich an die Bahn. Diese habe jedoch keinen Bedarf gesehen, so habe sich Synode entschlossen den Bahnanschluss selbst zu bauen. Doch bald widerten Grundstücksmakler hier ein Geschäft und unterstützten den Bau, letztlich nicht zu ihrem Schaden. Da noch Zeit bis zum Eintreffen des zweiten Führers verblieb, informierte Böhm ausführlich über den jetzigen Streit um die Bahnanbindung. S-Bahn oder Regionalbahn, Sackbahnhof oder Umfahrung, das scheinen die Streitpunkte zu sein. Pünktlich 10.00 Uhr traf dann Gerhard Petzholtz ein. Jetzt wurde die Gruppe geteilt. Diejenigen, die gut zu Fuß waren folgten Jürgen Böhm, die nicht so gut zu Fuß waren und sich selbstironisch als Schildköten bezeichneten, folgten Gerhard Petzholtz. 01/33 Beim Gang durch die Friedhofsanlage fällt erst einmal die gepflegte, in vielem der Natur überlassene, Landschaft auf. Die Kirche, in nur sechs Monaten erbaut, ähnelt der Stabkirche Vang, einer mittelalterlichen norwegischen Stabholzkirche, die 1841 vom preußischen König Friedrich Wilhelm IV. erworben wurde. Er ließ sie abtragen und im heutigen Karpacz wieder aufstellen. „eine Zeit lang nahmen wir an, unsere Kirche sei auch eine Stabholzkirche“, so Böhm, „doch wir mussten uns korrigieren. Es handelt sich bei unserer Kirche um eine Kirche in waagerechter Blockbauweise handelt.“ Die Kirchenglocken wurden in Bochum gegossen, die Sauer-Orgal in Mühlrose hergestellt. Heute wird die Kirche hauptsächlich für Trauerfeiern und wegen ihrer guten Akustik als Konzerthalle genutzt. Einige Grabstätten an denen die Gutzufußgruppe Halt machte: Friedrich Wilhelm Murnau; auch F. W. Murnau (* 28. Dezember 1888 als Friedrich Wilhelm Plumpe in Bielefeld; † 11. März 1931 in Santa Barbara, Kalifornien) gilt als einer der bedeutendsten deutschen Filmregisseure der Stummfilmära. Gustav Kadelburg, hier erwartet die Besucher eine Collage aus Liedern und Texten zu seinem bekannten Lustspiel „Im weißen Rössl“, Grabstätte des Alexander Heinrich Rudolph von Kluck (* 20. Mai 1846 in Münster (Westfalen); † 19. Oktober 1934 in Berlin) war ein preußischer Generaloberst und Armeeoberbefehlshaber im Ersten Weltkrieg. Kadelburg Mausoleum errichtet 1925 - Gustav Kadelburg, österreichischer Schauspieler und Lustspielautor expressionistisches Grabdenkmal für August Wissinger, einem Samengroßhändler geschaffen von Max Taut 1921 Eigentlich sollte dieses Grabmal noch mit buntem Glas ringsherum verglast werden. Grabmal mit den drei Nornen aus der germanischen Mythologie Grabanlage Werner von Siemens, 13.12.1816-06.12.1892 Neben der Siemensanlage die Grabstätte eines der Ingenieure und Manger, Max Haller, 23.03.1867-26.05.1935 Grabstätte Lambsdorff, Otto Friedrich Wilhelm von der Wenge, Graf Lambsdorff,20.12.1926-5.12.2009 Dr. Friedrich Weissler, Mitglied der bekennenden Kirche, 28.04.1891 umgekommen 19.02.1937 im KZ Sachsenhausen Grabstätte Wilhelm Kuhnert, Tiermaler - Brehms Tierleben, 28.01.1865 - 11.02.1926 Grabstätte Heinrich Zille, 10.01.1858 - 09.08.1929 Pinselheinrich, Heinrich Zille, wurde hier unter großer Anteilnahme beigesetzt. Etwa zweitausend Trauergäste reihten sich in den Trauerzug ein. Legatioinsrat Krebs, 05.11.1887-31.03.1930, beherrschte 60 Sprachen in Wort und Schrift Familienmausoleum Hardeneck Grabstätte eines Kapitäns und seiner Familie Nach so viel Informationen und einem ausgedehnten Spaziergang war Stärkung nötig geworden. Nach kurzer Busfahrt kehrte, die nun wieder vereinte, Truppe im Schnitzelhaus ein. Nach der Vorspeise wurden Schnitzel aufgetragen und dazu als Beilagen Kartoffeln, Bratkartoffeln, Spätzle, Buntes mit Paprika, Champignons serviert. Dagmar Rösch kannte diese Gaststätte noch aus ihren Abiturzeiten: „Hier haben wir oft Rambazamba veranstaltet.“ Stahnsdorfer Hof Der zweite Teil des Ausfluges gestaltete sich dann ganz anders. Nach kurzer Busfahrt, die nicht einmal für ein Mittagsschläfchen reichte, legte unter lauten dreifachen Schiffssirenengeheul das Fahrgastschiff, viele sagen dazu immer noch Dampfer, zur Siebenseenrundfahrt ab. Half auf dem Friedhof noch der Schatten der Bäume die Hitze erträglicher zu machen, so schipperte jetzt die Gruppe unter sengender 01/20 Sieben - Seen - Rundfahrt Impressionen Sonne durch sieben Seen, den Kleinen Wannsee, über den Pohlesee, Stölpchensee, Griebnitzsee, die Glienicker Lake, den Jungfernsee und über die Havel zurück zum Großen Wannsee. Nicht nur viele Villen am Ufer, sondern auch viel geschichtsträchtiges: der Sommersitz von Kaiser Wilhelm I und UNESCO Weltkulturerbe, die Glienicker Brücke die Truman-Villa und die Churchill-Villa, das Schloss Cecilienhof, Fahrt durch die Glienicker Brücke, Haus der Wannseekonferenz. Nicht geplant war die Sauna im Anschluss. Entweder funktionierte im Bus die Klimaanlage nicht oder er hatte gar keine. Den Organisatoren, den Führern, der Kassiererin, dem Busfahrer ein herzliches Dankeschön!!! Text und Fotos: Dr. Rainer Reinecke zurück zu Chronik

2016-05-22 Vereinsausflug Friedhof Stahsdorf u. Wannsee
ChristusdenkmalChristusdenkmal
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2016-05-22 Vereinsausflug Friedhof Stahsdorf u. Wannsee
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Stahnsdorfer HofStahnsdorfer Hof
Stahnsdorfer HofStahnsdorfer Hof
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2016-05-07 Der frühe Vogel fängt den Wurm

Etwa 40 frühe Vögel hatten sich zur Frühwanderung mit Heimatkundler Klaus Voeckler eingefunden. Den Wurm, den sie fangen wollten, war Wissen über die Ortsgeschichte von Nächst Neuendorf. Der Heimatverein wählte für die Frühwanderung Nächst Neuendorf, weil der Ort in diesem Jahr 475 Jahre alt wird. Beim ersten Stopp auf dem Gelände der ehemaligen Baumschule Grunwald erzählte Klaus Voeckler die Geschichte der Baumschule und was sich hier zugetragen hatte. Der Gründer der Baumschule war gerade einmal 26 Jahre alt, als er um 1890 sich hier niederließ. Als geschäftstüchtiger Gärtner stellte er seinen Betrieb auf mehrere Standbeine. So züchtete er die verschiedensten Fliedersorten, baute aber um 1900 auch Keller für eine Champignonzucht. Dabei halfen ihm seine Erfahrungen aus den Wanderjahren und ein Spezialist aus Frankreich. Auf dem Mist, welchen die Berliner Stadtpferde hinterließen, wuchsen die Champignons. 1945 sollte sich in diesen Kellern ein dramatisches Ereignis stattfinden. Dorthin flüchteten mehrere Frauen aus dem Dorf vor der heranrückenden Roten Armee. Aus Angst vor den fremden Soldaten wollten sich die Frauen das Leben nehmen. Eine Mutter mit ihren drei Kindern hatte eine Pistole dabei. Ihr Mann, Amtsrichter in Zossen, beim Volkssturm eingesetzt, hatte ihr faktisch befohlen, wenn die Russen kommen erschießt euch. Mit dieser Pistole erschossen sich nacheinander mehrere Frauen. Als die Mutter die Waffe wieder in der Hand hielt, erschoss sie zunächst ihre älteste Tochter. Doch dann versagte die Waffe und die Mutter mit den verbleibenden zwei Kindern blieben am Leben. Klaus Voeckler berichtete auch über den Absturz des britischen Lancaster Bombers am 23. August 1943 in den Feuchtwiesen vor Nächst Neuendorf. Erst 1999 wurden die vier Motoren geborgen. Hierüber informierte Klaus Voeckler auch bereits bei der 1. Frühwanderung. Bergung der Motoren des Lancaster Bombers Am 23. August 1943 über Lichterfelde getroffen, flog die Maschine noch brennend bis nahe Horstfelde. Spritzenhaus, enthielt auch einen Gefängnis- raum. Der letzte Insasse, ein gewisser Fritz Walter war ein solcher Schmalhans, dass er durch die Gitterstäbe hindurch fliehen konnte. In Nächst Neuendorf hatten sich bald viele Gärtnereien angesiedelt. Die Berliner hatten Heißhunger auf Blumen, und so machten alle ihr Geschäft. Klaus Voeckler wusste zu jedem Haus in Nächst Neuendorf etwas zu sagen, wusste wer da wohnt und wohnte. Auch anhand der Einzelschicksale der Einwohner von Nächst Neuendorf lässt sich deutsche Geschichte vom Mittelalter über die Gründerzeit, die beiden Weltkriege, die Zeit der deutschen Teilung, bis heute nachvollziehen. So stoppten die Wanderer fast vor jedem Wohnhaus, dem Spritzenhaus und den ehemaligen Gärtnereien, bevor sie wie im vergangenen Jahr den Rastplatz am Ortsausgang zwischen Feld und Wald erreichten. Wo heute der Gedenkstein für die Gefallenen Die ehemalige Schule - bis 1956 wurde hier noch unterrichtet. Wo heute der Gedenkstein steht, befand sich einst ein Armenhaus Dort hat dann Klaus Andrae die durstigen und hungrigen Wanderer empfangen und mit Bockwurst Brötchen und Kaffee bewirtet. Am Rastplatz Wer sich für die Heimatgeschichte von Nächst Neuendorf interessiert kann gespannt sein auf das Buch von Klaus Voeckler: „Nicht nur Sumpf und Sand“, welches zur 475 Jahrfeier erscheinen wird. Text und Fotos: Dr. Rainer Reinecke zurück zu Chronik

2016-05-07 Der frühe Vogel fängt den Wurm
Bergung der Motoren des Lancaster Bombers Am 23. August 1943 über Lichterfelde getroffen, flog die Maschine noch brennend bis nahe Horstfelde. Spritzenhaus, enthielt auch einen Gefängnis- raum. Der letzte Insasse, ein gewisser Fritz Walter war ein solcher Schmalhans, dass er durch die Gitterstäbe hindurch fliehen konnte.Bergung der Motoren des Lancaster Bombers Am 23. August 1943 über Lichterfelde getroffen, flog die Maschine noch brennend bis nahe Horstfelde. Spritzenhaus, enthielt auch einen Gefängnis- raum. Der letzte Insasse, ein gewisser Fritz Walter war ein solcher Schmalhans, dass er durch die Gitterstäbe hindurch fliehen konnte.
Bergung der Motoren des Lancaster Bombers Am 23. August 1943 über Lichterfelde getroffen, flog die Maschine noch brennend bis nahe Horstfelde. Spritzenhaus, enthielt auch einen Gefängnis- raum. Der letzte Insasse, ein gewisser Fritz Walter war ein solcher Schmalhans, dass er durch die Gitterstäbe hindurch fliehen konnte.Bergung der Motoren des Lancaster Bombers Am 23. August 1943 über Lichterfelde getroffen, flog die Maschine noch brennend bis nahe Horstfelde. Spritzenhaus, enthielt auch einen Gefängnis- raum. Der letzte Insasse, ein gewisser Fritz Walter war ein solcher Schmalhans, dass er durch die Gitterstäbe hindurch fliehen konnte.
Die ehemalige Schule - bis 1956 wurde hier noch unterrichtet. Wo heute der Gedenkstein steht, befand sich einst ein ArmenhausDie ehemalige Schule - bis 1956 wurde hier noch unterrichtet. Wo heute der Gedenkstein steht, befand sich einst ein Armenhaus
Die ehemalige Schule - bis 1956 wurde hier noch unterrichtet. Wo heute der Gedenkstein steht, befand sich einst ein ArmenhausDie ehemalige Schule - bis 1956 wurde hier noch unterrichtet. Wo heute der Gedenkstein steht, befand sich einst ein Armenhaus
Am RastplatzAm Rastplatz
Am RastplatzAm Rastplatz

2016-04-09 Das Hirtenwesen in der Nutheniederung

Gerhard Glau, Heimatforscher aus Glienick hat zum Hirtenwesen in der Nutheniederung geforscht, seine Ergebnisse in einer gleichnamigen Broschüre aufgeschrieben und an diesem Sonnabend über vierzig interessierten Zuhörern im „Alten Krug“ präsentiert. Seine Ausführungen stützt er vor allem auf die vom Volkskundler Willibald von Schulenburg zwischen 1893 und 1902 veröffentlichten Arbeiten ( Willibald von Schulenburg auf Wikipedia ). Seine Absicht: Das fast in Vergessenheit geratene Wissen über die Landwirtschaft und das dörfliche Leben in unserer märkischen Heimat bis zur Separation wieder ins Gedächtnis zu rufen. Obwohl an diesem Sonnabend bestimmt manche Besucher bei sonnigen Frühlingswetter gern auf eigener Scholle gehackt oder gesät hätten, folgten sie doch der Einladung des Heimatvereins in den „Alten Krug“, um mehr über die Landwirtschaft ihrer Vorfahren in den 600 Jahren preußischer Landwirtschaft vor der Separation zu erfahren. Das Prinzip der Dreifelderwirtschaft Aus Flandern, aus Holland und vom Niederrhein haben sich unsere Vorfahren hier angesiedelt. Das Dorfleben war gemeinschaftlich organisiert. Um die Ansiedlung herum wurde Dreifelderwirtschaft betrieben, wobei jedes Jahr neu entschieden wurde, welcher Bauer welche Feldteile zu bestellen hat. In der ersten Zeit wurde tatsächlich ein Feld brachliegen gelassen, damit sich der Boden erholen konnte. Später erkannten die Bauern, dass bestimmte Pflanzen die Bodenqualität verbesserten und bauten diese währen der Brachzeit an. Weshalb sich der Ausgangszustand der drei Felder erst nach sieben und nicht bereits nach drei Jahren wiedereinstellte, erfahren Sie auf S. 3 der Broschüre. So ganz gemeinschaftlich war das Leben auf dem Dorf dann doch nicht. So erhielt der Dorfschulze einen größeren Anteil als alle anderen und die Kossäten, Dorfbewohner meist mit einem Garten, jedoch keinem Ackerland. Sie hatten lediglich Weiderechte. Eine besondere Stellung nahmen die Hirten im Dorfleben ein. Die Hirten gehörten nur auf Zeit zur Dorfgemeinschaft. Sie bildeten einen eigenständigen Berufsstand und wurden mit der Betreuung des Viehs beauftragt. Da von den Erfolgen oder Misserfolgen in Viehwirtschaft maßgeblich das Wohl und Wehe der Dorfgemeinschaft abhing, wurden die Hirten mit großem Respekt behandelt. Sie sollen sich aber auch ihrer Sonderrolle sehr bewusst gewesen sein und traten sehr selbstbewusst, wenn nicht gar überheblich auf. Ein ganzes Hirtenteam wurde von den Bauern mitversorgt und mit Naturalien ausgezahlt. So unterstanden dem großen Viehhirten der Schweinehirt und der Kuhhirt, dem Pferdehirten der Gänsehirt. Wenn die Hirten mit ihrer Betreuung durch die Bauern nicht einverstanden waren, konnten sie weiterziehen, mussten dies aber zu Jahresbeginn mitteilen. Auch wenn die Dorfgemeinschaft mit den Hirten nicht zufrieden war, wurden sie entlassen. Die Hirten waren aber auch Wetterpropheten und Schlächter. Damit das Vieh auch tat, was die Hirten wollten, nutzten sie die Hirtenhörner. Wegen der Beziehung von Hirten zur biblischen Geschichte fanden im 17. Jahrhundert die Hörner auch Einklang in die Kirchenmusik. Getutet wurde auch zu Weihnachten, zu Neujahr und zu Hochzeiten. Alle Blasinstrumente der Neuzeit haben ihren Ursprung in den Hirtenhörnern. Zu den Viehweiden führten Triften, die links und rechts von Wällen und Zäunen eingefriedet waren, damit das Vieh nicht sein Futter bereits auf den Feldern holte. Edikt von 1807 Gerhard Glau erklärte dann auch weshalb Horstweg nicht vom Vornamen Horst abgeleitet ist, sondern Horscht als eine Erhebung im Sumpfgebiet galt, die zur Weide geeignet war. Nach dem Zuhören konnten die Besucher auch etwas mit dem Begriff Upstall anfangen. Mit der Separation endeten 600 Jahre gemeinschaftlich betriebene Landwirtschaft in Preußen, das dörfliche Gemeinschaftsleben. Im berühmten Oktoberedikt von 1807 werden die wesentlichen Elemente der bis dahin umfassendsten Agrarreform benannt. „Die völlig rechtliche und vor allen wirtschaftliche Freiheit des Individuums erfolgte mit dem Edikt vom 9 Oktober 1807 Die Manga Charta Preußens Aufhebung der Leibeigenschaft oder Erbuntertätigkeit den erleichterten Besitz und freien Gebrauch des Grundeigentums sowie die persönlichen Verhältnisse der Landbewohner betreffend- mit dem Martinstag 1810 hörte alle Gutsuntertätigkeit in allen preußischen Staaten auf Nach diesem Tag gab es nur noch freie Leute.“, so auf der Anschauungstafel von Gerhard Glau. Von diesem Tag an waren manche aber auch freier als andere. So eine Geschichte aus Glienick. Um die Landaufteilung möglichst gerecht zu gestalten, wurden sogenannte Teilungsoffizieren eingesetzt. Dennoch hatte ein Bauer bedeutend mehr Land erhalten als ihm zustand. Dies hatte einen einfachen Grund. Dieser Bauer hatte die Teilungsoffiziere beherbergt und gut bewirtet. Wie sich das Dorfleben im Detail abgespielt hat, was wie auf den Tisch kam, was ein Öltuch mit Kartoffeln zu tun hat, wie eine Mahlzeit aus Blut und Wildbirnen bereitet wird, können Sie alles nachlesen: Das Hirtenwesen in der Nutheniederung Glau, Gerhard Paperback 88 Seiten ISBN 978-3-88372-128-6 Verlag: Klaus-D. Becker € 9,00 Text und Fotos: Rainer Reinecke zurück zu Chronik

2016-04-09 Das Hirtenwesen in der Nutheniederung
Das Prinzip der DreifelderwirtschaftDas Prinzip der Dreifelderwirtschaft
2016-04-09 Das Hirtenwesen in der Nutheniederung
Edikt von 1807Edikt von 1807
2016-04-09 Das Hirtenwesen in der Nutheniederung

2016-03-19 Fotoausstellung Archivaufnahmen Fa. Scheike

In dieser Ausstellung vom 19.März. bis 15.Juni mit Archivaufnahmen der Firma Fotofreund Scheike wurden bisher unbekannte Fotos aus der Geschichte der Stadt Zossen gezeigt. Zurück zu Chronik

2016-03-19 Fotoausstellung Archivaufnahmen Fa. Scheike

2016-03-12 Was führt er denn im Schilde?

Eigentlich war diese Veranstaltung für den Einstieg in die Veranstaltungsreihe im „Alten Krug“ für das Jahr 2016 gedacht. Doch dann, ob mehr bittend oder fordernd, bewegte die Bürgermeisterin, Michaela Schreiber, die Vereinsvorsitzende Karola Andrae mit diesem Vortrag doch den Versammlungs- und Veranstaltungsraum im dritten Stock bei der Eröffnung des Fachwerkhauses einzuweihen. Wie die Zuschauerresonanz zeigte, letztlich eine gute Entscheidung. Stefan Rothen von der Geschichtswerkstatt Rangsdorf demonstrierte dann in seinem Vortrag, dass Wappenkunde und Heraldik nicht nur etwas für Wappenfans Heraldiker sein muss, sondern das Wappen jedermann etwas zu sagen haben. Er klärte dann auch über sprechende Wappen auf. Jedoch wurde auch sehr schnell klar, dass der Laie nicht als erstes Literatur zur Hand nehmen sollte, in der Wappen professionell beschrieben werden, da würde bei vielen die Phantasie dann doch überfordert werden. So wird das Wappen des Landkreises fachsprachlich beschrieben: " Gespalten und halb geteilt von Silber, Rot und Silber über einem in vier Reihen von Schwarz und Silber geschachten Schildfuß; vorne ein halber gold-bewehrter roter Adler am Spalt mit goldenem Kleestengel auf dem Flügel, hinten belegt mit einem goldenen Krummstab mit vier roten Edelsteinen am Knauf." Wappen Landkreis TF Da durch die aufkommenden geschlossenen Rüstungen im Mittelalter Freund und Feind in der Schlacht kaum zu unterscheiden waren, wurden Wappen auf Schild und Rüstung getragen. Seitdem breiten sich Wappen als Familien-, Zunft- und Hoheitswappen aus. Doch bevor die Besucher erfahren sollten, was Wappen ihnen sagen können, waren doch einige Grundbegriffe notwendig. So bezeichnet Panier in der Wappenkunde den Schlachtruf im Wappen. Als Beispiel dafür führte Rothen u.a. an: „Maria Hilf“ an. Das Panier ist meist im Oberteil des Wappens zu finden. Neben dem Panier ist oft noch eine Devise, ein Wahlspruch im Wappen verankert. Als solch einen Wahlspruch nannte Rothen: „Amor Vincent Omnia“, Liebe besiegt alles. In anderen Quellen wird eine andere Wortfolge für richtig gehalten Omnia vincit amor. Dies nur nebenbei bemerkt. Wappenelemente Die Grafik zu den Wappenelementen wurde Wikipedia entnommen. Kreuz ist nicht gleich Kreuz Viele Wappen enthalten ein Kreuz. Kreuze sind jedoch nicht erst mit dem Christentum aufgekommen. Bereits in der Steinzeit, so Rothen, sei das Kreuz Kultgegenstand gewesen. Dabei steht die horizontale Linie für die Erde, die vertikale Linie deutet auf den Himmel. Das Kreuz symbolisiert so die Einheit von Erde und Himmel. Aber Kreuz ist nicht gleich Kreuz. Gerade auch auf den Wappen erscheint das Kreuz in sehr unterschiedlichen Formen. Die verschiedenen Kreuze in den Wappen Bei den sprechenden Wappen regte Rothen die Phantasie der Zuschauer an. Sie sollten versuchen, den sich hinter dem Wappen verbergenden Namen selbst zu erkennen. Mit Hilfe gelang diesen das oft auch. Als eines der sprechenden Wappen präsentierte Rothen das Wappen des Ritters Henning von Strohbund. In der Mitte des Wappens die Blüte von Klatschmohn umgeben von gebundenem Stroh. Auch das Stadtwappen von Magdeburg, eine Magd auf einer Burg lässt den Rückschluss auf den Namen zu. Ritter Henning von Strohbund Wappen Magdeburg Wappenaufteilungen Auch die Herolde trugen bei ihren Turnierkämpfen Schilder mit ihren eigenen Wappen. In seinem Vortrag verwendete Rothen auch uns heute noch bekannte mittelalterliche Aussprüche. Bereits der Titel des Vortrages „etwas im Schilde führen“ geht auf das Wappen im Schild des Ritters zurück. Und bedeutet heute etwas vorhaben oder beabsichtigen, von dem andere noch nicht genau wissen was dies sein wird. „Für jemanden eine Lanze brechen“ geht auf die Turnierkämpfe zurück und bedeutet heute, sich für jemanden einsetzen. Auch dass der Herr links von der Dame geht ist auf die Ritterzeit zurückzuführen. Die links getragene Waffe wird dabei als Ursache genannt. So zitierte Rothen auch aus Goethes Faust, Faust zu Gretchen: „Mein schönes Fräulein, darf ich wagen, Meinen Arm und Geleit Ihr anzutragen? „ und fragt ins Publikum, wer denn Gretchens Antwort kenne. Ohne groß zu überlegen antwortet eine Besucherin: „Bin weder Fräulein, weder schön, Kann ungeleitet nach Hause gehn.“ Zossener Wappen Karola Andrae dankt Stefan Rothen Am Ende des Vortrags ging Rothen auch auf das Zossener Wappen ein. Nach seiner Meinung entspricht dieses nicht ganz den historischen Gegebenheiten. Darauf reagierte Karola Andrae in ihrem Dank an Stefan Rothen. „Ich kann mich noch erinnern in wie vielen Ausschusssitzungen und Stadtverordnetenversammlung über dieses Wappen diskutiert und gestritten haben. Ich ahnte nicht wie viel Theater um solch ein Ding machen kann. Schließlich kostete das ganze Vorhaben der Stadt noch mehrere tausend DM.“ Text und Fotos: Dr. Rainer Reinecke zurück zu Chronik

2016-03-12 Was führt er denn im Schilde?
2016-03-12 Was führt er denn im Schilde?
Wappen Landkreis TFWappen Landkreis TF
2016-03-12 Was führt er denn im Schilde?
Die verschiedenen Kreuze in den WappenDie verschiedenen Kreuze in den Wappen
Ritter Henning von Strohbund Wappen Magdeburg WappenaufteilungenRitter Henning von Strohbund Wappen Magdeburg Wappenaufteilungen
Ritter Henning von Strohbund Wappen Magdeburg WappenaufteilungenRitter Henning von Strohbund Wappen Magdeburg Wappenaufteilungen
Ritter Henning von Strohbund Wappen Magdeburg WappenaufteilungenRitter Henning von Strohbund Wappen Magdeburg Wappenaufteilungen
Zossener Wappen Karola Andrae dankt Stefan RothenZossener Wappen Karola Andrae dankt Stefan Rothen
Zossener Wappen Karola Andrae dankt Stefan RothenZossener Wappen Karola Andrae dankt Stefan Rothen

2016-02-12 Der Steinbock in Österreich - ein Umsiedler

Am diesem sonnigen 12. Februar 2016 fanden sich wieder etliche Stammbesucher und neue Interessierte im Gemeindesaal ein. Der Steinbock in Österreich – ein Umsiedler-, so kann man die Erkenntnisse des neuesten Films von Gerhard Kretlow zusammen fassen. Er hatte sich aufgemacht, diese sehr bekannten Tiere in Österreich um den Glockner zu filmen. Doch so einfach wie gedacht ging es dann doch nicht. Die Steinböcke haben ein Verhalten ähnlich unserer Rehe. Sie lassen sich nur am Morgen oder späten Nachmittag an den Futterplätzen sehen und machen gern an sonnigen Plätzen ein Mittagsschläfchen. Ihre Hörnerpracht tragen Sie das ganze Leben. Sie werden nicht abgeworfen wie bei dem Hirsch. Bei männlichen Tieren können die Hörner schon etliche Kilo wiegen. Die heutigen Steinböcke wurden aus der Schweiz angesiedelt. Erst im dritten Versuch hat diese Umsiedlung überhaupt geklappt. Sie leben streng geschützt im Gerhard Kretlow Nationalpark, ihre Siedlungsgebiete dürfen durch den Menschen nicht betreten werden. Umfangreiches Personal des Nationalparkes beobachten genau die Wanderer und auch die Fotografen. Diese Gebiete sind jetzt großflächig gekennzeichnet. Doch die Tiere lesen nicht die Schilder, kennen den Menschen nicht als „Feind“ und blicken schon mal zutraulich in die Kamera außerhalb des Schutzgebietes. Von den oft abseits gelegenen Terrassen der Berggasthöfen kann ( der „faule“ Tierfreund) dann die Tiere per Fernglas beobachten, wie sie an den steilen Hängen so umsteigen und dabei eine kräftige Brotzeit genießen. Mit dm Schutz der Tierwelt wird auch die Natur sehr unberührt gehalten. Man findet das Edelweis, etliche Orchidenarten und es ist eine tolle Wiesen-Blütenpracht an den Hängen zu sehen. Herr Kretlow zeigte uns wieder tolle Bilder der Bergketten und der steilen kurvenreichen Straßen. An Rastplätzen angekommen heißt es für ihn dann immer noch weiter per Fuß hinauf und immer die Kamera mit großer Ausrüstung auf dem Rücken. Dann auch wieder pünktlich am Ausgangspunkt sein, um nicht die Bergrettung in Alarm zu versetzen. Diese tolle Naturwelt hat uns nun auch gereizt, sie persönlich zu sehen. So werden wir im April auch mal in diese Richtung mit einer Busgesellschaft aufbrechen. Danke für den tollen Nachmittag Text: Karola Andrae Fotos: Klaus Andrae zurück zu Chronik

2016-02-12 Der Steinbock in Österreich - ein Umsiedler
Gerhard KretlowGerhard Kretlow

2016-01-16 Goethe als Freimaurer

Auf einem Tisch im Gemeindesaal hatte Karl-Heinz Bannasch einige Ausstellungsstücke zu Goethe als Freimaurer und über die Freimaurerbewegung ausgelegt, die bald von den Besuchern umringt waren. Bereitwillig beantwortete er Fragen der Besucher. Sind Freimaurer ein Geheimbund? Was bedeuten die Abzeichen? Steht das „G“ in den Zeichen für Goethe? Freimaurer seien durchaus kein Geheimbund. Das Geheimnis besteh darin, was eine Freimaurermitgliedschaft aus einem selbst macht. Ansonsten gäbe es ein von einem Freimaurer selbst geschriebenes Wörterbuch der Freimaurer. Die Abzeichen seien keine Orden, sondern Zeichen der Freimaurerloge. Das „G“ stehe nicht für Goethe, sondern für die christliche Freimaurerloge in Deutschland. Wegen dieser Neugier der anwesenden verzögerte sich der offizielle Beginn der Veranstaltung um fünfzehn Minuten. Dann eröffnete die Vorsitzende des Heimatvereins die gemeinsam mit dem Bildung und Aufklärung Zossen e.V. die Veranstaltung. Sie begrüßte den Leiter der Privatkundenberatung der VR-Bank Fläming, Ronny Lenz, der nicht mit leeren Händen zu dieser Veranstaltung kam. Ronny Lenz, VR-Bank,überreicht Urkunde Karl-Heinz-Bannasch legt los Er überreichte eine Urkunde für 1.000 Euro Unterstützung für die Aufarbeitung der in die Jahre gekommenen Schulmöbel. So kann das Schulmuseum bei seiner Neueröffnung am 12. März 2016 auch diese Möbel präsentieren. Dann legte Karl-Heinz Bannasch, Vorsitzender des Geschichtsvereins Spandau, los. Von den neunzehn Zuhörern kannten alle natürlich Goethe, seinen Lebenslauf und seine Aktivitäten auf verschiedenen Wissensgebieten. Auch seine politischen Ambitionen waren nicht unbekannt. Und doch in dieser zusammenhängen Form, wie Karl-Heinz Bannasch das Leben Goethes vor allem als Politiker und Freimaurer darbot, konnte sicherlich jeder auch etwas Neues seinem Wissen hinzufügen. Bannasch bekannte selbst Freimaurer zu sein. So erfuhren die Besucher auch noch einiges aus der gegenwärtigen Freimauerbewegung, über die Prinzipien der Freimaurer und deren Logen in Deutschland. Text und Fotos: Dr. Rainer Reinecke zurück zu Chronik

2016-01-16 Goethe als Freimaurer
Ronny Lenz, VR-Bank,überreicht Urkunde Karl-Heinz-Bannasch legt losRonny Lenz, VR-Bank,überreicht Urkunde Karl-Heinz-Bannasch legt los
Ronny Lenz, VR-Bank,überreicht Urkunde Karl-Heinz-Bannasch legt losRonny Lenz, VR-Bank,überreicht Urkunde Karl-Heinz-Bannasch legt los
2016-01-16 Goethe als Freimaurer
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