Heimatverein "Alter Krug" Zossen e.V.

forschen · sammeln · präsentieren
← Zurück zur Übersicht

2012

2012-12-01 Wieder einmal Advent

Flackernde Flammen waren durch die Fenster des Kruges zu sehen, diese jedoch schreckten die Besucher nicht ab, sondern luden sie ein. Kerzenschein und weihnachtlich dekorierte Tische, mit allerhand Leckereien, ein geschmückter Tannenbaum und der Duft nach frisch gebrühtem Kaffee, das enge Beieinander der über vierzig Gäste schufen eine Atmosphäre wie bei einer Weihnachtsfeier einer großen Familie. Obwohl dort nicht die Oberhäupter der Familie Platz genommen hatten, schien ein Tisch besonders privilegiert, denn hier verbreiteten echte Kerzen das einzig flackernde Licht. Gleich zu Beginn der Feier erhielten Frau Andrae und Helfer viel Beifall für die liebevoll ausgestaltete gute Stube des Alten Kruges, da war die Stolle noch nicht einmal angeschnitten und die selbstgebackenen Pfannkuch von Frau Irene Kniesegk, der Gewinnerin des diesjährigen Kuchenwettbewerbes, noch nicht verteilt. Stimmengewirr erfüllte bei Kaffee, Stolle und Pfannkuchen bald den Raum. „Weißt du noch …?“ war die oft gestellte Eingangsfrage, denn die Gäste brachten viel Lebenserfahrung mit und manche dieser Erfahrung hatte der eine oder anderen mit dem Einen oder Anderen geteilt. Endlich Kaffee, lang ersehnt, heiß erfleht Der unspektakulär feierliche Stollenanschnitt Über viel Lebenserfahrung verfügte auch der Überraschungsgast des Abends, Herr Michael Kuss. Heute und das hat er mit vielen Mitgliedern des Heimatvereins gemeinsam genießt er seinen Unruhestand. „Michael Kuss lebte und arbeitete zahlreiche Jahre in verschiedenen Ländern; teils als Journalist und Reporter, teils als Sozialarbeiter und Streetworker mit Obdachlosen und Menschen und Menschen mit sozialen und psychischen Problemen“, heiß es in der Vorbemerkung seines Büchlein „Und das am Heiligabend“. Michael Kuss: "Und das am Heiligabend" Bei seinen beiden vorgetragenen Geschichten „Und das am Heiligabend“ und „Das Bayrische Weihnachtsessen“ verstummte das Stimmengewirr im Raum und eine nachdenkliche Ruhe kehrte ein. In der ersten Geschichte hält sich eine Obdachlose in der Weihnachtszeit in der Straße einer eher wohlhabenden Gegend auf. Einem Mitbewohner dieser Straße bringt ihr ab und zu Essen und Kleidung, aber nicht ohne sich vorher zu vergewissern, dass die Nachbarn nichts davon bemerkten, wie er der Frau mit den fettigen Haarsträhnen und aufgedunsen Bauch seine Gaben überbrachte. Lange grübelt er am Heiligabend, ob er die Frau doch hereinbitten sollte. Am Morgen war die hochschwangere Frau tot, ihr Kind aber konnte gerettet werden. In der zweiten Geschichte, die weitgehend autobiographisch geschrieben ist, beschreibt er eine Begebenheit aus seiner Kindheit, wie er und seine Mutter aus dem ausgebombten Heim über Land zogen, um alles Mögliche gegen Nahrungsmittel einzutauschen. Doch dieses Mal hatten sie nur Kippentabak zu bieten, da Onkel Tom nicht mehr regelmäßig für eine Stunde seine Mutter besuchte. Herr Thonke als Glücksfee Im katholischen Bayern war die christliche Nächstenliebe selbst am Heiligabend sehr in Frage gestellt, bis ihnen dann doch die Tochter der Familie heimlich einen Beutel mit Nahrungsmittel übergab und eine Schlafgelegenheit auf dem Stroh im Stall anbot. Schließlich las Michael Kuss, der gebürtige Hesse noch ein Gesicht seines Freundes eines ehemaligen Lehrers in der DDR, Ernst Bürger. Erst nach einer Weile kehrte das Stimmengewirr in den Raum zurück. Für die Tombola bestimmte die Vereinschefin Herrn Thonke als Glücksfee. Er und seine Frau stellten an diesem Abend den Antrag, Mitglied im Heimatverein zu werden. Mit Kartoffelsalat und Würstchen hielt der Abend Einzug. Dazu auch noch das würzige Wildschmalz von Klaus Voeckler. Eine rundum gelungene Adventsfeier. Ein großes Dankeschön an alle, die dazu beigetragen haben. Text und Fotos: Dr. Rainer Reinecke zurück zu Chronik

2012-12-01 Wieder einmal Advent
Endlich Kaffee, lang ersehnt, heiß erfleht Der unspektakulär feierliche StollenanschnittEndlich Kaffee, lang ersehnt, heiß erfleht Der unspektakulär feierliche Stollenanschnitt
Endlich Kaffee, lang ersehnt, heiß erfleht Der unspektakulär feierliche StollenanschnittEndlich Kaffee, lang ersehnt, heiß erfleht Der unspektakulär feierliche Stollenanschnitt
Michael Kuss: "Und das am Heiligabend"Michael Kuss: "Und das am Heiligabend"
Herr Thonke als GlücksfeeHerr Thonke als Glücksfee

2012-11-03 Der Landkreis Teltow - Fläming

Der Landkreis Teltow Fläming ist historisch ein noch eine sehr junge Gemeindestruktur. Im Jahre 2013 kann er erst auf 20 Jahre seit seiner Gründung am 5. Dezember 1993 zurückblicken. Über die Vorgeschichte des heutigen Landkreises referierte Silvio Fischer, Leiter und einziger Mitarbeiter des Museums des Teltow. Bis auf den letzten Platz gefüllt war der Alte Krug bei dieser Veranstaltung des Heimatvereins in Zusammenarbeit mit der Kreisvolkshochschule. Auch das Hamburger Ehepaar Gerd und Helga Schreiber aus Hamburg, welches aus familiären Gründen in Zossen weilte, interessierte sich für die Geschichte des Landkreises. Gerd Schreiber (79) verbindet mit Zossen noch ein persönliches Anliegen. Er sucht nach einer Bekannten, Meta geb. Kröger, die heute 81 Jahre sein müsste und bei der Post in Zossen gearbeitet hat, aus Bestensee stammt und später in Mellensee wohnte. Vielleicht kann jemand Auskunft geben. Der Bogen gespannt von der Eiszeit bis zum jetzigen Kreis Teltow Fläming hat die Zuhörer ganz schön gefordert. „Schon der Doppelname Teltow-Fläming“, so Silvio Fischer, „sagt aus, dass wir es hier nicht um historisch gewachsene Strukturen handelt.“ Dies gilt sowohl für die Landschaft als auch für die Verwaltungsstruktur. Die Landschaft wurde von zwei Eiszeiten geprägt. Während die jüngste Eiszeit, die Weichseleiszeit, die Teltower Platte hervorbrachte, geht der Flämi8ng auf die ältere Saaleeiszeit zurück. Verwaltungstechnisch wäre heute der Landkreis Teltow-Fläming einer der reichsten Landkreise, wenn 1993 tatsächlich der ursprüngliche Landkreis Teltow in den Landkreis Teltow-Fläming eingegangen wäre. Dieser schloss nämlich fast alle Gebiete südlich der Spree ein, reichte im Norden bis Berlin Charlottenburg, umfasste weite Gebiete des heutigen Landkreises Potsdam-Mittelmark. Nach der Gebietsreform 1992 wurden die Landkreise Zossen, Luckenwalde und Jüterbog gebildet, die dann 1993 zum Landkreis Teltow-Fläming zusammengeführt wurden. Völkerwanderung, Slawen, Askanier, Flamen, Magdeburger, Zisterzienser; Albrecht der Bär, Friedrich der Große, Martin Luther, Tetzel; Dreißigjähriger Krieg, Kampf gegen Napoleon, Wiener Kongress, all das in einer Stunde Vortrag . Doch Silvio Fischer vermochte dies so zu schildern, dass die Zuhörer ihm dennoch folgen konnten. Bewusst ausgelassen hatte Fischer die Militärgeschichte und die Geschichte der nördlichen Region des Landkreises. Die Besucher merkten hier spricht ein Geschichtsbesessener und dankten mit viel Applaus. Weil das Hamburger Ehepaar sich auch für Ausstellung „Entlang der Dresdner Eisenbahn“ interessierte, führte sie Museumsleiter Klaus Andrae noch durch das Museum. Text und Fotos: Rainer Reinecke zurück zu Chronik

2012-11-03 Der Landkreis Teltow - Fläming
2012-11-03 Der Landkreis Teltow - Fläming

2012-10-17 Feier zum 20. Geburtstag des Vereins

Der Heimatverein "Alter Krug" in Zossen begeht seinen 20. Geburtstag mit einer einer Festveranstaltung im Restorante La Famiglia. Über 70 Gäste waren der Einladung gefolgt. Sie erlebten bei einem Dreigängemenue einen Abend mit vielen anregenden Gesprächen aber auch in ausgelassener Unterhaltung. Die Festansprache hielt die Vereinsvorsitzende Karola Andrae: "Liebe Vereinsmitglieder, Werte Gäste, Freunde und Begleiter unseres Vereins, an einem wunderschönen Herbsttag 1992 trafen sich interessierte neugierige Bürger am „Alten Krug“, um für Zossen Geschichte zu beginnen. Wir standen vor dem Krug, wo die REKO schon begonnen hatte, und nun darüber nachdenken sollten wie es mit diesem damals doch toten Gebäude zukünftig weitergehen soll. Lebendige Vergangenheit gab es lange nicht mehr und für die Zukunft stand nur eines fest: Es muss belebt werden. Wer hatte 1992 schon Ahnung von Vereinsgründungen und was da alles so auf einen zukommen wird. Die Gründungsversammlung verlief jedenfalls schon sehr professionell ab. Wir hatten nach der Wende doch schon das Wählen gelernt. So würde dann an diesem 17.10.1992 der Verein gegründet und ein Vorstand gewählt. Teile dieses Vorstandes kannten sich damals noch gar nicht und trotzdem wollte man es versuchen. Einige Impressionen vom Fest 01/20 Der Gründungsvorstand hatte dann die bürokratischen Dinge mit Vereinsregister, Vereinskonten, Finanzamt, Gemeinnützigkeit uvm zu klären, alles Arbeiten die man nicht sehen konnte. Es begannen die ersten Veranstaltungen im Saal der damaligen Kreisverwaltung. Darunter war der erste Tierfilm von Herrn Kretlow. Kontakte zum Heimatverein Westenholz wurden geknüpft, ein Baum am Bahnhof gepflanzt und der Weiterbau am Alten Krug vorangetrieben. Unterdessen hatten sich die Eigentumsverhältnisse geändert und der Krug ging ins Stadteigentum über. Die Stadt stellte sich dieser Verantwortung und stellte entsprechende Haushaltsmittel, auch in Zeiten knapprer Kassen immer wieder ein. Am Krug selbst begannen wir dann mit der Teilnahme am Offenen Denkmal und dem ersten Kuchenverkauf auf einem Klapptisch mit Papptassen und eine höllischen Angst, ob wir damit nicht gegen irgendwelche Gesetze verstoßen würden. Als der Krug dann eröffnet werden konnte, wurde ein Plan entwickelt, der regelmäßige Veranstaltungen, Öffnungszeiten und einen Museumsbetrieb vorsah. Hierzu wurde mit der Stadt ein Nutzungsvertrag abgeschlossen und der Verein hat das Hausrecht bekommen und die Stadt übernahm die ganzen Kosten und wir die Arbeit. Aber was machen wir mit dem Krug ohne Klo ohne Abstellraum, ohne Küche. Bald merkte man von verantwortlicher Stelle in der Stadt und auch bei der kreislichen Denkmalsbehörde, dass man hier doch nachbessern muss. So wurde der Entschluss gefasst ein Nebengebäude zu errichten. Es ist wie bei jeder Bauerei, wenn man vorher gewusst hätte..... die ersten Mittel flossen über eine ABM-Maßnahme, dann gab die damalige Raiffeisenbank Zossen Gelder aus der Genossenschaftsstiftung, es wurden alle notwendigen Handwerker in der Region angebettelt wegen Leistungen zum günstigen Preis, eine weitere ABM folgte und viele Stunden etlicher Vereinsmitglieder bis der „Stall“ dann stand. Heute kann man sich den Krug ohne den Stall schon nicht mehr vorstellen. Was haben wir hier nicht schon alles für tolle Veranstaltungen gemacht, Märchennachmittage, Vorträge zu verschiedensten Themen, Adventsfeiern, Mitgliederversammlungen, Betriebsausflüge, Ausstellungen, Wandertage, Offene Denkmale, Buchvorstellungen, Vogelstimmenwanderungen, Ausflüge und und und.... Im April 2002 erweiterte sich unser Verein um ein weiteres kulturelles Aufgabengebiet für Zossen, das Schulmuseum. Skepsis und Mut bildeten die Grundlage und heute zeigen die Besucherzahlen, das doch der Mut gut war und sich dieses für unsere Stadt und für unseren Verein gelohnt hat und wir reden über die Vergrößerung der Ausstellungsfläche an neuer Stelle. Schule ist Thema bei jedem, erst will man hin, dann nicht mehr, dann will man Jahre nichts mehr damit zu tun haben und dann sitzt man nostalgisch im Schulmuseum und denkt über die tolle Schulzeit nach. Ohne den Mut zum Schulmuseum wäre die Stadt um eine Attraktion ärmer. In den Jahren sind auch etliche Publikationen entstanden. Erste Anfänge waren mit 2 Postkartenserien gemacht. Zum Stadtjubiläum gab es das erste Buch „Zossen ein Märkisches Städtchen“. Die Kalenderproduktion begann , die erst nur auf die Sponsoren ausgerichtet war und heute mit seiner Auflage von 250 Stück ein Sammlerobjekt geworden ist und Bestellisten vorliegen. Es folgte das 2. Buch mit „Unser Zossen“ sowie, „Über Küster und Schulmeister“ eine Publikation für das Schulmuseum. Mit der Stadt Zossen und der ev. Kirche veranstalten wir nun schon zum 18. male das Neujahrskonzert in der Dreifaltigkeitskirche mit Weltblech. In den 20 Jahren haben wir 105 Mitglieder aufgenommen und heute sind wir 78 Mitglieder. Ich könnte nun berichten wer was von den Mitgliedern macht und schon steht der Begriff „macht und tut“. Es gibt Kuchenbäcker, Abwäscher, Museumsführer, Buchautoren, Geschichtenerzähler, Putzhilfen, Garten- und Zeltarbeiter, Kraftfahrer und dann die Mitglieder die einfach nur kommen und andere mitbringen. Was nutzt die beste Veranstaltung wenn keiner kommt. Es gibt Mitglieder die sich über Jahre sehr eingebracht haben, sich von uns ganz gelöst haben und andere die es etwas ruhiger angehen lassen und wieder andere die sich jetzt stärker einbringen möchten. Es ist eben wie in jedem anderen Verein auch und es geht auch immer weiter.. Was wünscht man sich selbst zu seinem Jubiläum wurde ich von einem Journalisten gefragt: Ja, was antworte man darauf? Schön wäre es, wenn wir noch Mitglieder finden würden die heute unter 60 sind (schließlich waren wir bei der Gründung bald alle unter 45) und die in den Verein hineinwachen würden und die Arbeit fortsetzen könnten. Wir wünschten uns eine bessere Zusammenarbeit mit den Kindereinrichtungen der Stadt zu aktiven Heimatgeschichte und natürlich für uns alle tolle weitere Veranstaltungen und Spaß am Verein." zurück zu Chronik

2012-10-17 Feier zum 20. Geburtstag des Vereins
2012-10-17 Feier zum 20. Geburtstag des Vereins
2012-10-17 Feier zum 20. Geburtstag des Vereins
2012-10-17 Feier zum 20. Geburtstag des Vereins
2012-10-17 Feier zum 20. Geburtstag des Vereins
2012-10-17 Feier zum 20. Geburtstag des Vereins
2012-10-17 Feier zum 20. Geburtstag des Vereins
2012-10-17 Feier zum 20. Geburtstag des Vereins
2012-10-17 Feier zum 20. Geburtstag des Vereins
2012-10-17 Feier zum 20. Geburtstag des Vereins
2012-10-17 Feier zum 20. Geburtstag des Vereins
2012-10-17 Feier zum 20. Geburtstag des Vereins
2012-10-17 Feier zum 20. Geburtstag des Vereins
2012-10-17 Feier zum 20. Geburtstag des Vereins
2012-10-17 Feier zum 20. Geburtstag des Vereins
2012-10-17 Feier zum 20. Geburtstag des Vereins
2012-10-17 Feier zum 20. Geburtstag des Vereins
2012-10-17 Feier zum 20. Geburtstag des Vereins
2012-10-17 Feier zum 20. Geburtstag des Vereins
2012-10-17 Feier zum 20. Geburtstag des Vereins
2012-10-17 Feier zum 20. Geburtstag des Vereins
2012-10-17 Feier zum 20. Geburtstag des Vereins
2012-10-17 Feier zum 20. Geburtstag des Vereins
2012-10-17 Feier zum 20. Geburtstag des Vereins
2012-10-17 Feier zum 20. Geburtstag des Vereins

2012-09-15 Das etwas andere Weinbergfest

Mit über 70 Besucher wieder gut besucht Am Sonnabend, den 15. 09. hatten die Familien Günther und Tetzlaff nun zum zweiten Mal das etwas andere Weinbergfest auf dem Gelände des „Alten Kruges“ organisiert. Über 70 Gäste waren der Einladung gefolgt und dies, obwohl doch einige Weinberger zur gleichen Zeit an anderer Stelle einen Jubiläumsgeburtstag feierten. Alles war natürlich nicht anders als im letzten Jahr, Karin und Knut Günther und Andrea und Rainer Tetzlaff waren wieder die Organisatoren, der Wein stammte wieder vom Weingut „Dreißigacker“ und schmeckte den Gästen wieder vorzüglich. Zu Andrea Tetzlaff und Karin Günther gesellte sich noch Ulrike Herrmann als Weinbergsfestfee, wie Kati Schwabach, die drei in ihrer Tracht bezeichnete. Kati Schwabachs Geschichte: "Der Krug - Eine Geschichte aus den Zossener Weinberge" Kati Schwabach liest ihre Weinberggeschichte Kati Schwabach, Zossener Autorin, die erst kürzlich im „Alten Krug“ ihr neueste Buch Wolfsnest vorgestellt hatte, hatte für diesen Abend extra eine Geschichte, welche in den Zossener Weinbergen spielt geschrieben. Dies war anders und neu im Vergleich zum Weinbergfest im vergangenen Jahr. Die Penetranten 2 Auch einmal die Augen schließen gehört zum Alltag Neu und anders war auch der Auftritt der Gebrüder Christian und Sebastian Wilde. Sie sind selbst Weinberger, fast gegenüber vom "Alten Krug" steht ihr Elternhaus. Sie nennen sich die Penetranten 2. Schon ihre Ansage zu Beginn ihres Programms, manche ihrer Texte seien schwer verdaulich und sie seien für eine halbe Stunde gebucht worden, hätten aber nur für fünfzehn Minuten Repertoire und würden deshalb fünfzehn Minuten Gitarre spielen und fünfzehn Minuten Texte vortragen, ließen nicht gerade Weinlobgesänge erwarten. So kam es dann auch. In scheinbar unbekümmerte Weise griffen die beiden in ihren Liedern das Alltagsleben auf. Vom Sonnenbrand von der Nase bis zu den Zehen im Klimawandel, vom jungen Mann der nach Jahren der Liebe nicht weiß, wie er nun seine Freundin wieder loswerden soll, bis hin zu der Frau, die aus Verzweiflung vor der langen Schlange vor dem Damenklo während der Theaterpause in die heilige Männerwelt des Männerklos eindringt, ist darin ebenso die Rede, wie vom Hartz IV – Empfänger, der aus dem Tennisclub geflogen ist. „Nicht vor, keine Pläne, sitze nun und baumle mit de Beene, klingt es im Refrain. Sie selbst bezeichnen sich als Liedermacher. Sebastian Wilde (17) danach befragt, woher sie ihre Texte nehmen: „Wenn wir durch die Straße gehen, mit der Bahn fahren, oder was auch immer wir tun, wir nehmen es in uns auf und so entstehen unsere Texte. Der Beifall zeigte, dass solche Texte doch auch zu einem Weinfest passen. Rainer Tetzlaff lud sie dann auch ein, im nächsten Jahr wieder zu kommen. Katrin Näpelt, Gast auf dem Fest: „Meine Nachbarn haben mich hierher eingeladen. Schön bei einem guten Schluck Wein hier zusammen zu sein. Enrico Schadow (26) besuchte schon im vergangenen Jahr das Weinbergfest. Er war mit seiner Freundin Deborah Ingendorf (23) gekommen. Beide waren sich einig: „Ein Superfest, der Wein ist lecker, die Stimmung toll“ Das dieses Fest so toll war, verdanken die Gäste auch: Am Grill: Ronald Hoffmann und Bernhard Herrmann, am Tresen: Sonnhild Hoffmann und an Ausgabe der Verzehrbons: Christa Thymian. hier wird gerade Familie Schwendy begrüßt die beiden Initiatorinnen des Festes Andrea Tetzlaff und Karin Günther Na dann Prost! Kati Schwabach und Karin Günther - Grund zur Freunde Mal sehen was nächstes Jahr wieder anders wird. Text und Fotos Dr. Rainer Reinecke zurück zu Chronik

Mit über 70 Besucher wieder gut besuchtMit über 70 Besucher wieder gut besucht
2012-09-15 Das etwas andere Weinbergfest
Kati Schwabach liest ihre WeinberggeschichteKati Schwabach liest ihre Weinberggeschichte
Die Penetranten 2 Auch einmal die Augen schließen gehört zum AlltagDie Penetranten 2 Auch einmal die Augen schließen gehört zum Alltag
hier wird gerade Familie Schwendy begrüßt die beiden Initiatorinnen des Festes Andrea Tetzlaff und Karin Güntherhier wird gerade Familie Schwendy begrüßt die beiden Initiatorinnen des Festes Andrea Tetzlaff und Karin Günther
hier wird gerade Familie Schwendy begrüßt die beiden Initiatorinnen des Festes Andrea Tetzlaff und Karin Güntherhier wird gerade Familie Schwendy begrüßt die beiden Initiatorinnen des Festes Andrea Tetzlaff und Karin Günther
Na dann Prost! Kati Schwabach und Karin Günther - Grund zur FreundeNa dann Prost! Kati Schwabach und Karin Günther - Grund zur Freunde
Na dann Prost! Kati Schwabach und Karin Günther - Grund zur FreundeNa dann Prost! Kati Schwabach und Karin Günther - Grund zur Freunde

2012-09-09 Tag des Offenen Denkmals

Obwohl die Öffnungszeit erst 13.00 Uhr sein sollte, trafen die ersten Besucher bereits 10:30 Uhr ein. Da waren die Verantwortlichen noch mit Restaufbauarbeiten beschäftigt. Denn noch am Tag zuvor hat im „Alten Krug“ die erste Hochzeit mit ca. 60 Gästen stattgefunden. Faktisch über Nacht mussten Ausstellung und Gelände für den Tag des Offenen Denkmals umgestaltet werden. Doch dank der Familie Andrae und anderen Helfern gelang diese logistische Meisterleistung. 12.30 trat die honorig zusammengesetzte Jury zusammen, um durch Anschauen, Riechen und Kosten den besten Kuchen im Streuobstkuchenwettbewerb zu ermitteln. 13:00 sollte die Ausstellung "Entlang der Dresdner Eisenbahn - Von Mahlow bis Klasdorf" eröffnet werden. Doch was dann geschah, war nicht geplant. Carsten Preuss, der eigentliche die Ausstellung zur „Entlang der Dresdner Eisenbahn - Von Mahlow bis Klasdorf“ eröffnen sollte, hatte sich im Termin geirrt. Doch Klaus Andrae, kannte sich inzwischen so gut mit der Geschichte der Dresdner und später preußischen Eisenbahn aus, dass er die ca. 20 Besucher sachkundig durch die Ausstellung führte. Da er die Ausstellungstafeln auch technisch fertiggestellt hatte, waren ihm die Texte wohl vertraut. 14:30 eröffnete die Vorsitzende des Heimatvereins, Karola Andrae offiziell den Tag des Offenen Denkmals. Carsten Preuss gab dann doch noch einige Erläuterungen zur Geschichte der Dresdner Bahn und zur Ausstellung. Da waren bereit mehr als sechzig Gäste anwesend, deren Zahl im Laufe des Nachmittags noch bis über 80 anstieg. 10 Blechkuchen, darunter auch die preisgekrönten wurden in gemütlicher Runde aufgefuttert. Natürlich hatte auch das Wetter gut mitgespielt. 15.30 Die Vorsitzende des Heimatvereins verkündet die Sieger des Streuobstkuchenwettbewerbes. der 1. Preis ein Teller aus der Keramikwerkstatt Marie Luise Faber ging an Irene Kniesegk mit einem Pflaumenkuchen, der 2. und 3. Preis jeweils zwei Freikarten für das Neujahrskonzert gingen an Andrea Tetzlaff, mit einem gedeckten Apfel und Gerline Kettler mit einem Erdbeerkuchen. Zwei von den meisten Besuchern zumeist unbemerkt verlaufende Ereignisse vollzogen sich noch an diesem Tag. Michael Sommer, der bereits beim Aufbau der Ausstellung mitgeholfen hatte, sagte dem Museumsleiter Klaus Andrae zu, einen Tisch ca. 1955 als Gesellenstück im Familienunternehmen Reimann in Dabendorf gefertigt, dem Heimatverein zu übergeben. Bereits eine Stunde später rollte der Tisch an. Frau Dahlke Elvira übergab dem Heimatverein ein sehr gut erhaltenes Konfirmationskleid ihrer Großmutter. Zum Geburtsjahr der Großmutter 1887 14 Jahre hinzugerechnet, dürfte das Kleid 1901 getragen worden sein. Dazu hier mehr . Text und Fotos: Dr. Rainer Reinecke zurück zu Chronik

2012-09-09 Tag des Offenen Denkmals
2012-09-09 Tag des Offenen Denkmals
2012-09-09 Tag des Offenen Denkmals
2012-09-09 Tag des Offenen Denkmals
2012-09-09 Tag des Offenen Denkmals
2012-09-09 Tag des Offenen Denkmals
2012-09-09 Tag des Offenen Denkmals

2012-09-09 Entlang der Dresdner Eisenbahn - Von Mahlow bis Klasdorf

Am Tag des Offenen Denkmals 2012 wurde auch die Ausstellung "Entlang der Dresdner Eisenbahn - Von Mahlow bis Klasdorf" eröffnet. Eigentlich sollte die Ausstellungseröffnung um 13.00 Uhr durch Carsten Preuss, doch dieser hatte sich in der Zeit geirrt und traf dann gegen 14:00 Uhr ein. Seine Funktion übernahm dann die Vereinsvorsitzende Karola Andrae und führte die Besucher durch die Ausstellung. Sie kannte die Text- und Bildmaterialien zur Eisenbahn sehr genau, da sie die Ausstellungstafeln technisch fertiggestellt hatte. Ergänzt werden die Tafel zur Geschichte der Dresdner Eisenbahn unter anderem durch das Modell des Zossener Bahnhofs, hergestellt von Michael Sommer und einem im Bausatz für tt-Bahnen von unserem Vereinsmitglied Joachim Jacob angefertigten Modell des Klasdorfer Bahnhofs. Abgerundet wird die Ausstellung durch die verschiedensten Modelleisenbahnzüge. Zum offiziellen Beginn des Tages des Offenen Denkmals im „Alten Krug“ legte Carsten Preuss einige Fakten zur Geschichte der Dresdner später Preußischen Eisenbahn dar. Auszug aus den Erläuterungen von Carsten Preuss zur Geschichte der Dresdner Eisenbahn anläßlich der Eröffnung der Ausstellung "Entlang der Dresdner Eisenbahn - Von Mahlow bis Klasdorf" "Die erste Eisenbahnstrecke Preußens und die dritte Deutschlands wurde im Herbst 1838 zwischen den Residenzstädten Berlin und Potsdam eröffnet. Drei Jahre später, 1841, erhielt Berlin mit der Anhalter Bahn die erste Ferneisenbahn und damit zugleich Anschluss an das noch sehr weitmaschige Eisenbahnnetz in Deutschland. Die Anhalter Bahn war die erste Eisenbahnstrecke, die im heutigen Landkreis Teltow-Fläming gebaut wurde. Im Sommer 1875, erhielt Berlin durch eine auf kürzestem Weg geführt neue Eisenbahnlinie, eine weitere Verbindung mit der sächsischen Residenzstadt Dresden. Von den zur Eröffnung der Bahnlinie vorhandenen 21 Stationen lagen 5 im heutigen Landkreis Teltow-Fläming. Im Laufe der Jahre kamen weitere 6 Stationen im Landkreis hinzu. Interessant ist, dass die Station Neuhof 1878 eröffnet wurde, während Wünsdorf erst 1897 einen Bahnhof erhielt. In der Gemeinde gab es lange Bedenken gegen eine Bahnstation. Erst Ziegeleibesitzer aus Zehrensdorf sorgten für ein Umdenken. Die private Berlin-Dresdener Eisenbahn-Gesellschaft geriet jedoch bald nach Baubeginn in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Nachdem es ihr nur unter großen Schwierigkeiten gelungen war, die Bahnstrecke betriebsfähig herzurichten, kam sie schon 1877 unter Verwaltung des preußischen Staates und wurde 1887 endgültig verstaatlicht. Seither hat sich die Eisenbahnstrecke Berlin–Zossen–Elsterwerda–Dresden nicht nur zu einer wichtigen Verbindung zwischen Berlin und Elbflorenz entwickelt, sondern sie bildet auch einen Teil der europäischen Nord-Süd-Achse von Skandinavien über Tschechien und Österreich nach Süd- und Südosteuropa." Die Ausstellung konzentriert sich auf den Streckenabschnitt, der durch den Landkreis Teltow-Fläming verläuft. Präsentiert werden Fotos, Postkarten und Gleisplänen aus dem Archiv von Carsten Preuß und Modelle von Bahnhöfen, Lokomotiven und viele weitere Dinge um die Eisenbahn aus dem Bestand Zossener Sammler. Das größte Ausstellungsstück stammt von der kleinsten Station. Es handelt sich um ein Bahnhofsschild von Zossen-Lager. Diese Station wurde am 02. Oktober 1944 eröffnet und im April 1945 wieder geschlossen. Der Haltepunkt diente dem Personenverkehr zur Nachrichtenzentrale „Zeppelin“ sowie den sonstigen militärischen Einrichtungen im Stammlager Zossen-Wünsdorf. Dargestellt werden neben den Einzelnen Bahnhöfen auch die Geschichte der Königlich Preußischen Militäreisenbahn, das Ausbesserungswerk der Internationalen Schlafwagengesellschaft in Zossen, die Wasserversorgung der ehemaligen Dampflokomotiven sowie besondere Züge auf der BDE. Zu ihnen gehören der Vindobona und der Henschel-Wegmannzug. Letzterer bewältigte zwischen 1936 und 1939 die Strecke Berlin - Dresden in 100 Minuten. Diese Fahrzeit wurde bisher nicht wieder erreicht. Das Modell des Klasdorfer Bahnhofs Vor dem Modell des Zossener Bahnhofs Drei Fragen an Carsten Preuss zur Ausstellung: 1. Frage: 1875 – 2012 eigentlich kein Jahrestag als Anlass für die Ausstellung, oder? "Habe ich zunächst auch gedacht. Doch dann bin ich beim nochmaligen Durchgehen der Geschichte darauf gestoßen: Vor 140 Jahren erhielt die Berlin-Dresdener Eisenbahngesellschaft die Konzession zum Bahnbau. Vor 125 Jahren, im Jahr 1887 ging die Bahnstrecke in das Eigentum Preußens über, worauf sich die Eisenbahngesellschaft auflöste." 2. Frage: Warum sollte man sich diese Ausstellung ansehen? Der Bau der Berlin-Dresdener Eisenbahn war ein sehr großes Ereignis für Zossen und für die Orte, die von dieser Bahnlinie tangiert wurden. Bis zu diesem Zeitpunkt war die nächste Bahnlinie, die Anhalter Bahn, etwa 20 km entfernt. Die meisten Einwohner von Zossen haben wohl vor 1875 noch keine Eisenbahn gesehen. Von der Geschwindigkeit der Postkutsche, die bei etwa 10 km/h lag, kamen nun "Dampfrösser mit qualmenden Schloten", die "unerhörte" Geschwindigkeiten von 60 km/h erreichten. 3. Frage: Welches sind Ihrer Meinung nach die Highlights der Ausstellung? Die vielen historischen Fotos. Bei den Ausstellungsgegenständen ist wohl das größte Ausstellungsstück sehr interessant. Es stammt von der kleinsten Haltestelle und ist ein Bahnhofsschild von Zossen-Lager. Diese Station wurde am 02. Oktober 1944 eröffnet und im April 1945 wieder geschlossen. Der Haltepunkt diente dem Personenverkehr zur Nachrichtenzentrale „Zeppelin“ sowie den sonstigen militärischen Einrichtungen im Stammlager Zossen-Wünsdorf. Text und Fotos: Dr. Rainer Reinecke zurück zu Chronik

2012-09-09 Entlang der Dresdner Eisenbahn - Von Mahlow bis Klasdorf
2012-09-09 Entlang der Dresdner Eisenbahn - Von Mahlow bis Klasdorf
Das Modell des Klasdorfer Bahnhofs Vor dem Modell des Zossener BahnhofsDas Modell des Klasdorfer Bahnhofs Vor dem Modell des Zossener Bahnhofs
Das Modell des Klasdorfer Bahnhofs Vor dem Modell des Zossener BahnhofsDas Modell des Klasdorfer Bahnhofs Vor dem Modell des Zossener Bahnhofs
2012-09-09 Entlang der Dresdner Eisenbahn - Von Mahlow bis Klasdorf

2012-09-08 Erste Hochzeit im "Alten Krug"

Seit 2012 ist der „Alte Krug“ auch eine Begegnungsstätte der besonderen Art. Hier können sich Paare, die sich trauen standesamtlich trauen lassen. Mit wenigen Handgriffen verwandelt sich die Gute Stube des Kruges in ein Trauzimmer. Die erste Hochzeit fand am 8. September 2012 im Alten Krug statt. Sollten Sie, Ihre Verwandten oder Bekannten Heiratspläne haben, könnte doch der „Alte Krug“ eine tollen Rahmen dafür bieten. zurück zu Chronik Die erste Hochzeit im "Alten Krug" mit aufsehenerregender Hochzeitskutsche

2012-09-08 Erste Hochzeit im "Alten Krug"
Die erste Hochzeit im "Alten Krug" mit aufsehenerregender HochzeitskutscheDie erste Hochzeit im "Alten Krug" mit aufsehenerregender Hochzeitskutsche
Die erste Hochzeit im "Alten Krug" mit aufsehenerregender HochzeitskutscheDie erste Hochzeit im "Alten Krug" mit aufsehenerregender Hochzeitskutsche
2012-09-08 Erste Hochzeit im "Alten Krug"
2012-09-08 Erste Hochzeit im "Alten Krug"

2012-09-06 Eck-Schultze in Zossen

„Erprobte und bewährte Koch-Rezepte - Zur Frischhaltung von Nahrungsmitteln - Obst Gemüse und Fleisch“, so der Titel des 24 seitigen Heftes von 1935. Frau Christa Puschadel, in Dabendorf geboren, übergab dem Heimatverein diese Broschüre. Auf der Titelseite wirbt ganz groß Otto Schultze, Eisen – Haus- und Küchengeräte, Zossen, Am Markt 1. Den Zossenern ist dieses Geschäft bis in die 90iger Jahre als „Eck-Schultze“ ein Begriff. Hier konnte vom Einweckglas bis zum Vorschlaghammer alles gekauft werden. Zu DDR-Zeiten war Eck-Schultze manchmal das einzige Geschäft, in dem noch dringend benötigte Werkzeuge, Schrauben und Nägel zu haben waren. Der Enkel von Christa Puschadel gab den Anstoß, überhaupt in den alten Dingen zu kramen. Er kannte keine Reibesatte. Christa Puschadel beschreibt die Situation in ihrem Elternhaus so: „Es waren bei uns (wie bei vielen) ärmliche Verhältnisse und da wurde alles, was der Garten hergab verarbeitet.“ Sie nimmt an, dass ihre Mutter viele Küchenutensilien bei „Eck-Schultze“ gekauft hat, weil er bereits Ratenzahlung einräumte. Auch sie selbst hat einen konkreten Bezug zu diesem Geschäft. Sie besuchte ab der 5. Klasse die Schule gegenüber der Kirche. Wenn sich Gelegenheit bot, schaute sie bei Eck-Schultze hinein. Dazu schreibt sie: „Ich war immer sehr beeindruckt von diesem vielseitigen Angebot in diesem Geschäft. Ich könnte heute noch die Gestaltung darin beschreiben.“ Ihre Mutter habe alles gesammelt, was mit Kochen zu tun hatte. Dies belegt nicht nur dieses Rezepteheft, sondern auch die darin liegende Nährmittelkarte ihrer Mutter von 1943. Die verbleibende Marke von N 29 bis N34 dürften inzwischen verfallen sein. Aber nach den Kochrezepten auf der Rückseite lässt sich bestimmt heute noch kochen. Text und Fotos: Dr. Rainer Reinecke zurück zu Chronik

2012-09-06 Eck-Schultze in Zossen
2012-09-06 Eck-Schultze in Zossen
2012-09-06 Eck-Schultze in Zossen

2012-06-23 Kati Schwabach: Wolfsnest

Phantasie haben und Schreiben können Kati Schwabach hat Phantasie und kann schreiben. Ihre Lesung am 23. Juni im „Alten Krug“ aus ihrem Buch „Wolfsnest“ erlebten die Zuhörer sicherlich auf sehr unterschiedliche Weise. Die einen ließen sich in eine Phantasiewelt in der Zeit der keltischen Hochkultur verführen, andere begeisterte vielleicht eher die Wortwahl mit der Kati Schwabach diese Welt der Keltenkönige, der Druiden, auferstehen lässt, wieder anderen gefielen vermutlich die gewählten Auszüge aus der Liebesgeschichte zwischen Shanna, einer Frau die die Berufung anderer erkennt, und dem Sippenhäuptling Raik, den beiden Hauptfiguren des Buches. Nach Meinung von Kati Schwabach schwingt in Märchen noch so manches von keltischen Sagen mit. Die Druiden sollen zwanzig Jahre gelernt haben, bevor sie zu einer Art Priester der Kelten wurden. Sie lernten vor allem Geschichten, denn über Geschichten wurde das Wissen von Generation zu Generation weitergegeben. Diese Tradition sollte sich auch in ihrem Buch widerfinden. So erzählen sich ihre Hauptfiguren Geschichten, die sehr an bekannte Märchen erinnern. Aber auch im Fortgang der Erzählung taucht, neben anderen mystischen Figuren, ein kleines Waldvolk auf, welches in märchenhafter Weise dem Liebespaar hilft, einem Mordanschlag zu entgehen. Was hat dies alles mit einem Wolfsnest zu tun? Raik der Sippenhäuptling wird mit Wolfsaugen beschrieben und hat offenbar eine besondere Beziehung zu diesen, oft zu Unrecht als bösartig gescholtenen, Tieren. Kein Wunder, wenn diese Wölfe in Kati Schwabachs Roman Gutes tun. Sicherlich waren Zuhörer auch gerade von dieser märchenhaften Erzählweise angetan. Wer jedoch dies alles in seiner Gesamtheit erleben möchte, wird nicht umhinkommen, das Buch zu lesen. Da war aber noch etwas. Kati Schwabach flocht in ihre Lesung eine weitere Geschichte ein. Diese spielte jedoch nicht vor Jahrtausenden bei den Kelten, sondern in der heutigen Zeit. Eigentlich keine Geschichte, sondern eher eine Schilderung. Eine Schilderung von Ereignissen und Erlebnissen, die zu ihrem Buch Wolfsnest anregten. So der Spaziergang durch den Eichenwald gleich in der Nähe von Zossen, die Meldung in der Zeitung, dass sich in der Lausitz wieder Wölfe angesiedelt haben. Besonders beeindruckten sie jedoch die Erlebnisse um eine Lesung in Bingen am Rhein. Der Rhein, jener Fluss, an dem so viel Geschichte passiert ist, über den so viel Geschichten und Sagen erzählt werden, der in Gedichten und Geschichten immer wieder neu erfunden wird, hat wohl den letzten Ausschlag für dieses Buch gegeben. Der Rhein, der majestätisch zwischen Bingen und Rüdesheim dahinfließt, kann aber auch zu einem scheinbar unüberwindlichen Hindernis werden, wenn die letzte Personenfähre zwischen Bingen und Rüdesheim bereits vor geraumer Zeit abgelegt hat. Das Quartier, nur wenige Kilometer entfernt, schien an jenem Abend nach der Lesung in unerreichbare Ferne gerückt. Doch da war noch die Autofähre. Ein Ehepaar war so nett, unsere Autorin in Ihrem Auto mitzunehmen. Doch ein Unheil kommt selten allein. Die nun schon etwas müde und zerstreute Kati Schwabach ließ ihre Geldbörse im Auto liegen. Doch die nette Familie schickte die Börse samt Geld und Papieren umgehend zu Kati Schwabach nach Hause. Als Dank schrieb sie für die Familie folgendes Gedicht: Rhein Aus geheimnisvoller Tiefe Quellen alte Sagen vor Und mir ist, als ob dort riefe Dunkel-schwer ein Barden-Chor. Singt vom Anbeginn der Zeiten, die schon längst entschwunden sind, und des Lebens Rätsels-Weiten – Leid und Glück im Fluss zerrinnt. Ich vernehm‘ die alten Weisen, hier an schicksalhaftem Ort, nehm sie mit auf meine Reisen, ewig Gleichklang, fort und fort. Vielleicht ist dies das Geheimnis, das als Schatz ins Herz mir rollt, tiefer Sinn von Lied und Gleichnis – Danke für des Rheines Gold! © Kati Schwabach Text und Fotos: Dr. Rainer Reinecke zurück zu Chronik

2012-06-23 Kati Schwabach: Wolfsnest
2012-06-23 Kati Schwabach: Wolfsnest
2012-06-23 Kati Schwabach: Wolfsnest

2012-06-23 112. Deutscher Wandertag auch in Zossen

Der 112. Deutsche Wandertag ist nun bereits Geschichte, und ein Stück dieser Geschichte hat auch unser Verein mitgeschrieben. Das Mitschreiben begann schon lange vor den eigentlichen Wanderungen. Wer zum Deutschen Wandertag den Wanderern ein Stück unserer Heimat näherbringen möchte, braucht einen Wanderleiterschein. Dieser musste hart erarbeitet werden. Die Mitglieder unseres Vereins Gerlinde Kettler und Klaus Andrae stellten sich dieser Aufgabe. Achtzig Stunden Ausbildungsprogramm hatten beide zu absolvieren. Ein Erste-Hilfe Kurs kam zusätzlich noch hinzu. Schließlich hatten beide auch noch die Prüfung zu bestehen. Ein Leiter sollte nie allein agieren. Zu jedem Wanderleiter gehört also mindestens ein Wanderhelfer. Deren Ausbildung dauerte nur drei Tage. Karola Andrae, unsere Vereinsvorsitzende und die Freundin unsere Vereins Marianne Spuhler sind seit ihrer Ausbildung unsere Wanderhelfer. Also zumindest beim Wandern ist Klaus der Chef. Alle vier waren jetzt gespannt auf die Tage, da endlich der Wandertag stattfinden sollte. Werden sich Gäste finden die Zossen und Umgebung wandernd erkunden wollen? Wird man alle ihre Fragen beantworten können? Wird das Wetter mitspielen? Am 21.6 war es dann soweit. Am Bahnhof trafen sich, bei leichtem Nieselregen sieben Wandersleute mit dem Wanderführer Klaus Andrae. Die Tour führte über die Kalkschachtöfen, Stadtpark, auf den Kirchturm, über den Marktplatz zum Wiesengrund, weiter zum Galgenberg, über den Panoramaweg zum „Alten Krug“ mit Essen und Verschnaufpause und zurück zum Bahnhof. Am 2. Wandertag trafen sich bei Sonnenschein sechs Wandersleute und am 3. Wandertag elf Wandersleute. Die letzte Wanderung wurde zusätzlich durch Carsten Preuß begleitet. Hier konnte der Kirchturm nicht besucht werden, da sonntags bekanntlich der Gottesdienst in der Kirche stattfindet. Am Ende der Tour waren alle Teilnehmer ganz schön ausgepowert. Auch die flache Strecke mit der „Besteigung“ des Galgenberges war doch anspruchsvoller, als manche vorher gedacht hatten. Die Gäste lobten das Engagement des Heimatvereins und waren freudig überrascht über all das was Zossen und seine Umgebung auch Wanderern zu bieten hat. Einige wollen Wiederkommen und Freunde mitbringen, mal sehen... So wird der Wandertag, wenn er auch bereits Geschichte ist, doch vielleicht auch ein Stück in Zukunft wirken. Vorstand des Heimatvereins zurück zu 2010-2014

2012-06-23 112. Deutscher Wandertag auch in Zossen

2012-05-05 Frühwanderung

Für morgens sieben Uhr hatte der Heimatverein zur Frühwanderung in den Zossener Wiesengrund eingeladen. Karola Andrae begrüßte die über achtunddreißig wanderlustigen Frühaufsteher. „Bisher haben wir jährlich die Vogelstimmenwanderung durchgeführt. Diese begann noch Stunden früher. Jetzt haben wir uns für die Frühwanderung durch Geschichte und Natur entschlossen", so Frau Andrae in ihrer Begrüßung. Jedoch wenn der Wanderführer Klaus Voeckler heißt, dann bleibt auch immer ein Stück Vogelstimmenwanderung. Frau Andrae eilte dann davon, um das Frühstück im Alten Krug vorzubereiten. Meinungen von Teilnehmern Nach der Wanderung antworteten Teilnehmer auf die zwei Fragen, was sie denn zur Teilnahme bewogen habe und was für sie bei dieser Wanderung einen besonderen Eindruck hinterlassen hat: Dörte Proß : „Ich lebe seit 15 Jahren in Zossen und wir bauen zurzeit im Wiesengrund. Ich wollte wissen was hier früher stattgefunden hat. Ich bin zwar Frühaufsteher, aber am frühen Morgen durch die Natur zu streifen und dabei noch so viel Interessantes zu erfahren, war für mich schon etwas Besonderes. Ilse Ryczewski : „Seit 12 Jahren wohne ich im Wiesengrund, interessiere mich für Geschichte und habe auch die Bücher von Klaus Voeckler gelesen und einiges selbst erkundet. Heute wollte ich noch mehr erfahren. Das Besondere war für mich, dass einige ältere Zossener heute hier dabei waren, die hier aufgewachsen sind, noch aus eigener Kindheit bzw. von ihren Eltern und Großeltern viele Details über den Wiesengrund und seine Geschichte berichten konnten. Zusammen mit meinen eigenen Erkundungen, den Ausführungen von Klaus Voeckler ist bei mir aus Halbwahrheiten und Vermutungen ein abgerundetes Bild entstanden." Der Sohn Christoph Ryczewski : „Ich habe hier als Kind gewohnt und gespielt. Auch in den Tunnel sind wir gekrochen, jetzt wollte icheinfach mehr erfahren. Das Besondere war für mich, dass ich heute mehr über die Gebäude erfahren habe, die ich täglich sehe." Sandra Dressler: Ich habe selbst 20 Jahre im Wiesengrund gewohnt, bin hier groß geworden. Besonders hat mich der Tunnelgang mit den Fledermäusen interessiert. Die Wanderung Treffpunkt war der Wiesengrund 1, der nordwestliche Rand des ehemaligen Industriegebietes. Hier entstand in der Gründerzeit nach 1870/71 die Zementfabrik der Adlerwerke. Die Rahmenbedingungen schienen günstig, nahezu unerschöpfliche Tonvorkommen, der Nottekanal als Wasserverbindung nach Berlin. Auf dem Wasserweg wurden auf sogenannten Finowkähnen auch die Steinkohle und der Gips kostengünstig zur Fabrik transportiert. Ein Finowkahn durfte bis zu 40m lang und bis zu 4,20m breit sein. Nicht irgendein Zement wurde hier produziert, sondern Portland Zement. Dazu hatten sich die Fabrikanten das Verfahren aus Portland, Großbritannien zu Eigen gemacht. Mit den damals modernsten Maschinen produziert, erhielt der in Zossen produzierte Zement wegen seiner Qualität mehrere Auszeichnungen. Im Werk selbst arbeiteten auch Qualitätskontrolleure im Labor. Die Adler Werke kauften dann noch die Glausche Ziegelfabrik auf und bezogen ihren Kalk aus den eigenen Rüdersdorfer Kalkwerken. Möglichst autark produzieren war das erklärte Ziel. Im Akkord wurde 24 Stunden, also rund um die Uhr in 12 Stundenschichten produziert. Dafür erhielten die Arbeiter einen Tageslohn von 3 Mark. Polnische Arbeiter waren in Schlafsälen untergebracht und mussten dafür 5 Pfennig pro Tag entrichten. Um Tag und Nacht arbeiten zu können mussten viele Lampen brennen, deshalb brachten die Adler Werke auch Elektrizität nach Zossen. Die Stadt Zossen jedoch lehnte ein Angebot der Werke, ganz Zossen mit Elektrizität zu versorgen ab. So blieben die Zossener lieber noch einige Jahre bei der Petroleumfunzel. Dies und vieles mehr erfuhren die Wanderfreunde von Klaus Voeckler. Wer den Wasserweg nutzt, brauch auch einen eigenen Hafen. Vorbei an den Resten des Ringofens, in dem jährlich ca. 1,5 Millionen Ziegel gebrannt wurden, durchstreifte die Gruppe Wildnis bis zum Stich, der für die Finowkähne eine Wendemöglichkeit bot. In dieser Wildnis und wegen der rasch fortschreitenden Verlandung mussten die Teilnehmer schon sehr genau hinsehen um die Überreste der ehemaligen Hafenanlage zu erkennen. Heute ist diese Wildnis auch ein Vogelparadies. Nicht alle Wanderfreunde kannten den Eingang zum unterirdischen Transportweg für den Ton an der B246. Hier sollen auch noch Fledermäuse leben. Der Ton von den Tongruben wurde so in das Werk befördert. 1910 endete die Gründerherrlichkeit. Die Tongruben erwiesen sich doch nicht als unerschöpflich und so wurde die Produktion aufgeben. Nach langen Verhandlungen kaufte die Stadt das Gelände und richtete hier Wohngelegenheiten für arme Familien ein. Viele von diesen wehrten sich gegen ihre missliche Lage und traten der SPD und später der KPD bei, weshalb dieser Teil Zossen von den anderen Zossenern verächtlich auch Kleinmoskau genannt wurde. Die Wanderung erhielt nach Verlassen des Wiesengrundes plötzlich einen ganz anderen Charakter. Die Wanderer durchquerten jetzt das Naturschutzgebiet Streuobstwiesen. Auch Flora und Fauna zeigen sich hier von einer ganz anderen Seite. Klaus Voeckler wäre nicht Klaus Voeckler, wenn er nicht zu jedem Baum und Strauch der hier wächst oder über jedes Getier, was hier kreucht und fleucht oder in der Luft herumfliegt etwas zu sagen hätte. Geschichte und Natur wurden so für jeden Teilnehmer auf einem kleinen Stück heimatlichen Bodens erlebbar. Beim Frühstück im „Alten Krug" mundeten Brötchen und Bockwurst. Gesprächsfetzen wie, „War doch interessant", „schade dass einiges doch recht verkommen ist", „um Natur zu erleben, braucht man gar nicht weit reisen", „was der Voeckler so alles weiß, hoffentlich hat er auch alles aufgeschrieben", füllten den Raum. Text und Fotos: Dr. Rainer Reinecke zurück zu Chronik

2012-05-05 Frühwanderung
2012-05-05 Frühwanderung
2012-05-05 Frühwanderung
2012-05-05 Frühwanderung
2012-05-05 Frühwanderung
2012-05-05 Frühwanderung
2012-05-05 Frühwanderung

2012-04-28 Hundert Jahre Feuerwehr in Nächst Neuendorf

"Hundert Jahre Feuerwehr in Nächst Neuendorf" war die Sonderausstellung im "Alten Krug" vom 28.04 bis 02.06. 2012 betitelt. Zu sehen waren Dokumente und Gegenstände aus der hundertjährigen Geschichte dieser Ortsfeuerwehr, die zu den Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Zossen gehört. Als die Römer begannen, größere Städte zu bauen und Brände wegen der engen Bauweise mit nur schmalen Gassen zwischen den Häusern ganze Stadtteile vernichteten, wurde Brandschutz und die Einrichtung von Brandlöschorganisationen notwendig. Nun ist Nächst Neuendorf keine römische Großstadt, aber immerhin hier Leben und Arbeiten Menschen, gibt es darüber hinaus viel Wertvolles an Hab und Gut welches Schützenwert ist. So wurde also vor 100 Jahren auch in Nächst Neuendorf eine Ortsfeuerwehr eingerichtet. Wie die Ortsfeuerwehr sich in den 100 Jahren entwickelt hat zeigen die, von unserem Vereinsmitglied Klaus Voeckler gesammelten Ausstellungsstücke. Wie der Tag selbst begangen wurde, zeigt ein Video auf youtube . zurück zu Chronik

2012-04-28 Hundert Jahre Feuerwehr in Nächst Neuendorf

2012-02-12 Naturfilmer Gerhard Kretlow: Die Zwergrohrdommel

Der Einladung des Heimatvereins zu einem weiteren Naturfilmnachmittag folgten wieder mehr als 30 Besucher. Mit Glühwein begrüßte die Vereinsvorsitzende des Vereins, Karola Andrae, die Gäste persönlich. Gerhard Kretlow hatte die scheue Zwergrohrdommel als Hauptdarsteller auserkoren. Unerwartet unkompliziert genehmigten die Behörden die Filmaufnahmen im Schilfdickicht. Fischer Kalle, der dann auch in einer Nebenrolle im Film auftauchte, gab dem Hobbyornithologen den Tipp. Als Dommelsee bezeichnete Gerhard Kretlow bald den Fernneuendorfer See. Bis zu acht Stunden brachte der Filmer seine Kamera in seinem Anstand im Schilf in Stellung. Im Film sahen ihn die Besucher mit dem Equipment auf dem Rücken zu seinem Anstand waten. „Gehen geht nicht. Man muss vorsichtig mit Füßen auf dem Grund schlurfen, um Unebenheiten zu erkennen und Gefahrenstellen auszuweichen.“ Den Eingang von der Wasserseite habe er gewählt, weil bei einem Eingang von Landseite aus der Anstand häufig zerstört oder von anderen genutzt würde, die die Vogelwelt im Schilf stören würden. Der Hauptdarsteller, die Zwergrohrdommel überwintert am Anfang des Filmes, nistet und brütet im Frühjahr und taucht dann wieder am Ende des Films auf. Haubentaucher, Blessrallen, Schwäne, Zwergtaucher geben im Film viel von ihrem Brut- und Nestverhalten preis, versteckten aber auch ihr Gelege vor ungebetenen Zuschauern. Am Schilfrand lauert der Hecht auf Beute. Deshalb verbringen beispielsweise die Haubentaucher, mit ihren Küken auf dem Rücken, selbst die Mittagspause mitten auf dem See. Schwärme von mehr als 500 Staren fliegen abends ins Schilf ein. Und in seiner Nebenrolle kontrolliert Fischer-Kalle die Reusen oder zieht mit seinem Gehilfen die Netze an Bord. Beide kämpfen mit den Marmorkarpfen, um diese wegen ihrer Größe und ihres Gewichts überhaupt an Bord hieven zu können. Aus Asien ist diese Karpfenart eingewandert und wird in Mitteleuropa bis zu eineinhalb Meter groß. Bis zu 50 kg futtert sich ein solcher Artgenosse im Laufe seines Lebens an. Ob die Zwergrohrdommeln auch diesen harten Winter überlebt haben, können Besucher bei Fischer-Kalle bei ein bisschen Glück vom Steg aus beobachten. Aber bitte nicht ins Schilf in die Lebenswelt der Vögel eindringen. Dies überlassen wir wirklich lieber jenen, die sich damit auskennen. Auf die gefilmten neuen Abenteuer in der Vogelwelt, mit selten oder gar einzigartigen Aufnahmen können Naturfreunde heute schon gespannt sein. Mit einigen kurzen, während der zweijährigen Beobachtungs- und Filmzeit erlebten Episoden rundete Gerhard Kretlow, diese Veranstaltung ab. Bericht und Fotomontage: Dr. Rainer Reinecke zurück zu Chronik

2012-02-12 Naturfilmer Gerhard Kretlow: Die Zwergrohrdommel

2012-01-02 Neujahrskonzert mit WorldBrass in der Kirche

So traditionell die Zugabe fürs dankbare Zossener Publikum ist auch das rustikale Buffet danach für die Musiker von World Brass. Artikel in der Märkischen Allgemeinen Zeitung vom 04.01.2012 ZOSSEN - Superintendentin Katharina Furian ließ die Musiker um ihren stets charmant moderierenden Posaunisten Shawn Grocott aus Kanada vom Publikum auf die Bühne applaudieren. Doch trotz herzlichen Beifalls und erwartungsfroher Blicke blieb der Platz hinter aufgebauten Instrumenten und Notenständern zunächst leer. „Sie stehen also noch nicht vor der Tür“, bemerkte Furian überrascht und bat die rund 380 Gäste in der Kirche: „Wenn die Musiker kommen, bitte klatschen sie noch einmal.“ Dabei hätte es dieser Aufforderung wohl gar nicht bedurft, denn das internationale Weltblech-Ensemble gehört seit 17 Jahren zum musikalischen Neujahrsanfang in Zossen wie der Silvesterlauf zum Jahresabschluss. Musik aus „Old England“ unter dem Motto „Rule Britannia“ stand diesmal auf dem Programm und es war zu spüren, dass vor allem die melodischen, dennoch kraftvoll geblasenen und von Elgar Howarth arrangierten Stücke den Nerv der Zuhörer trafen. Heimatvereinsvorsitzende Karola Andrae verriet nach dem Konzert, dass sie sich bei manchen Werken in die Welt der Rosamunde Pilcher versetzt fühlte und bei anderen Werken wiederum „ins Mitwippen kam“. Das freilich galt sicher nicht für die Musik des 1957 geborenen Guy Barker, dessen fanfarenartiges „Borrodale“ einst für ein schottisches Festival geschrieben wurde, wie Shawn Grocott bemerkte. Wer genau hinhöre, erkenne das musikalisch umgesetzte Leben auf einem Schloss. Man brauchte allerdings schon etwas Phantasie und den Preis als harmonischste Komposition wird „Borrodale“ wohl auch nicht erringen. Harmonisch indes ging es mit Orgelmusik – gespielt an der Schuke-Orgel von Helge Pflägling aus Dahme – weiter. Er bot die 1895 von Edward Elgar komponierte „Organ Sonata Nr. 1. in G“ dar und sorgte für einen musikalisch ebenso stimmungsvollen wie beruhigenden Kontrastpunkt zu den üppigen, kräftigen Blechbläserklängen der World-Brass-Instrumentalisten. Über den 1904 zum Ritter geschlagenen Sir Edward Elgar heißt es, dass er unter der Predigt im Morgengottesdienst das nächste Kammermusikstück für den Nachmittag komponierte. Doch wie vielen Komponisten vor ihm widerfuhr auch ihm im Alter, dass er als altmodisch und reaktionär belächelt wurde. Dennoch brachte ihm seine Musik den Titel „Masters of Kings Music“ ein. Wie neu inspiriert wirkten die vier Trompeter, das Posaunisten-Quartett, der Hornist Daniel Molnar aus Ungarn und Tuba-Spieler Fraser Russell aus Schottland nach der Pause. Sie entführten das Publikum mit „London Calls“, „Green Park“ und „Trafalgar Square“ – Werke von Gordon Langford – in die britische Hauptstadt. Nicht zuletzt Percussionist Barry Jurjus aus den Niederlanden – bei manchen Stücken diesmal eher diskret im Hintergrund agierend – lief hier zu Höchstform auf. Der offenbar Alleskönner an den Schlaginstrumenten fühlte sich auch bei Henry Woods „Fantasia on British Sea Songs“ – arrangiert von Walter Ratzek – in seinem Element. Und dann das furiose Finale: Nicht nur, dass die Musiker wieder mit „Fressalien“ belohnt und Wein aus Baruth beschenkt wurden, nein, auch die erwartete Zugabe ließ nicht lange auf sich warten. Der kleine Schotte mit der großen Tuba hatte seinen verdienten Soloauftritt. Fraser Russell spielte zusammen mit seinen zehn Kollegen „Kalinka“ und legte dabei eine viel umjubelte kesse Sohle aufs (Bühnen)parkett. Wenig später erhielten die Weltblech-Musiker – diesmal ohne Frack und Fliege – erneut freundlichen Beifall. Beim traditionellen anschließenden Empfang im Gemeindesaal, an dem unter anderem auch Bürgermeisterin Michaela Schreiber und zahlreiche Stadtverordnete aller Fraktionen teilnahmen, gab es wieder das von den Künstlern beliebte rustikale Buffet mit Würstchen, Schmalzstullen und Hackepeterbrötchen. Genau die richtige Stärkung für ihren großen Auftritt in der Berliner Philharmonie. (Von Fred Hasselmann) zurück zu Chronik

2012-01-02 Neujahrskonzert mit WorldBrass in der Kirche
2012-01-02 Neujahrskonzert mit WorldBrass in der Kirche