Im weihnachtlich geschmückten Raum mit Tannenbaum, Kerzen, Tanne und Nüssen auf den Tischen und Glühwein in den Gläsern kam bei den vierundvierzig Vereinsmitgliedern und deren Angehörigen schon richtig Vorweihnachtsstimmung auf. Ein Duft nach Kerzen, Tanne und Glühwein durchzog den Alten Krug. Bald kam der Wohlgeruch von Kaffee hinzu. Die Stolle wurde angeschnitten und fleißige Helfer verteilten die Stücken zugleich an die Gäste. Die Vereinsmitglieder hatten sich viel zu erzählen. Stimmengewirr von jedem Tisch. Karola Andrae begrüßte alle Gäste und wies auf künftige Veranstaltungen hin. Sie informierte über die Verzögerungen bei der Fertigstellung des Baus am Kirchplatz, in dem auch das Neue Schulmuseum eine neue Heimstatt finden soll. „Weißt Du noch im letzten Jahr…“; „Wie kann das sein, im neuen Schulmuseum fehlen noch die Brandschutztüren?“ „Ist ja wie beim BER…“, „Hab schon alle Geschenke zusammen…“, „Wir feiern zusammen mit unseren vier Enkeln…“ Nach dem Kaffeetrinken dann der Auftritt von Stefan Rothen aus Rangsdorf. Ziemlich für einen Heimatverein, folgte ein heimatgeschichtlicher Vortrag: „Der Soldatenkönig und sein größter Hühnerhaufen“ Stefan Rothen: Wussten Sie das... Friedrich Wilhelm der I. auch als Soldatenkönig in die Geschichte eingegangen, hat als solcher nicht einen Krieg geführt. Jedoch ließ er eine Garde großgewachsener Soldaten, die sogenannte langen Kerls aufstellen. Diese waren nicht nur in Potsdam konzentriert, sondern auch in Ortschaften wie Mittenwalde, Wusterhausen und Zossen. Dort lebten sie nicht in Konzernen sondern mit Einwohnern in deren Wohnungen. In den Mittelpunkt seines Vortrags stellte Rothen die Vorlieb des Königs für die Rebhuhnjagd. Um genügend Rebhühner im Jagdgelände vorzufinden, wurden Rebhühner in Remisen vor den Ortschaften gezüchtet. Besonders Schmackhaft soll das ostpreußische Rebhuhn gewesen sein. Selbst als der Gesundheitszustand des Königs sich verschlechterte ging er auf die Rebhuhnjagd, wenn er jetzt auch von seiner Kutsche aus jagen musste. Nur er durfte schießen. Zu seiner Seite neun Gehilfen, die hintereinander weg die Gewehre luden und reinigten. Trotz der Gehilfen, so Rothen, sei es schier unmöglich das der König an einem Tage 600 Schuss abgegeben habe, wie in der Literatur, selbst im historischen Museum nachzulesen ist. Bei einer darauf bezogenen Rechenaufgabe ließ er die Zuhörer mitrechen. Selbst, wenn der König jede Minute einen Schuss abgefeuert hätte, wären das 60 Schuss in einer Stunde. Zehn Stunden hätte der König ununterbrochen schießen müssen. Bei dem Rückstoß der damaligen Gewehre, wäre die Schulter des Schützen so lädiert worden, dass an eine weitere Jagd kaum zu denken gewesen wäre. Aber neben den Jagdgeschichten konnten die Zuhörer auch ihre Kenntnisse darüber auffrischen, was Friedrich Wilhelm der I. noch alles verbrachte oder auch anstellte. So liebte er Musik von Händeln und soll die Arien im Schloss geträllert haben, wie heute Schlager nachgesungen werden; ließ die Garnisonskirche bauen und verscherbelte das Bernsteinzimmer, führte ein zentrales Finanzsystem mit ordnungsgemäßer Bilanzierung ein und besuchte regelmäßig das Tabakskollegium. Rätsel 1: Das Kreuz bei Groß Machnow Rätsel 2: Der Turm mitten im Bild Stefan Rothen ist auch noch einigen Rätseln auf der Spur. Wie der Soldatenkönig Weihnachten feierte blieb noch offen. Nach solcher Kost, musste das Abendessen Fasan sein. Jeder bekam nicht etwa, was angemessen wäre, einen Seniorenteller, sondern eine volle Portion, dazu So viel Fasan muss schon sein Dagmar Rösch teilt aus den von Dagmar Rösch handgeschnippelten und zubereiten Rotkohl. Einfach Lecker! Besonders bedankten sich die Gäste beim Abschied bei Karola und Klaus Andrae. Der Dank gilt aber auch allen anderen Helfern, die Speisen und Getränke verteilten, das Geschirr abräumten, damit für den nächsten gang Platz wurde und die noch am Abend die Grundordnung weitestgehend wiederherstellten. Text und Fotos: Dr. Rainer Reinecke zurück zu Chronik
Stefan Rothen: Wussten Sie das...
Rätsel 1: Das Kreuz bei Groß Machnow Rätsel 2: Der Turm mitten im Bild
Rätsel 1: Das Kreuz bei Groß Machnow Rätsel 2: Der Turm mitten im Bild
So viel Fasan muss schon sein Dagmar Rösch teilt aus
So viel Fasan muss schon sein Dagmar Rösch teilt aus
2015-10-31
2015-10-31 Der Schöneicher Plan
Der Gemeindesaal war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Dieter Schramm aus Schöneiche zur Geschichte des Schöneicher Plans Filmausschnitte und Fotos auf die Leinwand projizierte und viel aus eigener Erfahrung berichten konnte. Mehr vierzig Jahre hat er auf der Mülldeponie gearbeitet. Als gelernte KFZ-Mechaniker war er zunächst für die Technik zuständig und war dann von 1988 bis zum Jahre 2000 Meisterbreichsleiter Süd bis „ich schließlich in den Ruhestand geschickt wurde“. Als Meisterbereichsleiter Süd zeichnete er für den gesamten Betriebsablauf der Mülldeponien Wernsdorf und Schöneiche verantwortlich. Seit 1825 auf Schöneicher Plan Ton abgebaut und Ziegel gebrannt Form zur Ziegelherstellung Mittenwalder Ziegel Aber nicht nur die Mülldeponien waren sein Thema an diesem Abend. So erfuhren die Zuhörer einiges über die eiszeitliche Entstehung der Geländestruktur und wie sich die Schöneicher diese zunutze machten. Seit 1825 wurde auf dem Schöneicher Plan Ton abgebaut und zu Ziegel geformt und gebrannt. 1860 arbeiteten zehn Ziegeleien mit zwölf Brennöfen auf dem Schöneicher Plan. Ihre Besitzer wurden die Ziegelbarone genannt. Sie hatten sich auch in unmittelbarer Nähe ihrer Ziegeleien ihre Wohnvillen gebaut. In der von Otto Mark, lebt heute Dieter Schramm mit Familie. Der tonhaltige Lehm wurde in eine Holzform gefüllt und glattgestrichen. Immer zwei Ziegel in einer Form, dann wurden die so vorgeformten Ziegel gebrannt. Rixdorf Mittenwalder Eisenbahn Die letzten Schienenmeter zum Bahnhof Schöneicher Plan Stationsschild Schöneicher Plan (2007) Um die Ziegel schneller nach Berlin zu transportieren wurde 1903 die Rixdorf-Mittelwalder-Eisenbahn mit Endbahnhof Schöneicher Plan gebaut. Auch Prsonenzüge fuhren auf dieser Strecke. Während des Ersten Weltkriegs kam die Ziegelproduktion zum Erliegen und die Gruben liefen voll Wasser. Schöneicher wären nicht Schöneicher, wenn sie sich dies nicht auch zu Geld machen würden. So wurde in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts damit begonnen die Gruben mit Müll aus Berlin zu verfüllen. Bahnhofsgebäude unter Denkmalschutz (2007) Container-Verladestation (2007) Müll gegen Devisen - der Kasten Bier bei mitabgekippter Lore Gegen Devisen wurde zu DDR-Zeiten hier der Müll aus Westberlin abgelagert. Jetzt war die Eisenbahnstrecke in entgegengesetzter Richtung von Bedeutung. Nicht mehr Ziegel aus Schöneiche wurden nach Berlin transportiert, sondern der Müll von Berlin nach Schöneiche. Dieter Schramm zeigte auch Fotos aus dieser Zeit von der Arbeit auf der Mülldeponie. Ehemalige Arbeitskollegen, die an diesem Abend auch anwesend waren, erkannten sich auf den Fotos wieder, aber auch Fmilienangehörige ihre Väter oder Großväter. Die Fotos ließen erkennen, dass dies meist Schwerstarbeit bedeutete. So wenn tonnenweise Kabelschrott angeliefert wurde. Wenn der Abfall dies zuließ, wurden die Wagons mit zwei Wasserspültürmen ausgespült. Die Loren zum Abtransport wurden mit Hand geschoben und abgekippt. Dabei fiel auch manches Mal eine Lore ins Wasser und musste mühsam wieder geborgen werden. „Dann war ein Kaste Bier fällig“, so Schramm. Die Arbeiter auf der Deponie waren aber auch Schatzsucher, Selbst Goldtaler fanden sie, und so manch andere Gegenstände, die jedes Sammlerherz erfreuen würden. Am meisten fanden sie in der Rinne die der Wasserstrahl der beiden Wassertürme hinterlassen hatte. Einstellung des Deponiebetriebs - Methangas als Kohle- und Ölersatz BSR-Projekt: Geordneter Abschluss der Deponie Der Deponiebetrieb wurde 31. Mai 2005 eingestellt. Befürchtet wurde eine Gefährdung des Grundwassers, da die Deponie nicht über eine Basisabdichtung verfügte. Mit der abschließenden Sanierung wurde begonnen. Dazu wird auf die Deponie Folie aufgebracht, darauf dann Mineralschichten bevor dann Muttererde darüber kommt. Dadurch soll verhindert werden, dass Regenwasser durch den deponierten Müll, dessen genaue Zusammensetzung niemand genau weiß, in den Untergrund zum Bodenwasser gelangen kann. Verwertung von Methangas Das heißt jedoch nicht, dass die Nutzung der Mülldeponie ein Ende gefunden hätte. Da die organischen Bestandteile des Hausmülls unter Luftabschluss von Bakterien abgebaut werden entsteht Methangas. Würde das Methangas unkontrolliert entweichen würde dies eine 23 fach höhere Luftbelastung bedeuten als Kohlendioxid. Da Methan aber auch brennbar ist, wird durch Bohrungen das Methangas aus der Deponie als Kohle- oder Ölersatz zur Energiegewinnung genutzt. Text und Fotos: Dr. Rainer Reinecke zurück zu Chronik
Form zur Ziegelherstellung Mittenwalder Ziegel
Form zur Ziegelherstellung Mittenwalder Ziegel
Die letzten Schienenmeter zum Bahnhof Schöneicher Plan Stationsschild Schöneicher Plan (2007)
Die letzten Schienenmeter zum Bahnhof Schöneicher Plan Stationsschild Schöneicher Plan (2007)
Bahnhofsgebäude unter Denkmalschutz (2007) Container-Verladestation (2007)
Bahnhofsgebäude unter Denkmalschutz (2007) Container-Verladestation (2007)
Für manche wäre Lokführer der Traumberuf gewesen, andere wiederum erfreuen sich heute noch, wenn irgendwo ein Dampflokspektakel stattfindet. Nicht wenige Kinderaugen leuchten auf, wenn sie eine Modelleisenbahn sehen. Dies alles lässt sich in der Sonderausstellung Faszination Eisenbahn vom 19. September bis 31. Oktober nachempfinden. zurück zu Chronik
2015-09-19
2015-09-19 Sonderausstellung Eisenbahn
Zur Eröffnung dieser Sonderausstellung, am 19.09., waren schon viele Schaulustige gekommen. Es trafen Freunde der Eisenbahn genauso wie Enkel mit ihren Großeltern ein. Trotzdem wir nun eine Autofahrergeneration hier im ländlichen Bereich geworden sind, fasziniert die Eisenbahn noch immer Groß und Klein. Auf einer inzwischen in die Jahre gekommenen Eisenbahnplatte Spurweite TT drehte laut ratternd ein Zug seine Kreise. Etliche Besucher sprachen von „Ihrer TT-Bahn“ und sahen sich in ihre Kinderzeit zurückversetzt. Die mitgebrachten Kinder versuchten sich unterdessen an dem Aufbau einer Holzeisenbahn. Großes Staunen gab es auch über die schnaufende Gartenbahn, die auf einer Konstruktion der bekannten Brücke am Kwai in Thailand sich hin und her bewegt. Jene Brücke deren Geschichte Pierre Boulle in seinem Roman, „Die Brücke am Kwai“. Genauso interessant ist eine historische Nachbildung des Zossener Bahnhofs. Erstaunt waren die Besucher über den Umfang der zusammengetragenen Exponate. Vitrinen, Bilderrahmen, Fensterbretter und Tische sind alles belegt. Dabei gibt es viel Kurioses zu sehen und das nicht nur für die Männerwelt. Kinder als Gestalter neuer Bahnlinien Die Gartenlok über der Kwai-Brücke Zu sehen ist noch alles bis zum 31.10.15, dann verschwinden die Exponate wieder bei den verschiedenen Sammlern der Region. Texte: Karaola Andrae Foros: Klaus Andrae zurück zu 2015-2019
Kinder als Gestalter neuer Bahnlinien Die Gartenlok über der Kwai-Brücke
Kinder als Gestalter neuer Bahnlinien Die Gartenlok über der Kwai-Brücke
2015-09-13
2015-09-13 Tag des Offenen Denkmals mit Ehrengast
Mehr als fünfzig Gäste waren der Einladung des Heimatvereins „Alter Krug“ gefolgt. Darunter auch einige, die auf Tour ihrer von Denkmal zu Denkmal auch den Alten Krug eine Visite abstatteten. Die meisten jedoch genossen das herrliche Spätsommerwetter bei Kaffee und Kuchen oder auch Bockwurst und Bier. Karola Andrae, Vorsitzende des Vereins, verwies in ihrer kurzen Ansprach auf die Höhepunkte die an diesem Tag noch folgen sollten, so auf die nur an diesem Tag nochmals gezeigte Ausstellung 20 Jahre Neujahrskonzert. Anlässlich dieser Ausstellung kündigte sie Walter Ratzek als besonderen Gast an diesem Tag an. Außerdem wurden gegen 15:30 die diesjährigen Sieger des Streuobstkuchenwettbewerbes gekürt. Typische Krugatmosphäre Wer als Gast an diesem Tag zum Alten Krug kam, nahm sofort die gute Atmosphäre auf dem Gelände wahr. Die Besucher wurden von den freiwilligen Helfern des Heimatvereins an der Kuchen- und Kaffeetheke gut versorgt. An ihren Tischen, unter den bei diesem Wetter nach allen Seiten offenen Zelt, hatten sie sich viel zu erzählen. Wer einmal kurz in die Gespräche hineinlauschte, konnte auch Heimatkundliches vernehmen: „…dies war doch mal das Haus von…“; „….dort war doch die Buchdruckerei…“ aber auch über Urlaubsreisen fern der Heimat „…letztes Jahr waren wir auf Cuba…“; „… wir wollen nächstes Jahr in den Urwald am Amazonas .“ wurde ebenso gesprochen wie über die letzte Gartenparty „… viele Leute, laute Musik…“; „… gegrilltes Gemüse, kann auch lecker schmecken…“. Vorsitzende weist auf nächste Veranstaltungen hin Bei so intensiven Gesprächen, konnte manchmal die Vereinsvorsitzende trotz Mikrofon nicht gleich durchdringen. Als dies dann gelungen war, lenkte sie die Aufmerksamkeit auch auf die nächsten Veranstaltungen. So auf die Eröffnung der Ausstellung „Faszination Eisenbahn am 19. September. Diese Ausstellung werde keine Ausstellung für Fachleute, sondern eher eine Ausstellung für Familien. Holzeisenbahnen, elektrische Modelleisenbahnen, Bücher und T-Shirts zum Thema Eisenbahn werden zu sehen sein. Eine Garteneisenbahn wird auf dem Gelände herumfahren. Mehr Informationen Am 31.10. ab 16:00 Uhr wird der Schöneicher Dieter Schramm im Gemeindesaal der ev. Kirchen die Industrie- und Gewerbegeschichte des Schöneicher Plans anhand von Film -und Fotodokumentenvorstellen. Der Ehrengast Walter Ratzek Karola Andrae im Gespräch mit Walter Ratzek Zwei Fragen hatte die Vereinsvorsitzende dem Ehrengast gestellt: Was bewegt einen Walter Ratzek sich aus gerechnet in Zossen niederzulassen? Wie kommt ein Walter Ratzek, der doch eher als Pianist und Dirigent von Militärmusik bekannt ist, Titel für WorldBrass zu schreiben und zu arrangieren. Walter Ratzek beantwortete dann die Fragen in umgekehrter Reihenfolge. „Mein Bruder ist seit 15 Jahren bei WorldBrass als Trompeter dabei undstellvertretender Solotrompeter der Bremer Philharmoniker. Daher die Verbindung zu WorldBrass. Im Ensemble spielen ganz exzellente Musiker, ohne Übertreibung kann man sagen fast aus der ganzen Welt zusammen.“ Die sonst in anderen Ensembles spielenden Musiker sehen in ihrem Spiel bei WorldBrass auch eine Flucht aus dem Alltag. Walter Ratzek drängte es einfach für die „Verrückten“, wie er sie bezeichnete, Titel zu schreiben, die den Hörgewohnheiten Neues hinzufügen sollten. „Bei den Neujahrskonzerten“, so Karola Andrae, "haben wir schon immer auf die Stelle gewartet, an der angekündigt wurde, dass die Zuhörer sich jetzt auf etwas ganz anderes gefasst machen sollten.“ Humorvoll beantwortet Walter Ratzek die Fragen Walter Ratzek selbst studierte von „1980 bis 1985 Kapellmeister, Dirigieren bei Professor Wolfgang Trommer und Klavier in der Klasse José Luis Prado an der Robert-Schumann-Hochschule für Musik Düsseldorf. Das Kapellmeisterdiplom stand am Ende seiner Studien.“ Quelle Am Ende seiner Laufbahn leitete er das Stabsmusikkorps der Bundeswehr, bis er das Angebot der Bundeswehr, bei vollen Pensionsbezügen wegen Personaleinsparung die Bundeswehr zu verlassen, annahm. So erklärt sich auch die Reihenfolge der Beantwortung der Fragen. Nach seinem Ausscheiden aus dem Stabsmusikkorps suchte Walter Ratzek ein geeignetes neues Zuhause. Er sei ein Familienmensch und wolle dies jetzt auch einmal genießen. Im Internet fand er dann das Angebot einer französischen Villa in Zossen. Hier ließ er sich dann auch mit seiner Familie nieder. Streuobstkuchenwettbewerb Bei dem Kuchenangebot an diesem Tag hätte man annehmen müssen, dass mindesten zwölf Kuchenbäcker sich am Wettbewerb beteiligt hätten. Doch nur vier der Hobbybäcker stellten sich dem Wettbewerb. Dieses Mal hatte auch eine Hobbyjury die Qual der Wahl hatte. Nach streng vorgegebenen Kriterien prüften Karin Kwetkus, die Ortsbeiratsmitglieder Andreas Noack und Carsten Preuss, Fred Hasselmann und Michael Spuler die eingereichte Wettbewerbskuchen. Der Ortsvorsteher, Andreas Noack, nahm dann auch gemeinsam mit seinem Stellvertreter Sven Reimer und Karola Andrae die Ehrung der Sieger vor. Die Ehrung der Siegerin Solveig Baum Den vierten Platz belegte Familie Bolduan. Für die Familie nahm Steffen Bolduan den Ehrenpreis entgegen. Sohn Michel hat noch am Abend vorher die Äpfel zerkleinert, bevor der Kuchen belegt wurde und Mutti und Vati den Kuchen in den Backofen schoben. Den dritten Platz belegte Frau Marianne Spuler, den zweiten Platz Frau Elke Jakob. Als Siegerin wurde Frau Solveig Baum mit ihrem Pflaumenkuchen geehrt. Wie bereits nun seit Jahren erhielt sie ein, von der Keramikerin Marie Luise Faber extra für diesen Wettbewerb angefertigten Keramikteller, also ein wertvolles Unikat. Text und Fotos: Dr. Rainer Reinecke zurück zu Chronik
Karola Andrae im Gespräch mit Walter Ratzek
Humorvoll beantwortet Walter Ratzek die Fragen
Die Ehrung der Siegerin Solveig Baum
2015-08-15
2015-08-15 Weinbergfest mit attraktivem Programm
Familie Günther (links) u. Familie Tetzlaff begrüßen die Besucher Am Sonnabend, den 15.08. fand nun das bereits 4. Weinbergfest auf dem Gelände des „Alten Krug“ statt. Eingeladen hatten die Familien Günther und Tetzlaff. Mehr als 120 Gäste von zweieinhalb bis neunundneunzig Jahren waren der Einladung gefolgt. Drohende Gewitterwolken umgaben den Veranstaltungsort, doch der "Alter Krug" blieb in einem Sommerloch. Das mundige Glas Wein vom Weingut Dreißigacker, die gut gegrillte Bratwurst und der superschmackhaft zubereitete Kartoffelsalat markierten den ersten Höhepunkt des Festes. Etwa nachdem die Besucher das erste Glas Wein getrunken, Bratwurst und Kartoffelsalat oder Schmalzstulle mit Gurke gegessen hatten und das Weinberger Urgestein Jens Heinrich als DJ die ersten Titel aufgelegt hatte, betrat ein junger Mann in Anzug mit Krawatte, bei um die 30 Grad Celsius, das Gelände. Ungläubige Blicke folgten ihm. Wohl bekomm's! Dann betrat der Anzugmann die Bühne, begrüßte die Gäste und kündigte die Showtanzgruppe „Miner Rock“ an. Die Mädels rockten dann auch richtig los. Wer die Mädels so tanzen gesehen hat, kann vielleicht erahnen, wie viele Trainingsstunden sie absolviert haben müssen, um so gekonnt ihre Tänze auf die Bühne zu bringen. Bei ihrem zweiten Auftritt warteten sie mit dem Cancan von Jacques Offenbach auf… einfach toll, das Publikum begeistert. Die Miner-Rock-Mädels Nach dem ersten Auftritt, betrat wieder der Anzugmann, mit bürgerlichem Namen Tobias Kleimenhagen, die Bühne und verkündete: „Während die Tänzerinnen sich umziehen, werde ich singen.“ Da ging ein Raunen durch das Publikum. „Das dachte ich mir“, so seine Reaktion. Nachdem anfänglichen kleinen Holper im Zusammenspiel mit der Technik, bei dem er A Capella beginnen musste, begeisterte er die Gäste mit seiner Stimme bei Titeln zum Mitsingen wie „Tausend Mal berührt..“, „Traum von Amsterdam“, „Ich bau dir ein Schloss…“oder „Pretty Woman“. Der Anzugmann, Tobias Kleimenhagen Bald hatte er sich von Jackett und Krawatte getrennt, das weiße Hemd folgte etwas später. Darunter ein jugendlich modernes Kurzarmhemd. Die Zuhörer konnten nachvollziehen, dass er sich so am wohlsten fühlte. Dieses Programm, gestaltet von Mitgliedern des Sperenberger Karnevalsvereins , steigerte die ohnehin schon gute Stimmung an diesem Abend zu ihrem zweiten Höhepunkt. Den dritten Höhepunkt gestalteten die Besucher gemeinsam mit DJ Jens. Als einige Gäste mit DJ Jens gewettet hatten, dass beim nächsten Titel mindestens zehn Tänzer auf der Bühne sein werden, war die Wette schnell gewonnen. Schon bei den ersten Tönen tanzten so viele, dass die Bühne nicht mehr ausreichte, der jüngste Tänzer gerade zweieinhalb Jahre, der älteste neunundneunzig. Wer dem neunundneunzigjährigen Heinz Künast, langjähriges Mitglied im Heimatverein, und seine nette Partnerin beobachtete, kaum aus dem Staunen nicht heraus. Unsere jüngsten Tänzer Der 99jährige Heinz Künast beim Tanz Also Wein, Weib und Gesang alles drin beim 4. Weinbergfest. Ein großes Dankeschön an Familie Günther und Familie Tetzlaff und an all jene, die ihnen geholfen haben, ein so tolles Weinbergfest zu veranstalten. Text und Fotos: Dr. Rainer Reinecke zurück zu Chronik
Familie Günther (links) u. Familie Tetzlaff begrüßen die Besucher
Wohl bekomm's!
Wohl bekomm's!
Wohl bekomm's!
Die Miner-Rock-Mädels
Die Miner-Rock-Mädels
Der Anzugmann, Tobias Kleimenhagen
Der Anzugmann, Tobias Kleimenhagen
Der Anzugmann, Tobias Kleimenhagen
Unsere jüngsten Tänzer Der 99jährige Heinz Künast beim Tanz
Unsere jüngsten Tänzer Der 99jährige Heinz Künast beim Tanz
2015-06-17
2015-06-17 Vereinsausflug zum Landtag in Potsdam
Der blaue Himmel und Sonnenschein am Morgen des 17. Juni 2015 versprach ein schöner Sommertag zu werden mit angenehmen Temperaturen, was er denn auch hielt bis zum Abend in jeder Hinsicht. Dementsprechend frohgelaunt stiegen die Mitglieder des Heimatvereins „Alter Krug“ Zossen e.V. in den Bus von „Herz-Reisen“. Denn einmal im Jahr fahren die Heimatfreunde auf Entdeckungsfahrt. In diesem Jahr war die Landeshauptstadt Potsdam an der Reihe und da insbesondere der neuerbaute Landtag. Herr Christoph Schulze, Landtagsabgeordneter und Mitglied des Heimatvereins, übernahm die Führung von der Tiefgarage bis zur Dachterasse des Landtages. Er nahm sich viel Zeit für uns, sparte nicht mit Details, erzählte dabei ausführlich, interessant sowie sehr unterhaltsam vom Landtagsgebäude, seinen Funktionen und beantwortete Fragen, so dass ein guter Einblick in die Arbeit der Abgeordneten und Funktionen des Baues entstand. An dieser Stelle daher noch einmal herzlichen Dank an Christoph Schulze, der sich wirklich als talentierter Entertainer erwies. Auf der Dachterrasse des Landtags Gut gestärkt aus der Landtagskantine ging es dann zu einer zweieinhalbstündigen Stadtrundfahrt, die im Holländerviertel endete. Auch hier erzählte die Stadtführerin Neues und weniger Bekanntes aus Geschichte und Gegenwart der Landeshauptstadt. Vor allem der berühmten Glienicker Brücke galt ein längerer Stop. Alles in allem ein sehr gelungener, schöner und erlebnisreicher Tag an den sich sicher alle noch gern erinnern werden. Einen besonderen Dank und großes Lob für die hervorragende Organisation an Vereinsvorsitzende Karola Andrae. Möge sie noch viele solcher Fahrten planen und durchführen, wobei wir jetzt schon gespannt sind wo es im nächsten Jahr hingehen wird. 23.6.2015 Jutta Melzer Impressionen von unserem Ausflug in die Landeshauptstadt: Fotos: Hans Jürgen Probst 01/20 zurück zu Chronik
Auf der Dachterrasse des Landtags
2015-06-06
2015-06-06 Zossener Turmsilhouetten
Besichtigung des Zossener Wasserturms und Eröffnung der Fotoausstellung ZOSSENER TURMSILHOUETTEN Text: Rosemarie Awdoschin Fotos: Klaus Andrae Wer kennt ihn nicht, den Wasserturm in der Zossener Gerichtstraße? Bis jetzt allerdings nur von außen. Am 6. Juni 2015 um 14:30 Uhr war es dann endlich soweit, auch einen Blick in das Innere dieses 116 Jahre alten Bauwerkes werfen zu dürfen. Der Heimatverein "Alter Krug" lud zur Besichtigung ein, nachdem Frau Andrae, die Vorstandsvorsitzende, nach Gesprächen mit dem KMS erreicht hatte, dass dies ermöglicht wurde. Und der Besucherandrang war erstaunlich groß an diesem heißen Samstagnachmittag. Neugierig drängten Groß und Klein durch die Tür, nicht alle fanden gleich Einlass und warteten draußen, bis Platz frei wurde. Zu sehen waren im Turm ein Rohrsystem sowie eine bis nach oben führende Treppe, auf der aus Sicherheitsgründen ein Hinaufsteigen nicht erlaubt werden konnte. Stunde der offenen Tür Gern wären die Besucher hinaufgestiegen Nach einer kurzen Einführung durch die KMS-Verbandsvorsteherin Frau Nikolaus informierte der Bereichsleiter der DNWAB über die Bedeutung und Funktion dieses Wasserturmes für die Versorgung Zossens mit dem kostbaren Nass. Immerhin verfügte der Speicher über ein Fassungsvermögen von 204 m3. Leer wurde dieser nie, da die Wasserwerke ständig frisches Wasser hinaufpumpten. Mit großem Interesse verfolgten die Besucher die Ausführungen und stellten auch Fragen zu technischen Sachverhalten. Zwar wurde der Wasserturm im Jahr 1994 stillgelegt, steht aber als technisches Denkmal unter Denkmalschutz und bleibt so als eines der markanten Bauten, wenn nicht sogar Wahrzeichen unserer Stadt erhalten. Durch die Besichtigung des Zossener Wasserturms auf das Thema TÜRME eingestimmt, zog es eine Reihe von Besuchern weiter Richtung Weinberge zum Heimatmuseum "Alter Krug", wo die Fotoausstellung ZOSSENER TURMSILHOUETTEN eröffnet wurde. Der Journalist Fred Hasselmann zeigt hier beeindruckende Aufnahmen von Türmen, Türmchen und wie Türme aussehenden Gebäudeteilen, die das Gesicht unserer Stadt prägen. Nicht so gigantisch wie vielleicht der Pariser Eiffelturm oder gar der Burj Khalifa in Dubai sind sie, aber auf jeden Fall sehr interessant und beachtenswert. Die Fotografien kann man großformatig in Holzrahmen betrachten, versehen mit kurzen Informationen, sodass vor allem das Bild wirkt. Einige der Fotos sind im kleineren Format in einer Vitrine ausgelegt. Herr Hasselmann betonte, dass zwar nicht alles, was wie ein Turm aussieht, sich laut Definition auch so nennen darf, aber die von ihm ausgewählten Motive mussten gar nicht in diese Auslegung passen. Zossener Ansichten unter bestimmten Gerade noch am Wasserturm, und dann in der Ausstellung Blickwinkeln zu verschiedenen Jahres- und Tageszeiten aufzunehmen, das ist ihm wichtig. Dabei hat er einige Fotos bewusst etwas verfremdet, doch das PC-Bearbeitungsprogramm macht dies auch nur auf der Grundlage guter Fotos möglich. Kleine Details scheinen eingearbeitet, sind es aber nicht: der kleine Piepmatz auf der Wetterfahne, der Storch auf dem Dach, der ins Bild schwebende Heißluftballon und sogar ein Paragleiter. Nein, die sind wirklich echt! Wir staunen über Ansichten, die uns allen bekannt vorkommen, ja von denen wir manche auch täglich sehen. Doch schenken wir ihnen überhaupt noch Aufmerksamkeit? Durch die Aufnahmen wird uns wieder bewusst gemacht, welche baulichen Denkmäler wir in unserer Stadt bewundern können: Da gibt es den 1899 erbauten 23 m hohen Wasserturm und das 79 Jahre alte Amtsgericht mit seinem Turm, beide in unmittelbarer Nachbarschaft in der Zossener Gerichtstraße. Weithin sichtbar ist der 1878 errichtete Spitzturm der evangelischen Dreifaltigkeitskirche in der Stadtmitte, wo am Kirchplatz auch die hübschen Dachtürmchen eines Hauses zu finden sind. Wer durch den Stadtpark geht, erblickt auf dem Abenteuerspielplatz die Nachbildung eines mittelalterlichen Burgturmes. Die Schornsteine der Kalkschachtöfen sind zwar keine Türme, sehen aber wie solche aus. Der seit 1994 ungenutzte Wasserturm in der Zehrensdorfer Straße und der 40 m hohe Wasserturm am Baruther Tor in Waldstadt sind zu sehen, ebenso der wahrscheinlich 1882 erbaute Wasserturm am Bahnhof, der einst zum Betanken der Dampflokomotiven diente, aber längst nicht mehr in Betrieb ist. Herr Hasselmann erwähnte, dass in seinem 2014 erschienenen Buch "Zossen und seine Ortsteile. Auf den Spuren historischer Ansichten" einige der ausgestellten Fotografien in Szene gesetzt sind. Vor allem verweist er auf die professionelle Zusammenarbeit mit dem Heimatverein. Die Fotoausstellung fand bei den Anwesenden ein lebhaftes Echo, denn es ist dem Journalisten bei seiner fotografischen Motivsuche wirkungsvoll gelungen, Markantes in Erinnerung zu rufen und auf bislang vielleicht Verborgenes aufmerksam zu machen. Besonders reizvoll ist die Verschiedenartigkeit der Aufnahmen ein und desselben Bauwerkes. Der spontane Gedankenaustausch beim Betrachten der Bilder und die sich anschließenden Gespräche bei Kaffee, Kuchen oder einem Glas Wein zeugen davon, dass die Fotografien großes Interesse bei den Besuchern geweckt haben. Dank gebührt Herrn Fred Hasselmann für die Gestaltung und Bereitstellung der Bilder, die in der Ausstellung im Heimatmuseum noch bis zum 29. August 2015 zu sehen sind. Der Besuch dort lohnt sich sowohl aus bauhistorischer als auch aus fotografisch-künstlerischer Sicht. zurück zu Chronik
Stunde der offenen Tür Gern wären die Besucher hinaufgestiegen
Stunde der offenen Tür Gern wären die Besucher hinaufgestiegen
Gerade noch am Wasserturm, und dann in der Ausstellung
Gerade noch am Wasserturm, und dann in der Ausstellung
2015-05-14
2015-05-14 Himmelfahrt und Ausstellung Marktraße
Gleich nach 10:30 Uhr trafen die ersten Besucher ein. Ab 14:00 Uhr öffnete der Kaffeestand mit Kaffe und Kuchen und zu dezenter Livemusik ließ es sich gut unterhalten. Die Ausstellung über die Marktstraße in Zossen zeigte in Bildern und Texten, wie sich diese Straße im Laufe der letzten Jahre verändert hat, dies nicht immer zum Besten in der Stadtansicht. zufrück zu Chronik
2015-05-09
2015-05-09 Frühwanderung
07:00 Treffpunkt Horstfelder Friedhof Am frühen Sonnabendmorgen fanden sich 26 interessierte Wanderfreunde am Friedhof in Horstfelde ein. Unter ihnen Horstfelder, Zossener, Schünower. Ihre Fragestellungen und Zwischenbemerkungen ließen erkennen, dass sie sich nicht das erste Mal mit der Geschichte ihrer näheren Umgebung befassten. Umso interessanter die Eindrücke eines aus Bremerhaven zugezogenen Ehepaares. Das Ehepaar Brunhilde und Jürgen Taddicken jetzt wohnhaft in Zossen. Sie habe die sie jetzt umgebende Landschaft schon viel mit dem Fahrrad erkundet. Am Ende der Wanderung nach ihrem Eindruck gefragt, Brunhilde Taddicken: „Die Wanderung fand ich sehr gut. Was für Frühaufsteher. Wir haben sehr viel über die Gegend erfahren, über die einstige Mühle auf dem Mühlenberg, die Radarstation, über Ehepaar Taddicken - erstmalig dabei Hügelgräber aus der Bronzezeit. Ich finde es einfach lobenswert, wenn sich jemand bereit erklärt, sein Wissen auf diese Art und Weise an andere weiterzugeben.“ Was hat Sie heute am meisten beeindruckt? Die ganze Geschichte um Horstfelde. Ihr Ehemann stimmte ihrer Wertung der Wanderung zu. Ihn beeindruckte am meisten der Kiessee. Vor allem weil neben dem industriellen Kiesabbau mit der Wasserskianlage auch etwas für den Spaß der Leute getan werde. Beide wollen im nächsten Jahr wieder dabei sein. Zunächst führte Klaus Voeckler die Besucher um den Friedhof herum, bis der Blick auf den Mühlenberg über Wiesen und Felder frei wurde. Auch die Häuser am Dorfrand von Horstfelde waren von hier aus zu sehen. Geschichtsträchtiges Dergischow Horstfelde Horstfelde bis 1937 Dergischow, da jedoch slawische Namen zu jener Zeit anrüchig waren, wurde Dergischow auf Betreiben des damaligen „Dorfschulzen“ in Horstfelde umbenannt. „1430 wird Dergischow erstmalig urkundlich erwähnt“, so Klaus Voeckler. „Die Herren von Torgow übergaben zwei Altäre der Zossener Kirche.“ Damit verbunden sei aber auch die Pflicht zur Abgabe von Naturalien gewesen. Vermutlich sei der Ort jedoch um einiges älter. 1857 brannte der Ort völlig nieder, vier Menschen kamen in den Flammen um. Obwohl der slawische Name vermuten lässt, dass hier einst Slawen siedelten, konnte bisher keine slawische Siedlung nachgewiesen werden. Brav seien die ärmeren Bauern damals über einen Trampelpfad sonntags zum Kirchgang nach Zossen unterwegs gewesen, die reichen Bauern hingegen fuhren mit der Kutsche die Straße entlang. II. Weltkrieg Mühlenberg Klaus Voeckler über die Geschichte des Berges Auf dem Mühlenberg, so erfuhren die Teilnehmer, hat im II. Weltkrieg eine Radarstation mit Decknamen "Jagdhaus" gestanden, eine zweite war zwar im Funkwerk produziert und eingelagert worden, kam aber nicht mehr zum Einsatz. Diese Radarstation konnte Kampfverbände der Alliierten bereits wahrnehmen, als diese Hannover passierten. Wenn der Radarturm sich drehte, war dies für die Anwohner ein Zeichen, dass sich voraussichtlich Bomber näherten. In der Nacht vom 23. Zum 24. August 1944 überflog ein brennender Lancaster-Bomber Horstfelde und stürzte schließlich in den Wulzen ab. Dabei kamen alle Besatzungsmitglieder ums Leben und wurden zunächst auf dem Friedhof Nächst Neuendorf beigesetzt, später umgebettet auf den britischen Soldatenfriedhof in Berlin. http://www.maz-online.de/Lokales/Teltow-Flaeming/Die-Bombennacht-vom-23.-August-1943 Acht Horstfelder verloren vermutlich durch einen verirrten Bombenabwurf ihr Leben. So hinterließ dieser Krieg, dessen Ende vor 70 Jahren in diesen Tagen gedacht wird, auch hier seine Todesspur. Das bronzezeitliche Kultobjekt wird betrachtet Bronzezeit: Wenn solch ein geschichtsträchtiger Ort ausgewählt wird, sind in der Erläuterung Zeitsprünge unumgänglich. Die Blicke jetzt auf die unmittelbar vor ihnen liegenden Hügel gerichtet, erfuhren die Gäste von dem sensationellen archäologischen Fund 1929. Ein bronzezeitliches Kultgerät, eine Kultwagen aus Ton war gefunden worden, später noch ein Steinkistengrab mit Beigaben, so dass davon auszugehen ist, das die Teilnehmer vor einer bronzezeitlichen Siedlung standen. Die Bronzezeit sollte im weiteren Verlauf der Wanderung nochmals eine Rolle spielen. Baggerberg: Vom Baggerberg zum Kiessee war die Wanderung überschrieben. Der Baggerberg lag dann rechts im Blickfeld. Hier wurden Erdmassen für den Bau für Bahndämme für eine Bahnverbindung von Zossen nach Großbeeren, vor allen auch unter Einbeziehung von Gefangenen und Deportierten, abgebaggert. Zu DDR-Zeiten wurde das Gelände als Schießstand der Volkspolizei genutzt. Nach diesen Ausführungen wanderten alle weiter durch die Horstfelder Heide, eine von der eiszeitgeprägte Dünenlandschaft, die bis Mitte des 19. Jahrhunderts gemeinschaftliche Hütung war, bevor sie privatisiert wurde. Tatort Heide - Förstermord Es war der 12. Februar 1919 als sich Förster Julius Heine mit seinem Begleiter Hermann Käthe auf den Weg in die Heide begab. Damals lag ein Feld mit Lupinenstroh vor Ihnen, als sie einen Schuss hörten. Wilderer trieben seiner Zeit ihr Unwesen in dieser Gegend. So verharrten sie eine Weile und lauschten. Als sich jedoch nichts mehr regte, zündete sich der Förster vermutlich eine Zigarette an. Da trafen ihn auch schon die Kugeln. Er brach sofort zusammen. Der Förster wurde noch am gleichen Tag noch lebend vom Ziegeleibesitzer gefunden, erlag jedoch bald seinen Verletzungen. Seinen Begleiter traf auch noch eine Kugel, als dieser sich bereits auf der Flucht befand. Er konnte sich jedoch noch bis zum Schützenhaus retten, bevor er zusammenbrach. Auch er überlebte nicht. Beide erschossen mit einem Karabiner 98 aus dem I. Weltkrieg. Der Verdacht fiel bald auf ortsbekannte Wilderer. Die Polizei traf den Vater Zuhause an, der die Tat auf sich nahm, während sein Sohn flüchtig war, sich in die Reichswehr rettete. Der Vater wurde verurteilt, sein Sohn blieb ungeschoren. Viele Jahre später gestand dieser, dass er der Mörder gewesen sei. Bronzezeitliche Hügelgräber Tatort - Förstermord Bronzezeitliche Hügelgräber Da war sie wieder die Bronzezeit. Wer als Spaziergänger diesen Weg vorbei am Kiessee auf die Steinberge entlanggeht, dem wird kaum etwas Besonderes auffallen. Anders, wer mit Klaus Voeckler unterwegs ist. Die kleinen Erhebungen in der Landschaft sind nicht von der Natur so entstanden, sondern die Menschen der Bronezeit haben hier ihre Toten in Hügelgräbern, die heute unter strengem Denkmalschutz stehen, bestattet. Die Wanderung endete offiziell, auf der Anhöhe über dem Kiessee, von der aus das gesamte Geschehen auf dem Kiessee weiträumig überblickt werden konnte. Die Horstfelder und andere Bewohner aus umliegenden Ortschaften holten sich hier von je her ihren Kies. Heute erfolgt der industrielle Abbau. Daneben die Wasserskianlage. Am Kiessee Lecker! Am eigentlichen Ende der Wanderung stand dann Klaus Andrae mit Kaffee und Bockwurst am Förstersitz. Selbst hier rastete Klaus Voeckler kaum. Herr Patereit brachte zwei klobige Feuersteine zur Raststätte mit, die er in seinem Garten und in Dabendorf gefunden hatte. Klaus Voeckler erkannte in diesen gehauene Hammersteine unserer Vorfahren. Text und Fotos: Dr. Rainer Reinecke zurück zu Chronik
Ehepaar Taddicken - erstmalig dabei
Mühlenberg Klaus Voeckler über die Geschichte des Berges
Mühlenberg Klaus Voeckler über die Geschichte des Berges
Das bronzezeitliche Kultobjekt wird betrachtet
Das bronzezeitliche Kultobjekt wird betrachtet
Tatort - Förstermord Bronzezeitliche Hügelgräber
Tatort - Förstermord Bronzezeitliche Hügelgräber
Am Kiessee Lecker!
Am Kiessee Lecker!
2015-04-18
2015-04-18 Zu Lande, zu Wasser und in der Luft
„Zu Lande, zu Wasser und in der Luft: Geschichte der Verkehrswege in der Region“, so hatte Silvio Fischer, Leiter des Museum des Teltow, seinen Vortrag überschrieben. Am Ende der Veranstaltung fragte eine Besucherin, was ihn den bewegt hätte, sich diesem Thema zuzuwenden.“ Seine Antwort: Ich werde oft angefragt, doch über die Geschichte einzelner Gesellschaftsbereiche in Teltow und im Landkreis Teltow-Fläming in Vorträgen etwas auszusagen. So kam ich auch auf die Verkehrsinfrastruktur. Den Umfang der Arbeit daran hatte ich doch etwas unterschätzt.“ Befragt danach, welches Thema er sich als nächste vorstellen könnte, nannte er die Geschichte des Tourismus in der Region. Jedoch dazu seien auch Forschungsarbeiten notwendig, wozu wahrscheinlich die Zeit fehlen werde. In ihrer Begrüßung stellte Frau Andrae, Vereinsvorsitzende, fest: „Wir kennen zwar viele Straßen und Wasserwege in der Region, doch einige sind uns vielleicht noch von früher bekannt, von anderen wissen wir noch wenig über deren Geschichte. Auch damals hatten Straßen viele Dellen und heute auch.“ Letzteres griff Fischer in seinen einleitenden Bemerkungen scherzhaft wieder auf: „Ich kenne zwar auch Dellen in den Straßen, jedoch nicht die Geschichte jeder Delle.“ Dann legte er los. Als erstes ging Fischer auf die landschaftlichen Gegebenheiten ein, die bei der Entwicklung der Verkehrswege insbesondere zu Lande, Straßen und Wege, Wasserläufe und Bahn ein. Landschaft geprägt durch Eiszeit, Moränenlandschaft, wobei speziell Zossen auf einer Talsandinsel liege. Jetzt folgten viele Daten und Fakten über die Geschichte des Straßenwesens im Landkreis TF. Abenteuerlich seien die Reisen mit der Postkutsche gewesen. Zunächst beförderten die Postkutschen, wie dies ihr Name ausdrückt, ausschließlich Post, später kam die Personenbeförderung hinzu. Walkmühle, Knochenknacker seien die Kutschen auch betitelt worden, und die Wege als Teufelsweg oder Höllenpfad. Auch der verarmte Adel habe diese Kutschen genutzt, jedoch inkognito, um den gesellschaftlichen Abstieg nicht sichtbar werden zu lassen. Um 1700 erreichten die Kutschen eine Geschwindigkeit von 2km/h, um 1850. Systematisch habe der Ausbau des Straßen- und Wegesystems mit der Dammordnung 1575, die Gebietskörperschaften verpflichtete Straßen zu bauen und zu unterhalten. Der Aufbau des Eisenbahnwesens löste dann sehr schnell die Postkutsche ab. Pferdekutschen wurden fast ausschließlich nur noch zur Beförderung zur Bahn und von der Bahn in noch nicht erschlossene Region bzw. bis zum Gut genutzt. Mit dem Aufkommen des Autos verschwand aber auch bald diese Bedeutung der Kutsche. Noch vorhandene Postmeilen und Chausseehäuser legen noch Zeugnis von dieser Zeit. Sachsen Glanz und Preußens Gloria habe sich auch in den Postmeilen widergespiegelt. Während die preußischen schlicht und zweckbestimmt daherkamen, zeichneten sich die sächsischen durch ihre größere Höhe, ihre goldenen Verzierungen und kunstvollen Gestaltung aus. Das heutige Straßennetz sei in den 20iger Jahren bis auf die Autobahnen entstanden. Die heutige B96 habe 1815 ursprünglich einen anderen Verlauf über Mittenwalde genommen, später wurde sie direkt über Zossen geführt, wodurch Mittenwalde abgehangen wurde. Dies sei auch ausschlaggebend für die Gestaltung der Bahnverbindungen gewesen. Auch die Geschichte des Bahnwesens und der Wasserstraßen erläuterte Fischer sehr detailliert mit Jahreszahlen und erläuterte ihre Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung in der Region. Zeitweise schipperte ein Wasseromnibus zwischen Königs Wusterhausen und Mittenwalde. Anhalterbahn, Aufbau Bahnstrecke Berlin-Dresden, Militärbahn, Geschwindigkeitsrekord, Dahme-Notteniederung, Zülowkanal, Teltowkanal, Nottekanal nur einige Stichworte aus diesem Teil des Vortrages, bevor dann das Flugwesen an der Reihe war. Eine besondere Prägung erfuhren die Verkehrswege und die Geschichte der Flughäfen während der Teilung Berlins. Verbindungen wurden unterbrochen, Umfahrungen ausgebaut, Teilstrecken mühevoll unterhalten. Wer erinnert sich bei Flugwesen nicht an den Ausspruch: „Also, so ist das, das Flugwesen, Genossen Bauern.“ des Agitators Kosnossow. Auch im Teltow entwickelte sich das Flugwesen, schließlich experimentierte hier Otto Lilienthal mit seinen Fluggeräten, Darüber, wie sich das Flugwesen mit Johannisthaler Flugplatz, den Flugplätzen Tempelhof und Tegel sowie Schönefeld erfuhren die Besucher interessante Einzelheiten. Aber auch der Flugplatz Schönhagen und seine Bedeutung in der Region wurden nicht ausgespart. Fischer tat gut daran zur Geschichte des BER auszusparen. Eine besondere Prägung erfuhren die Verkehrswege und die Geschichte der Flughäfen während der Teilung Berlins. Verbindungen wurden unterbrochen, Umfahrungen ausgebaut, Teilstrecken mühevoll unterhalten. Vielen Dank Silvio Fischer Text und Fotos: Dr. Rainer Reinecke zurück zu Chronik
2015-03-21
2015-03-21 Rotkäppchen lag im Krankenhaus
Wo Rotkäppchen zu Hause war, so lautete die Ankündigung, doch dann war alles ganz anders. Die Referentin, Frau Lohrmann, lag im Krankenhaus. Doch wir sollten Ersatz bekommen und waren sehr gespannt was uns erwartete. Pünktlich zu 16 Uhr traf Herr Fred Harry Schulze ein. Extra für uns hat er einen Vortrag zusammengestellt. Er führte uns nach Ungarn und hier an die doch unbekannten Heilquellen um Eger und die angrenzenden Naturschönheiten. Es hat doch Lust geweckt die Reisekataloge mal in diese Richtung zu durchblättern. 20 Gäste hörten diesen spannenden Ausführungen zu. Frau Lohrmann ist unterdessen wieder fit und wir werden den Vortrag zum Herbst neu ansetzen, da wir die Sache mit dem Rotkäppchen ja wissen wollen. Text: Karola Andrae Foto: Tomáš Páv https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3885331 zurück zu Chronik
2015-03-21
2015-03-21 Mitgliederversammlung
Die Einladung zur Mitgliederversammlung nahmen 29 Mitglieder an. Damit war der Raum in den Weinbergen gut gefüllt. Die Berichte der Vorsitzenden, der Museumsleiter, Schatzmeisterin und der Kassenprüfer wurden ohne Gegenstimmen angenommen. Der vorgelegte Arbeitsplan 2015 wurde noch in einigen Punkten aktualisiert. So haben wir am 17.6. den Besuchstermin im Landtag und arbeiten noch an einem ergänzenden Programm in Potsdam. In der Mitgliederversammlung trug die Vereinsvorsitzende, Karola Andrae, den Rechenschaftsbericht für das Jahr 2015 vor, der von den Mitgliedern einstimmig bestätigt wurde. Klaus Andrae berichtete über die Aktivitäten in der Museums- und Begegnungsstätte "Alter Krug". Gudrun Haase trug den Bericht über die Arbeit des Schulmuseums 2014 vor. zurück zu Chronik
2015-03-07
2015-03-07 Krugputz 2015
Schon in kleiner Tradition treffen sich die Vereinsmitglieder am 1. Märzsonnabend zum Frühlingsputz im „Alten Krug“. Die lange Winterpause hat doch dicke Staubschichten hinterlassen, die Fenster sind sandig und die Spinnen haben sich breit gemacht. Ja der „Alte Krug“ ist schließlich eine große 3-Zimmerwohnung mit 2 Küchen und 2 Klos mit Außenanlage. So ein Frühlingsputz ist wie ein Wochenendgrundstück zur neuen Saison. Es trafen sich wieder 15 Vereinsmitglieder. Die Stühle wurden draußen geputzt, Fenster abgeseift, Böden gewischt, Vitrinen gerückt, Spinnen abgesaugt, Laub geharkt, der Unterstand gefegt, die Klos geschrubbt u.v.m. Nach 3 Stunden war alles wieder Blitz blank und vorzeigewürdig. Zum Schluss gab es noch Nudelsuppe, Kaffee, Glühwein und viel zu erzählen. Auch mit so einer Aktion kann eine Gemeinschaft leben. Text: Kaotla Andrae Fotos: Klaus Andrae zurück zu Chronik
2015-02-28
2015-02-28 Im Wald der Kraniche
Über fünfzig Gäste sahen, im Gemeindesaal der evangelischen Kirche, den neuen Tierfilm von Gerhard Kretlow, „Im Wald der Kraniche“. Seit 1956 filmt Kretlow neben anderen Vogelarten auch die Kraniche. Erst mit 8mm Kameras, dann mit 16mm Kameras und heute digital. Die früheren Kameras hatten einen entscheidenden Makel, sie surrten zu lauf für eine ungehinderte Kranichbeobachtung. Lediglich eine russische Kamera mit einem anderen Filmtransportsystem wurde den Anforderungen des Naturfilmers gerecht. Kretlow berichtete auch über die Anforderungen an einen Anstand für eine ungehinderte Beobachtung der Vögel. So ist dann auch im Film zu sehen, wie er mit Gummistiefeln zu seinem gut getarnten Anstand watet, ihn aufräumt, um dann später das Nest mit den Jungvögeln zu beobachten. Da Kraniche sehr genau ihre Umgebung im Auge behalten, darf auch das Objektiv nicht aus dem Unterstand hervorluken. Im Film ist dann auch zu sehen, mit welcher Vorsicht Kretlow das Beobachtungsfenster aufschiebt und zwischen Kamera und Luke eine Blende dazwischenschiebt. Um aber die Kraniche auch vom Menschen abzulenken, müssen sie ausgetrickst werden. So gehen Kranich und Jungvogel aus der Nähe gefilmt immer zwei Personen zum Beobachtungsstand und dann eine laut erzählend durch das Schilf zurück. Damit ist für die Kraniche die Luft rein und sie sorgen sich wieder unbekümmert um ihre Jungen. Ohne diesen Trick würden die Kraniche von ihrem Nest ferngehalten und die Jungvögel nicht mehr versorgen. Lange bleiben die Kranichjungen bei ihren Eltern, bis zum nächsten Nestbau im folgenden Frühjahr. Dann müssen die Eltern die Kraniche regelrecht wegjagen, damit sie lernen, auf eigenen Füßen zu stehen. So vertrieben, schließen sie sich dann der Gruppe der noch nicht brütenden Jungkraniche an. Im Abspann des Films war zu lesen: „Gewidmet meinem Enkel, dem Naturfilmer Alexander Kretlow“. Dies lässt auch für die nächste Generation auf interessante Tierfilme aus unserer Region hoffen. Zum Schluss der Veranstaltung entschuldigte sich Kretlow fast dafür, dass an einigen Stellen der Schnitt nicht so richtig gelungen sei, und manche Szene vielleicht zu lang ausgeführt wurde. In ihren Dankesworten reagierte Karola Andrae mit den Worten: „Actionfilme“ mit vielen Toten bereits im Vorspann haben wir im Fernsehen mehr als genug. Die über fünfzig Gäste, die trotz der verlockende Frühlingsonne an diesem letzten Tag im Februar gekommen waren, erlebten wieder ein Stück Natur aus ihrer unmittelbaren Umgebung, wie dies normalerweise nur die wenigsten, sonst zu sehen bekommen. Text und Fotos: Dr. Rainer Reinecke zurück zu Chronik
Kranich und Jungvogel aus der Nähe gefilmt
2015-01-31
2015-01-31 Die Spandauer Zitadelle
2015-01-31 Die Spandauer Zitadelle Die Zitadelle Spandau, Vortrag Karl-Heinz Bannasch, Vorsitzender des Geschichtsvereins Spandau. Zweiundfünfzig Zuhörer waren der Einladung zum Vortrag, „Die Zitadelle Spandau, einst geplant für Zossen?“ gefolgt. Gegenüber der Vorsitzenden des Heimatvereins hatte der Referent, Karl-Heinz Bannasch, bekundet, es sei für ihn spannend, aus gerechnet in Zossen über die Zitadelle Spandau zu referieren. Gleich zu Beginn des Vortrages klärte er auf: „… spannend deshalb, weil ich in jener Stadt referieren soll, die vor 450 Jahren die Zitadelle nicht bekommen hat.“ Tatsächlich so erläuterte Bannasch in seinem Vortrag, hatte Joachim der II. erwogen die Festung in Zossen errichten zu lassen. Doch offensichtlich hat letztendlich die topographische Lage Spandaus den Ausschlag gegeben. So war die der vorgesehene Festungsplatz von Wasser umgeben, so fließt hier die Spree in die Havel. Außerdem führten durch Spandau Handelsverkehrswege und Spandau galt als die Mitte der Mark Brandenburg, bevor seine Bedeutung mit der prosperierenden Residenzstadt Berlin – Köln zurückging. Im Unterschied zu seinem jüngeren Bruder Hans von Küstrin, der seine Festungen Küstrin und Peitz fast ohne Schulden errichten ließ, habe Joachim der II immer Geldsorgen gehabt. So sei sein Vorhaben, Bau der Festung Spandau ohne jeglichen Finanzhaushalt begonnen worden und sei nie ausfinanziert gewesen. An dieser Stelle ging ein leichtes Raunen durch den Saal. Um den Bau dennoch voranzutreiben wurden die Stände verpflichtet 100.000 Gulden aufzubringen. Diese seien aber nur bereit gewesen 30.000 Gulden bereitzustellen. Die fehlenden 70.000 wurden später nachgefordert. Für den Bau der Burg wurden auch ständig Arbeitskräfte benötigt. Die einzelnen Städte erhielten die Auflage eine bestimmte Anzahl von Arbeitskräften zu stellen. Zossen gehörte zu jenen Orten, die sich dem verweigerten. Als die Burg weitgehend fertig gestellt war, wurde zu ihrem Test ein Manöver abgehalten, welches als Knüppelkrieg in die Geschichte Karola Andrae dankt Karl-Heinz Bannasch eingehen sollte. Kämpfen sollten Berlin-Kölner gegen Spandauer. Vereinbart war ein Sieg für die Berlin Kölner. Mit kurzen Knüppeln bewaffnet näherten sie sich in einem Schiffskorso der Burg, bevor sie auch an Land kämpften. Wer geht schon gern als Verlierer vom Platz, die Spandauer jedenfalls nicht. Ehrgeizig erkämpften diese nun den Sieg, darüber sei Joachim der II. sehr erbost gewesen. Eine militärische Bedeutung erlangte die Festung nie. Nach dreißigjähriger Bauzeit war sie bereits technisch veraltet und hatte den sich rasch entwickelnden Waffensystemen nicht standgehalten. Wahrscheinlich veranlasste diese Erkenntnis den Kommandanten der Zitadelle, Major Ernst-Ludwig von Benneckendorf die Festung kampflos an die napoleonischen Truppen zu übergeben. Kurios oder auch nicht, versuchte er mit den Franzosen auszuhandeln, das auf der Burg vorhandene Federvieh mitnehmen zu dürfen. Fachsimpele i 1813 eroberten die preußischen Truppen die Burg zurück. Da wurde tatsächlich gekämpft. Eine der ersten Kanonenkugeln soll dabei das Zeughaus getroffen haben und dabei sei eine Druckwelle entstanden, die den Juliusturm um 81cm neigte. Im weiteren Verlauf erfuhren die Zuhörer noch einiges über die Waffenschmiede Spandau im Deutschen Reich, zu deren Schutz unter anderen auch das Fort Hahneberg errichtet wurde. Im Anschluss beantwortete der Vorsitzende des Spandauer Geschichtsvereins noch etliche Fragen des doch sehr sachkundigen Publikums. So unter anderem nach der Truppenausstattung auf der Burg, nach der Versorgung der Burg mit Lebensmitteln, nach der Rolle der Burg im zweiten Weltkrieg; stellte klar, dass die Spekulation, dass zwischen der Burg und dem Fort Hahneburg ein Tunnel bestanden haben könnte, technisch unmöglich gewesen sei. Und dann tauchte doch auch Bismarck wieder auf. Thomas Krause, stellte dieses Mal das fertige aus Beton mit Bronze überzogene Relief für den Bismarckstein in der Verschönerung vor. War in dieser Veranstaltung auch gar nicht so abwegig, schließlich steht in Spandau auch ein Bismarck-Denkmal. Auch wenn die Zitadelle nun nicht in Zossen steht, haben die Zuhörer doch auch manch Neues über ihre Stadt erfahren. Text und Fotos: Dr. Rainer Reinecke zurück zu Chronik
Karola Andrae dankt Karl-Heinz Bannasch
Fachsimpele i
2015-01-03
2015-01-03 Denkwürdiges Neujahrskonzert
Denkwürdig vor allem deshalb: Erstens: Dieses Konzert fand nicht, wie die 19 vorangegangenen in der Zossener Dreifaltigkeitskirche statt, sondern in der Turnhalle in Dabendorf. WorldBrass in einer Turnhalle, würde das gut gehen? Nach Shawn Grocott, Mitglied des Ensembles, waren da auch die Musiker skeptisch. Zweitens: Die ersten Musikstücke an diesem Abend spielten nicht Musiker von Worldbrass, sondern der Ideengeber für das erste Neujahrskonzert, Barnabas Kubina, mit seiner Hornisten beim Deutschen Symphonieorchester. Drittens: Die Eröffnungsworte vom Schirmherr der Veranstaltung, dem ehemaligen Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg, Manfred Stolpe, waren nicht nur höfliche Begrüßungsworte für Gäste und Musiker, sondern mit Bezug auf die Vergangenheit unserer Region, mit dem Militärstandort Zossen/Wünsdorf, mahnte er vor den Gefahren eines Konfliktes mit Russland. Music is my Mistress „Music is my mistress“, Musik ist meine Geliebte, meine Herrin, meine Lehrmeisterin, so hatten die Musiker in diesem Jahr ihr Programm überschrieben. So wie die elf Musiker an diesem Abend aufgespielt haben, sind Zweifel angebracht, ob jeder von ihnen, neben der Musik, noch etwas oder jemanden anderes lieben kann. Auf jeden Fall sind sie von der Musik beherrscht, ja beseelt. Ein tolles Konzert mit einem sehr ausgewogenen Programm und am Ende mit ausschließlich zufriedenen Zuhörern. Natürlich durfte bei der Zugabe auch dieses Mal Kalinka nicht fehlen. Beachtlich an diesem Abend auch die Ausstellung 20 Jahre Neujahrskonzert. Jedem einzelnen Konzert war eine gesonderte Tafel gewidmet. Interessant die wechselnden Inhalte der Konzerte und das Reifen der beteiligten Personen. Die besonderen Umstände dieses Konzertes forderten die Veranstalter heraus. Dass für Musiker und Besucher, trotz dieser Umstände, alles so reibungslos ablief, dafür den Veranstaltern ein herzliches Dankeschön. Ein besonderer Dank gebührt an dieser Stelle unseren Vereinsmitgliedern Karola und Klaus Andrae, die in ehrenamtlicher Arbeit maßgeblich zum Gelingen dieses zwanzigsten – denkwürdigen Neujahrskonzerts beigetragen haben. Mehr erfahren Mit einem Tonmittschnitt von diesem Konzert können wir nicht aufwarten. Er würde auch die Atmosphäre des unmittelbaren Erlebens nicht vermitteln können. Jedoch ein paar Momentaufnahmen im Bild möchten wir nicht vorenthalten. 01/10 Wer mehr über das Ensemble WorldBrass, Weltblech, erfahren möchten, besuch doch deren Internetseite . Unter der Rubrik CD’s kann jeder Besucher Klangbeispiele des Orchesters sich anhören. Fotos: Klaus Andrae, Fred Hasselmann Text: Dr.Rainer Reinecke zurück zu Chronik